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ENERGIE: Leibstadt beeinflusst EWN-Jahr stark

Auch wegen des Ausfalls des Kernkraftwerks Leibstadt stieg der Strompreis 2016 kurzzeitig an. Dies wirkte sich positiv auf das Ergebnis des Elektrizitätswerks Nidwalden aus. Das Ganze hatte aber auch eine Kehrseite.
Das Kernkraftwerk Leibstadt hat von August 2016 bis Mitte Februar 2017 stillgestanden. (Bild: Pius Amrein (Leibstadt, 4. April 2011))

Das Kernkraftwerk Leibstadt hat von August 2016 bis Mitte Februar 2017 stillgestanden. (Bild: Pius Amrein (Leibstadt, 4. April 2011))

Oliver Mattmann
oliver.mattmann@nidwaldnerzeitung.ch

EWN-Verwaltungsratspräsident Silvio Boschian will nichts schönreden: «Die Verzögerung der
totalen Strommarktöffnung hilft uns enorm.» Während sich Grosskunden mit über 100000 Kilowattstunden im Jahr den Zulieferer auswählen können und sich teils auch schon vom Elektrizitätswerk Nidwalden abgewandt haben, sind Kunden unter diesem Wert (noch) ans EWN gebunden. «So können wir den Strom gezielt einkaufen und sind nicht der volatilen Situation am Grosshandelsstrommarkt ausgesetzt», erklärte Boschian gestern an der Jahresergebnis-Medienkonferenz. Denn bekanntlich hat sich das Preisniveau auf sehr tiefem Niveau stabilisiert. Hintergrund ist nach wie vor staatlich subventionierter Strom aus dem Ausland, der entsprechend günstig auf dem Mark angeboten wird.

Dem EWN spielte hier der monatelange Ausfall des Kernkraftwerks Leibstadt und weiterer Kraftwerke in Frankreich in die Hände. Der Durchschnittspreis von 3 Rappen pro Kilowattstunde schnellte vorübergehend auf 15 Rappen hoch. «Diese Situation im vierten Quartal hat die Erfolgsrechnung positiv beeinflusst», so Boschian. In Zahlen: Der Unternehmensgewinn betrug 2016 rund 8,6 Millionen Franken (Vorjahr: 7,5 Millionen). Erwähnt werden muss an dieser Stelle aber auch, dass deutlich weniger Rückstellungen getätigt wurden gegenüber 2015. Auf der anderen Seite fielen im Berichtsjahr die Zinserträge in ähnlichem Ausmass in den Keller. Und die Kehrseite der Medaille beim Leibstadt-Stillstand: Das EWN musste wegen seiner Beteiligung 1,6 Millionen Franken an den Ausfall beisteuern, «ohne dafür Energie zu bekommen», so Geschäftsführer Christian Bircher.

Neue Beteiligung an Bündner Wasserkraft

Mitunter bedingt durch den fehlenden Strom aus Leibstadt sank der Eigenversorgungsgrad des EWN von 77 auf 68 Prozent. Schuld daran ist auch die trockene zweite Jahreshälfte 2016, mit der eine Reduktion der Wasserkraft einherging. «Die Erhöhung des Eigenversorgungsgrades steht für den Verwaltungsrat nach wie vor prioritär auf der Liste», betont Silvio Boschian. In dieser Hinsicht habe das EWN zum Jahresende einen Erfolg feiern können: die Unterschrift unter eine 5-Prozent-Beteiligung an einem Wasserkraftwerksverbund in Graubünden. «Dadurch können wir den hohen Strombedarf im Winter besser abdecken.»

Was ihn und Bircher besonders freut: Das EWN hatte bei der Koordination für die Übernahme den Lead unter mehreren beteiligten Energieversorgungsunternehmen. «Wir konnten daraus sehr viel Know-how für allfällige künftige Zukäufe ziehen», erklärt der Direktor. Tatsächlich liefen bereits Verhandlungen für weitere Beteiligungen an Anlagen mit erneuerbaren Energien. Noch sei aber nichts spruchreif. Beteiligungen sind für das EWN derzeit der gangbarste Weg. Zwar existieren Vorprojekte für eigene Wasserkraftwerke in Oberrickenbach oder an der Engelbergeraa, «doch solange sich der Strompreis auf derart tiefem Niveau bewegt, sind wir von einer Rentabilität solcher Anlagen weit entfernt», sagt Christian Bircher.

Aus dem erwähnten Anteil an den Bündner Kraftwerken kann das EWN rund 12 Millionen Kilowattstunden (kWh) Energie beziehen, was rund 5 Prozent des jährlichen Gesamtbedarfs entspricht. So lag die Energielieferung 2016 bei knapp 248 Millionen kWh und damit trotz eines milden Winters um 2,6 Prozent höher als im Vorjahr. Rund 8 Prozent der Kunden bezogen reinen Naturstrom, was einen leichten Anstieg bedeutet. Neu richtet das EWN Besitzern von Solaranlagen auch dann einen Beitrag für den ökologischen Mehrwert aus, wenn von Swissgrid bereits eine einmalige Entschädigung an die Investitionskosten erfolgt ist.

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