ENERGIEPRODUKTION: Strom aus Kuhmist: Erste Anlage ist in Planung

Das Interesse der Bauern an Anlagen, die aus Kuhmist Strom machen, ist gross. Noch sind jedoch einige Fragen offen.

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Ein Berner Landwirt füllt Gülle aus seiner hofeigenen Biogasanlage in einen Tank – dies soll auch in Nidwalden bald Realität werden. (Bild Keystone)

Ein Berner Landwirt füllt Gülle aus seiner hofeigenen Biogasanlage in einen Tank – dies soll auch in Nidwalden bald Realität werden. (Bild Keystone)

Eine Informationsveranstaltung in Stans über die Verwendung von Hofdünger für die Energieproduktion stiess auf grosses Interesse. Rund 80 Bauern nahmen am Anlass teil. Und was sie hörten, tönte durchaus spannend: Sollte sich die Nutzung von Hofdünger für die Energiegewinnung als praktikabel erweisen, könnten innert wenigen Jahren mehrere hundert Nidwaldner Haushalte effizient mit Strom versorgt werden.

Um einen durchschnittlichen Haushalt während eines Jahres mit elektrischer Energie zu versorgen, genügen drei bis vier Milchkühe. Weitere rund fünf Kühe «beheizen» die Räume der Wohnung. Eine Studie geht von einem Potentzal von 126 Terajoule aus. Dies entspricht 3,5 Millionen Liter Heizöl beziehungsweise dem Strom für rund 3300 Haushalte im Kanton Nidwalden.

Bioeigene Rohstoffe sind ethisch unbedenklich
Die Arbeitsgemeinschaft Biogas Nidwalden, bestehend aus Lukas Tanner, Elektroingenieur, Lukas Arnold, Fachmann für Energie und Technik, sowie Hans z?Rotz, Landwirt, möchte die Produktion von Biogas vorantreiben. Generell unterscheidet man zwischen nachwachsenden und bioeigenen Rohstoffen, erklärte Lukas Tanner. Letztere bestehen aus Hofdünger, Ernteabfällen und Futtermittelreste aus der Landwirtschaft.

Auch Grüngut oder Gastronomieabfälle sind geeignet. Während nachwachsende Rohstoffe wie Raps, Mais, Chinaschilf und Zuckerrüben ethnisch im Clinch mit der Nahrungsmittelproduktion stehen, sind die bioeigenen Stoffe vom Hof unbedenklich, betonte Tanner.

Noch sind viele Fragen offen
Lukas Arnold informierte über die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen. Finanziert wird eine Biogasanlage aus dem Verkauf von Strom und Wärme. Eine gesetzliche Regelung, die im nächsten Jahr in Kraft tritt, garantiert den Betreibern eine kostendeckende Einspeisevergütung von 15 bis 30 Rappen je Kilowattstunde.

Allerdings sind noch viele Fragen offen. Unklar war etwa, wie der Hofdünger in die Biogasanlage und zurück gelangt. Ein weiterer Stolperstein ist laut den Referenten die kleinstrukturierte Landwirtschaft in Nidwalden: Zur Energieproduktion ist eine grosse Menge an Hofdünger nötig. Nun führen viele Landwirte in Nidwalden kleine Betriebe. Die Energieanlagenbetreiber müssten deshalb mit einer relativ grossen Anzahl Bauern Verträge abschliessen.

In zwei Jahren soll die erste Anlage stehen
Eine Machbarkeitsstudie, die zur Hälfte vom Kanton finanziert wird, soll bis im kommenden September Aufschluss über die Realisierbarkeit aufzeigen. Das Ziel, so Lukas Arnold, ist klar: «Wir möchten in zwei Jahren die erste Anlage realisieren.»

Richard Greuter

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.