EMMETTEN: Nachbar verklagt Dorfladen

Geräuschimmissionen durch einen Dorfladen sind zumutbar – zumindest in der Kernzone. So sieht es das Kantonsgericht Nidwalden in einem Fall in Emmetten.

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Seit Jahren herrscht in Emmetten ein erbitterter Streit in Sachen Lärm. Inhaltlich ist der Konflikt leicht nachvollziehbar: Im Parterre befindet sich der Dorfladen Volg, gleich darüber eine Ferienwohnung, die einem Arzt aus Zurzach gehört.

Wenn dieser nun am Wochenende oder in seinen Ferien in Emmetten weilt, fühlt er sich durch die Geräusche aus dem Betrieb des Dorfladens gestört. Insbesondere stören ihn und seine Familie die morgendlichen Anlieferungen sowie die Geräusche von Rollcontainern, mit denen hinter dem Haus Ware verschoben wird.

Also ein klassischer Interessenkonflikt, der mit gegenseitigem Verständnis lösbar scheint? Nein. Nachdem Verhandlungen vor dem Friedensrichter keine Lösung brachten und auch eine schriftliche Vereinbarung zu nichts führte, landete der Fall vor dem Kantonsgericht. Mehr als drei Stunden dauerte die Verhandlung am Mittwoch.

Illegaler Lagerplatz?
«Wir hören in der Wohnung dumpfe und scheppernde Geräusche, oft bis zwölf Stunden am Tag», sagte der Kläger, der mit seinem Anwalt zur Verhandlung kam. Es töne oft so, wie wenn ein Zug durch die Wohnung fahren würde. Und dies, obwohl bereits eine Schallschutzdecke zwischen Laden und Wohnung eingebaut worden sei.

Zudem machte der Kläger geltend, Volg betreibe auf zwei Parkplätzen einen offenen Lagerplatz, bestehend aus Harassen und Rollcontainern, was in der Kernzone verboten sei. Seine Klage gipfelte in der Feststellung, dass seine Wohnung als Feriendomizil kaum mehr bewohnbar sei und dadurch 100 000 Franken weniger Wert habe.

Als die Gerichtspräsidentin wissen wollte, wie er auf diesen Betrag käme, hatte der Kläger allerdings keine Erklärung. Fakt ist: Er hat die Wohnung 1996 für 400 000 Franken erworben. Später habe er probiert, diese für 350 000 Franken zu verkaufen, was allerdings nicht gelang. Die Lärmimmissionen seien erst im Jahr 2002 ein Problem geworden, als der Volg-Laden vergrössert wurde.

Kurt Liembd

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.