EMMETTEN: Dieser Pfarrer rockt den Gottesdienst

Gemeindeleiter Markus Limacher hat eine Mundart-Rockmesse geschrieben. Uraufführung ist in der Klosterkirche Engelberg.

Rosemarie Bugmann
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Gemeindeleiter Markus Limacher mit seiner Elektrogitarre und Sängerinnen bei der Probe. (Bild Corinne Glanzmann)

Gemeindeleiter Markus Limacher mit seiner Elektrogitarre und Sängerinnen bei der Probe. (Bild Corinne Glanzmann)

Das Schlagzeug fängt an, ein paar Takte danach setzt die Rhythmusgitarre ein. Wenig später kommt der Chor dazu: «Sprung i Brunne mit offne Sinn». Das Ganze kommt in einem rockigen Rhythmus daher, der wohl kaum einen Fuss ruhig lässt. Trotzdem, getanzt wird nie zu diesem Song, denn er gehört zur Rockmesse, geschrieben vom Gemeindeleiter der katholischen Pfarrei Emmetten, Markus Limacher. Warum das? «Es gibt zwar Mundartlieder, die man auch im Gottesdienst brauchen kann», sagt er. Das Spezielle an seiner Rockmesse ist jedoch, dass sie sich am Ablauf der Eucharistiefeier der katholischen Gottesdienste orientiert. Den Anfang macht das vorher erwähnte Einzugslied.

Texte bleiben theologisch korrekt

Sanctus, Kyrie, Gloria, Credo und Agnus Dei gehören ebenfalls zur Rockmesse und natürlich ein Song zum Schluss. Die Melodien sind eingängig und rockig, die Texte den jeweiligen Liedern angepasst. «Es war mir ein Anliegen, die Texte so zu gestalten, dass sie leicht verständlich und theologisch korrekt sind», sagt Markus Limacher. So fängt das Kyrie wie folgt an: «Nobody’s perfect, jede Mänsch macht Fähler, doch s’chunnt drufaa, öb är au drus cha lehre.» Oder das Agnus Dei mit «Jesus, Lamm Gottes, befrei üs vo allem, wo üsi Wält und üs sälber zerstört. Heb Verbarme, Gott.»

Nur eine Probe mit ganzem Chor

Gesungen wird die Rockmesse von einem Ad-hoc-Chor. Mit dabei sind Mitglieder des Rise-up-Chores Stans, ergänzt mit ein paar Emmetter Kindern sowie weiteren Sängerinnen und Sängern, meist vom Kirchenchor. «Ich finde die Messe sehr gut, weil Kirchenlieder rockig gesungen werden», sagt etwa die zwölfjährige Amasona Würsch aus Emmetten und fügt schnell bei, «und weil ein Schlagzeug mit dabei ist». Sie ist eines der sieben Kinder aus Emmetten, die an der Rockmesse mitsingen. Neben den Kindern sind alle Altersklassen vertreten, bis ins Pensionsalter, insgesamt rund dreissig Personen. Das Spezielle: Der Gesamtchor hat nur einmal gemeinsam geprobt. Die übrigen Proben fanden jeweils in Stans oder Emmetten separat statt. «Es hat ganz gut geklappt», sagt Markus Limacher zur ersten und einzigen Gesamtprobe.

Begleitet wird der Chor von fünf Musikern. Mit dabei ist auch der Komponist Markus Limacher an der Leadgitarre. Er spielt schon seit bald vierzig Jahren Gitarre. Beigebracht hat er sich die Griffe selber. In der Primarschule lernte er das Flötenspielen und die Noten. Mit dem ersten Lehrlingslohn hat er sich dann eine Gitarre gekauft und sofort mit dem Komponieren begonnen. «Ich habe gespürt, dass das mein Instrument ist», sagt er.

Die Gottesdienste verschönern

Beim Komponieren klimpere er ein wenig auf der Gitarre herum, nehme die Stimmung auf. «Wenn ich ein Thema habe, ist es wie ein Auftrag», so Limacher. Von Anfang an schaut er darauf, dass vom Takt her ein Text möglich ist. «Es muss gut singbar sein», sagt er und betont, dass es vor allem um die Verschönerung der Gottesdienste geht. So singt der Chor nicht von der Empore aus, sondern vorne sichtbar für die Gottesdienstbesucher. «Es geht nicht darum, mehr Leute in die Kirche zu locken», sagt Limacher bestimmt. Vielmehr soll dem Bedürfnis der Leute entsprochen und auch den Jungen die Gelegenheit gegeben werden, sich mit der Religion auseinanderzusetzen.

«Euse Abschied isch kei Abschied jetz, es isch e Neuafang zu neue Täg.» Mit diesen Worten fängt das Schlusslied zum Auszug an. Rockig wie alle anderen animiert es zum Mitsingen, Mitwippen und zu einem fröhlich-rhythmischen Schluss des Gottesdienstes.

Hinweis

Uraufführung: Samstag, 10. Mai, 19 Uhr, Klosterkirche Engelberg. Erstaufführung in Nidwalden: Samstag, 21. Juni, 17.30, Emmetten (Firmgottesdienst mit Generalvikar Martin Kopp).