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EMMETTEN: Was Wanderer über Herdenschutzhunde wissen müssen

Der Herdenschutzhund schützt die Schafe – auch vor unvorsichtigen Wanderern. ­Tafeln informieren über richtiges Verhalten.
Matthias Piazza
Eine Informationstafel (rechts) zum Umgang mit Herdenschutzhunden bei der Bergstation der Niederbauen-Bahn. (Bild: PD)

Eine Informationstafel (rechts) zum Umgang mit Herdenschutzhunden bei der Bergstation der Niederbauen-Bahn. (Bild: PD)

Matthias Piazza

Es geschah vor rund einer Woche. Ein Wanderer spazierte mit seinem Hund, der nicht angeleint war, durch eine Weide mit Schafe. Das passte dem Herdenschutzhund nicht. Bellend und knurrend wollte er die beiden, in seinen Augen Eindringlinge, vertreiben. Die Begegnung ging glimpflich aus, von weit weg konnte der Älpler nur kurz ein Jaulen des Begleithundes hören. Doch das Beispiel, das die Emmetter Schafhalter Robi und Beat Würsch von der Hugenweid machten, zeigt ihrer Ansicht nach das Problem auf, welches zwischen Tourismus und Herdenschutzhunden, mit denen die Familie sehr gute Erfahrungen gemacht habe, entstehen kann. «Das Problem ist, dass viele Leute das Verhalten dieser speziellen Hunderasse nicht kennen, den Hund nicht lesen können», meint Beat Würsch. Denn man müsse wissen, dass diese Hunde sozusagen in der Schafherde geboren würden und mit den Schafen aufwachsen. Und darauf ausgerichtet würden, die Schafherde auch vor Menschen zu verteidigen. «Denn in Rumänien, wo die Hunde herkommen, werden Schafe auch von Menschen gestohlen.»

Mehr Herdenschutzhunde erwartet

Um möglichst Konflikte zwischen Wanderern und Hund zu vermeiden, hat nun Beat Würsch, der selber rund 500 Schafe und drei Herdenschutzhunde besitzt, diesen Sommer Hinweistafeln aufgestellt – mit Unterstützung von Emmetten Tourismus, finanziert von der landwirtschaftlichen Beratungszentrale Agridea. Auch die Jägerschaft und die Gemeinde würden ihm den Rücken stärken, erwähnt er lobend. Für ihn ist klar, dass das Thema künftig noch an Bedeutung gewinne, zumal auch immer mehr Emmetter Bauern beabsichtigten, sich Herdenschutzhunde anzuschaffen. Natürlich nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass der Wolf diesen Frühling im Grenzgebiet Nidwalden/Uri einige Schafe riss. Allerdings vermutet Würsch, dass der Wolf sich in den vergangenen Monaten in Richtung Urner Oberland verzogen hat.

Ohne mulmiges Gefühl auf die Alp

Vom Gesetz her bräuchte es nur eine Beschilderung über die Präsenz der Herdenschutzhunde direkt bei der Alp. Beat Würsch wollte aber weitergehen. «Es kehrt wohl kein Wanderer direkt bei der Alp Lückli um, nur, weil er ein Zusammentreffen mit den Herdenschutzhunden vermeiden will. Die Alp wurde daher sicherlich oft mit einem mulmigen Gefühl durchquert. Das nützt dem Tourismus nichts und verursacht über kurz oder lang unschöne Situationen», begründet er. Die Lösung: sogenannte Besucherlenkungstafeln bei den Bergbahnstationen in Emmetten, Beckenried und bei der Bergstation der Nieder­bauen-Bahn. Sie weisen die Wanderer in Deutsch und Englisch darauf hin, dass von Ende Mai bis Ende September Herdenschutzhunde im Gebiet des Färnitals die Schafherde bewachen – vor Wolf, Luchs, Fuchs und wildernden Hunden. Die Wanderer werden angewiesen, die Schafe nicht zu berühren, eigene Hunde an die Leine zu nehmen oder am besten die Alp ohne Begleithund zu besteigen, vom Velo abzusteigen und nicht zu rennen. Ein Comic vermittelt die Verhaltensanweisungen in einer kindgerechten Form.

«Der Wolf war rund hundert Jahre lang nicht mehr in unserer Region aufgetaucht. Damit ist auch das Thema Herdenschutzhunde für die Leute neu. Sie müssen an deren Umgang herangeführt werden», bekräftigt Thomas Christen von Emmetten Tourismus.

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