Energiepolitik

Beckenried schafft den Schritt zur Energiestadt

Als vierte Gemeinde Nidwaldens darf sich nun auch Beckenried mit dem Zertifikat Energiestadt schmücken. Ab 2021 soll das neue energiepolitische Programm umgesetzt werden.

Sepp Odermatt
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Gemeindewerksleiter René Arnold (links), Regierungsrat Joe Christen, Gemeindepräsident Bruno Käslin und Vizepräsident Pascal Zumbühl erhalten das Energiestadt Zertifikat.

Gemeindewerksleiter René Arnold (links), Regierungsrat Joe Christen, Gemeindepräsident Bruno Käslin und Vizepräsident Pascal Zumbühl erhalten das Energiestadt Zertifikat.

Bild: Sepp Odermatt (Beckenried, 3. Dezember 2020)

Nach langer und intensiver Vorbereitungszeit ist dem Gemeinderat von Beckenried die Zertifizierung zur Energiestadt gelungen. Dieses lang ersehnte Ziel konnte zusammen mit der Energiekommission, dem Gemeindewerk sowie der Genossenkorporation Beckenried erreicht werden. «Gerne hätten wir diesen Anlass, zusammen mit den Mitbürgerinnen und Mitbürgern gebührend gefeiert. Leider lassen jedoch die aktuellen Schutzmassnahmen des Bundes keine solche Feiern zu», bedauerte Gemeindepräsident Bruno Käslin. Aus diesem Grund wurde die Labelübergabe am Donnerstag im Gemeindehaus in einem kleinen Rahmen abgehalten. Trotzdem liess es sich Regierungsrat Joe Christen nicht nehmen, der vierten Gemeinde des Kantons Nidwalden zu dieser Ehre zu gratulieren:

«Ihr habt euch zum Ziel gesetzt, verantwortungsbewusst und vorbildlich mit den Ressourcen unseres Planeten umzugehen. Heute habt ihr ein erstes Etappenziel erreicht.»

Jedoch mahnte der Landwirtschafts- und Umweltdirektor auch: «Es wäre falsch, sich jetzt auf den Lorbeeren auszuruhen.» Die erarbeiteten Projekte und Programme seien nur dann nützlich, wenn der Sinn eingesehen werden könne und eine Vorbildfunktion vorhanden sei, ergänzte Joe Christen, der seine Gratulationsworte mit einem treffenden Zitat abschloss: «Es ist wesentlich einfacher von etwas zu reden, das man macht, als etwas zu machen, wovon man redet.»

Strenge Vorgaben für die Zertifizierung

Neben Stans, Hergiswil und Stansstad darf sich nun auch Beckenried Energiestadt nennen. Heute gibt es in der Schweiz 469 Gemeinden, die das Label erhalten haben. Diese Auszeichnung ist ein Leistungsausweis für Gemeinden, die eine nachhaltige kommunale Energiepolitik vorleben und umsetzen. Die Kantone und «Energie Schweiz», das Programm des Bundesamts für Energie, unterstützen Energiestädte mit finanziellen Mitteln und Tools für ihre Aufgabe als aktive und innovative Gemeinden. Wer das Label Energiestadt tragen darf, durchläuft einen umfassenden Prozess, der die Gemeinden zu einer nachhaltigen Energie-, Verkehrs- und Umweltpolitik führt. Als Grundlage für den Zertifizierungsprozess dient ein standardisierter Katalog mit vielen Massnahmen aus diversen Bereichen.

Umsetzung im 2021

Im vergangenen Sommer rief der Gemeinderat eine Energiekommission unter dem Vorsitz von René Arnold ins Leben. Neben dem Betriebsleiter des Gemeindewerks Beckenried arbeiten versierte Fachleute in dieser neu gegründeten Kommission. «Unsere Hauptaufgabe lag darin, alle fehlenden Puzzleteile zusammenzutragen, damit wir das Energiestadt-Label beantragen konnten», erklärte Arnold. Im nächsten Jahr will er zusammen mit seinen Kommissionsmitgliedern das energiepolitische Programm 2021 bis 2024 in Angriff nehmen und ein Energiereglement ausarbeiten.