Emmetten heizt bald mit heimischem Holz

Der Emmetter Wärmeverbund ist auf Kurs. Nun braucht’s noch die Umzonung für den Bau der Heizzentrale oberhalb der Niederbauen-Bahn. Die 6000 Kubikmeter Holzschnitzel sollen künftig pro Jahr von 150 Lastwagen geliefert werden.

Matthias Piazza
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Bei der Egg oberhalb der Talstation der Niederbauen-Bahn will die Genossenkorporation Emmetten die Heizzentrale für ihren Wärmeverbund bauen. Zwei Heizkessel sollen jährlich rund 6000 Kubikmeter Holzschnitzel verfeuern.

Im Herbst 2018 haben die Emmetter mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 76 Prozent dem Verkauf der 1020 Quadratmeter grossen Parzelle für 306'000 Franken an die Korporation zugestimmt. Im November genehmigten die Genossenbürger an einer ausserordentlichen Versammlung den Baukredit von 5,1 Millionen Franken mit 24 zu 6 Stimmen, bei 4 Enthaltungen.

Nun steht der nächste Schritt an. An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 26. September stimmen die Emmetter über die notwendige Änderung der Parzelle von der Zone für öffentliche Zwecke in eine Sondernutzungszone ab.

Werner Würsch, von der Genossenkorporation mit dem Projekt betraut, gibt sich zuversichtlich. «Nach dem deutlichen Ja zum Landkauf dürfte die kommende Abstimmung eine Formsache sein, zumal ich auch im Dorf keinen Widerstand gegen das Projekt spürte.» Der Standort oberhalb der Kohltalstrasse sei ideal, auch wegen der guten Zufahrt für die Lastwagen. Gerechnet wird mit rund 150 Lastwagenladungen jährlich.

Verbund sollte im Oktober 2020 in Betrieb gehen

Sollte am 26. September also auch die letzte politische Hürde genommen werden, wird gemäss Werner Würsch in den nächsten Monaten mit dem Bau der Heizzentrale und des 1,8 Kilometer langen Leitungsnetzes begonnen. Durch dieses sollten ab Oktober des nächsten Jahres 80 Grad heisses Wasser fliessen und so die Häuser beheizen.

Unter den über 30 Bezügern sind nebst Privatliegenschaften auch öffentliche Gebäude wie die Kirche oder die Schulhäuser. Damit könne der Wärmeverbund rentabel betrieben werden. Bei der Lancierung des Verbundes vor drei Jahren war das Interesse noch verhalten. «Die Leute befürchteten höhere Heizkosten», erinnert sich Werner Würsch. «Wir konnten sie von den Vorteilen überzeugen. Unsere Bezüger sind nicht den Preisschwankungen wie beim Heizöl ausgeliefert, sie müssen sich nicht um Unterhalt kümmern, brauchen keinen Kaminfeger mehr.»

In die Hände dürfte der Korporation auch das neue Energiegesetz gespielt haben, welches neue Ölheizungen verbietet beziehungsweise nur unter Auflagen erlaubt. Längerfristig betrachtet sei Heizen mit dem Wärmeverbund günstiger als mit Öl, meint Würsch.

Lukrativ für Genossenkorporation

Dass die Genossenkorporation Heizen mit Holzschnitzeln forciert, kommt nicht von ungefähr. Schliesslich ist sie eine der grössten Waldbesitzerinnen im Kanton Nidwalden. Doch auch ökologische Gründe hätten den Ausschlag gegeben. «So versorgen wir die Haushalte und öffentlichen Gebäude mit einheimischer Wärme, dank Feinstofffilter auch auf eine sehr ökologische und nachhaltige Art. Wir gehen davon aus, dass mehr Holz nachwächst, als wir für die Schnitzelheizung benötigen.» Auch wirtschaftlich rechne sich dies in Zeiten, in denen – abgesehen vom Schutzwald – die Waldbewirtschaftung wegen der niedrigen Holzpreise defizitär sei.

Heizen mit Holzschnitzeln aus dem eigenen Wald sei ganz im Sinne des Gemeinderates, erneuerbare Energie zu fördern, begründet er in der Abstimmungsbotschaft seine Empfehlung zur Annahme der Vorlage.

Hinweis: Ausserordentliche Gemeindeversammlung Emmetten: Donnerstag, 26. September, 20 Uhr, Mehrzweckhalle Schulhaus II.