EMMETTEN: Gericht wehrt Klage gegen Dorfladen ab

Erfolg für Emmettens einzigen Dorfladen: Die Lärm-Klage eines Arztes blitzt vor Gericht klar ab.

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Der Volg in Emmetten (Hintereingang). (Bild Kurt Liembd/Neue NZ)

Der Volg in Emmetten (Hintereingang). (Bild Kurt Liembd/Neue NZ)

In diesen Tagen hat das Nidwaldner Kantonsgericht das schriftliche Urteil zum jahrelangen Streit um den Emmetter Volg-Dorfladen an die Prozessparteien verschickt. Darin kommt es zum Schluss: Die Klage wird vollumfänglich abgewiesen.

Die Volg-Verantwortlichen können wie bisher weiter arbeiten, ohne sich den Beschwerden des Klägers beugen zu müssen. Hätte das Gericht anders entschieden, so die Befürchtungen vieler Emmetter, hätte dies das Aus für den einzigen Lebensmittelladen im Dorf bedeutet.

Gegen den Volg geklagt hat ein Arzt aus Zurzach. Er hat 1996 eine Ferienwohnung gekauft, welche direkt überhalb des Volg-Ladens liegt. Der Arzt fühlte sich während seines Ferienaufenthaltes mehr und mehr vom Lärm beeinträchtigt, welcher frühmorgens beim Ausladen der Ware entstand. Er verlangte: Vor 10 Uhr dürfen keine Anlieferungen mehr stattfinden. Zudem betreibe Volg hinter dem Haus einen offenen Warenumschlagplatz, welcher eine «psychische Beeinträchtigung» darstelle.

«Der Käufer wusste, worauf der sich einliess»
Den Darstellungen des Arztes widerspricht das Gericht in seinem Urteil klar. Denn der Volg-Laden liegt im Dorfzentrum in einer Kernzone. Kernzonen sind speziell für Dienstleistungsbetriebe, Läden und «mässig störende Gewerbebetriebe» bestimmt.

Als der Arzt die Ferienwohnung 1996 kaufte, befand sich darunter bereits ein Lebensmittelladen. Schon damals erfolgten ab 6 Uhr Zulieferungen. Der Käufer wusste, worauf er sich einliess. Der durch die Anlieferer verursachte Lärm liege im «ortsüblichen und langjährigen Rahmen», befand das Gericht. Und: Der Lärm habe vielmehr abgenommen, weil die Volg-Besitzer unter anderem einen Schallschutz eingebaut und Rollgestelle mit leiseren Gummirädern beschafft haben.

Der Arzt muss für die Gerichtskosten von 5000 Franken und die Anwaltskosten von Volg über 9000 Franken aufkommen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Arzt hat bis zum 20. September Zeit, den Entscheid ans Obergericht weiter zu ziehen.

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.