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EMMETTEN: Labor bestätigt Wolfsangriffe

Es ist definitiv der Wolf gewesen, der acht Schafe getötet hat. Dies ergab die DNA-Analyse. Ob dasselbe Tier für die Risse in Uri verantwortlich ist, steht noch aus.
Oliver Mattmann
Ein Wolf im Tierpark Goldau. (Archivbild Remo Nägeli)

Ein Wolf im Tierpark Goldau. (Archivbild Remo Nägeli)

Oliver Mattmann

Die Emmetter Schafhalterin hat endgültig Gewissheit: Ihre acht Lämmer sind in der Nacht auf den 5. Juni einem Wolf zum Opfer gefallen. Aufgrund der Rissspuren an den verendeten Tieren am Fusse des Niederbauens stand das Raubtier von Anfang an unter Verdacht. Die DNA-Analyse hat diesen nun bestätigt, hält Fabian Bieri, Leiter Abteilung Jagd und Fischeri beim Kanton Nidwalden, auf Anfrage unserer Zeitung fest. «Es handelt sich um einen Wolf italienischer Abstammung», fährt er fort. Ob sich dieser vom bekannten Rudel im graubündnerischen Calanda-Gebiet abgesetzt hat oder neu in die Schweiz eingewandert ist, kann Bieri noch nicht sagen. «Dafür sind weitere Abklärungen an der DNA nötig, die einige Wochen in Anspruch nehmen.»

Wolf zum Abschuss freigegeben

Für Fabian Bieri sind die ersten Resultate der Analyse auch «eine Bestätigung, dass wir nach den Schafrissen richtig reagiert haben, indem wir umgehend die anderen Schafhalter und Bauern vor dem Wolf gewarnt haben und sie so für entsprechende Schutzmassnahmen sensibilisieren konnten.» Seit dem Vorfall in Emmetten hat der Wolf die Schafe auf Nidwaldner Boden in Ruhe gelassen, dafür hat er umso heftiger in Uri zugeschlagen: Über 30 Tiere – viele davon waren ungeschützt – hat er mutmasslich auf einer Alp im Isentaler Gebiet getötet. Jedenfalls geht Bieri davon aus, dass es sich um denselben Wolf handelt, «auch wenn hier die Ergebnisse der DNA-Untersuchungen noch ausstehend sind».

Für Fachleute steht zumindest ausser Frage, dass ein Wolf über die Schafe hergefallen sein muss. Der Urner Sicherheitsdirektor Beat Arnold hat das Raubtier deshalb in dessen bisherigem Streifgebiet zum Abschuss freigegeben. Auch die Nidwaldner Regierung wird nächste Woche für das Grenzgebiet zu Uri, namentlich rund um den Niederbauen, den Schwalmis und den Brisen, eine Verfügung für den Wolfsabschuss erlassen (Ausgabe vom Mittwoch). Auf die Ankündigung in der Presse seien ihm bisher keine Reaktionen zu Ohren gekommen, sagt Fabian Bieri. «Das hat mich selber etwas überrascht.» Offenbar habe sich die Bevölkerung daran gewöhnt, dass Abschüsse notwendig seien, wenn schadenstiftende Tiere die Existenzen von Schafhaltern bedrohen.

Experte tippt auf junges Männchen

Ob ein Abschuss in Nidwalden oder Uri überhaupt je erfolgt, ist indes alles andere als sicher. Zuletzt wurde der Wolf vor fünf Tagen in Unterschächen gesichtet – ausserhalb des Abschussgebietes. «Seither haben wir keine Meldungen mehr erhalten», so Fabian Bieri. Es könne durchaus sein, dass das Tier weitergewandert sei. Ihn habe eher erstaunt, dass der vermeintlich selbe Wolf so lange im gleichen Gebiet unterwegs ist. Bieri tippt aufgrund des Verhaltensmusters auf ein junges Männchen. «Und diese ziehen vor allem in der Paarungszeit im Frühling und im Vorsommer oftmals schnell weiter auf der Suche nach einem Weibchen. Ich vermute, dass der Wolf hier schlichtweg zu viel Nahrung vorgefunden hat und deshalb länger als üblich geblieben ist.»

Den Schafbesitzern kann es recht sein, sollte der Wolf von dannen gezogen sein. Kleiner Trost für die betroffene Halterin: Sie erhält pro getötetes Schaf eine Entschädigung, die zu 80 Prozent vom Bund und zu 20 Prozent vom Kanton berappt wird. Je nach Zuchtwert und Stammbaum werden bis zu 1600 Franken pro Tier ausbezahlt. Die entsprechende Tabelle hat der Schafzüchterverband selbst erstellt. Da es sich in Emmetten um Lämmer handelte, die erst zwischen zwei Wochen und fünf Monate alt waren, rechnet Bieri damit, dass der Betrag wohl irgendwo zwischen 150 und 250 Franken liegen wird.

Herdenschutz: Keine Hundesteuer

red. Landrat Armin Odermatt (SVP, Büren) und Mitunterzeichnende haben eine Dringliche Motion betreffend die Anpassung des Hundegesetzes eingereicht. «Halter von Herdenschutzhunden sollen von der Hundesteuer ausgenommen werden», lautet ihre Forderung. Herdenschutzhunde seien die effizienteste Präventionsmassnahme für Herdentiere vor Grossraubtieren, schreibt der Motionär. «Eine Steuer rechtfertigt sich in diesem Falle nicht, weil sie keine Zusatzkosten für die Allgemeinheit verursachen.» Das Nidwaldner Hundegesetz sei das einzige Gesetz, das eine Steuerbefreiung solcher Hunde nicht vorsieht.

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