Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EMMETTEN: Res Schmid: «Ich halte an meinen Grundsätzen fest»

Mathematik und Deutsch stärken, die Schule stabilisieren: Res Schmid will seinen Kurs beibehalten – trotz Misstönen in Bildungskreisen.
Interview Matthias Piazza
Bildungsdirektor Res Schmid (56, SVP) ist seit 2010 im Amt. (Bild: PD)

Bildungsdirektor Res Schmid (56, SVP) ist seit 2010 im Amt. (Bild: PD)

Aus Schulkreisen wird Ihnen vorgeworfen, dass Ihr Ziel vor allem ist, die Bildungsziele der SVP durchzudrücken. Wie kontern Sie?

Res Schmid: Zuerst möchte ich festhalten, dass ich grosse Unterstützung erfahre aus der Bevölkerung und aus Bildungskreisen. Dass es auch Kritik gibt, wenn man etwas anpackt, ist normal. Aber ich halte an meinen Grundsätzen fest. Wir haben uns Ziele gesetzt für die ersten vier Jahre wie etwa die Wiedereinführung der Noten in den unteren Klassen, weniger Administration für Lehrpersonen, die Stärkung der Erziehungsverantwortung der Eltern. Bei all diesen Bereichen geht es nicht um Parteipolitik, sondern um eine möglichst gute Schule. Falls ich die Bildungsdirektion behalten kann, möchte ich an diesen Zielen weiterarbeiten und die Fächer Mathematik und Deutsch stärken und für mehr Stabilität sorgen, sprich Schüler und Lehrer nicht mit immer neuen Reformen überfordern.

Im Zusammenhang mit der Diskussion um Verwaltungsratsmandate taucht auch Ihr Name immer auf: Sie haben ein 20-Prozent-Pensum bei der Armee. Wie viel verdienen Sie da zusätzlich?

Schmid: Eine Zahl möchte ich nicht nennen, das machen meine Kollegen ja auch nicht. Klar ist, dass das Hauptamt, bei dem Regierungsräte noch anderweitig engagiert sind, einem Volkswillen entspricht. Ich bin zu 20 Prozent beim Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) als Experte für Luftwaffe, Luftfahrt und Sicherheitspolitik angestellt. Und das habe ich immer offengelegt.

Nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative sehen viele das Erasmus-Projekt für Studenten gefährdet. Müssen auch Nidwaldner Gymnasiasten fürchten, dass ihnen der Weg ins Ausland versperrt wird?

Schmid: Nein, auch vor der Personenfreizügigkeit konnte man schon mit und ohne Erasmus-Programm im Ausland studieren. Die ganze Aufregung hat sogar etwas Gutes. Man schaut jetzt genauer hin bei Erasmus und musste feststellen, dass zwischen 2011 und 2013 von 86 Millionen Euro laut «Basler Zeitung» nur gerade jeder dritte Euro für den Studentenaustausch verwendet wurde. Der Rest wurde für allerlei Subventionen von Organisationen und Projekte bis hin zu Yoga-Kursen verwendet. Das ist sicher nicht der Sinn dieses Programms. Ich bin überzeugt, dass wir am Ende sogar ein besseres System für die Studierenden bekommen.

Die Diskussion über Verwaltungsratsmandate rückt die Frage nach einem Vollamt für Regierungsräte wieder in den Vordergrund. Wäre es nicht ehrlicher und effizienter, fünf Mitglieder ohne Nebenjob zu haben?

Schmid: Vor rund zehn Jahren lancierte die damals noch junge SVP Nidwalden eine Volksinitiative mit dem Ziel, den Regierungsrat von sieben auf fünf Mitglieder zu verkleinern und sie im Vollamt anzustellen, also ohne Möglichkeit eines Nebenerwerbs. Die Initiative wurde vom Stimmvolk haushoch abgelehnt. Wie heute das Volk entscheiden würde, weiss ich allerdings nicht. Man könnte wohl mit beiden Modellen leben, wie Obwalden ja auch beweist, wo man das Fünfer-Modell mit Vollamt kennt. Das Hauptamt hat sicher den Vorteil, dass die Regierungsräte dank ihrer Nebenerwerbstätigkeiten besser in der Wirtschaft integriert und vernetzt sind. Und zudem wird auch von einem Regierungsrat, der in einem 80-Prozent-Pensum angestellt ist, verlangt, dass er bei Bedarf 90 oder 100 Prozent arbeitet. Der Nebenerwerb findet also nicht zu Lasten der Regierungsratstätigkeit statt.

Die Finanzen des Kantons stehen nicht zum Besten. Landrat, Parteien und Regierung weisen sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Denken Sie, dass eine Steuererhöhung unausweichlich ist?

Schmid: Ich gehe davon aus, dass es verschiedene Korrekturen braucht, um die Finanzen wieder ins Lot zu bringen. So muss man als Erstes bei den Ausgaben ansetzen. Diese sind in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Es braucht Verzicht. Verschärft wird die finanzielle Situa­tion dadurch, dass der Kanton Nidwalden kein Nationalbankgold mehr erhält und als Geberkanton immer mehr in den nationalen Finanzausgleich zahlen muss. Bevor man Steuern erhöhen will, müssen alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Das letzte Wort hat ohnehin das Parlament oder je nachdem das Volk.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.