Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Energiewende setzt das Elektrizitätswerk Nidwalden unter Strom

Elektromobilität, Atomausstieg: Das Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) fühlt sich für die Energiezukunft gerüstet. Die Unternehmensspitze spricht aber nicht nur von Chancen, sondern auch von grossen Herausforderungen.
Matthias Piazza
Silvio Boschian, EWN-Verwaltungsratspräsident (links), und Direktor Remo Infanger im Unterwerk Fadenbrücke. (Bild: Boris Bürgisser, Buochs, 11. April 2019)

Silvio Boschian, EWN-Verwaltungsratspräsident (links), und Direktor Remo Infanger im Unterwerk Fadenbrücke. (Bild: Boris Bürgisser, Buochs, 11. April 2019)

An einem symbolträchtigen Ort lud das Elektrizitätswerk am Donnerstag zur Bilanzmedienkonferenz – im Unterwerk Fadenbrücke, das innen und aussen in neuem Glanz erstrahlte. Als eines von zwei zentralen Knoten des EWN versorgt es das ganze Industriegebiet Fadenbrücke und die umliegenden Gemeinden mit Strom. Fast vier Millionen investierte das EWN in die Erneuerung.

Erneuerung ist wohl die passende Überschrift für das vergangene Geschäftsjahr des EWN. So folgte auf den langjährigen Direktor Christian Bircher Remo Infanger, der als äusseres Zeichen einer neuen Ausrichtung auch das Erscheinungsbild verändern liess, was sich auch im komplett überarbeiten Webauftritt niederschlug.

Remo Infanger sprach von einem guten abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Jahresgewinn von 9,4 Millionen Franken. 323,9 Millionen Kilowattstunden Strom lieferte das EWN, davon 226,2 Millionen Kilowattstunden im Kanton Nidwalden. Den Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber 2017 begründete Infanger einerseits mit dem warmen Wetter. «Andererseits sprangen ein paar Grosskunden ab.» Unternehmen, die pro Jahr mindestens 100'000 Kilowattstunden Strom beziehen, können ja den Stromanbieter im Gegensatz zu den «kleinen» Kunden wählen. «In der Zwischenzeit konnten wir die Abwanderung stoppen und sogar wieder neue Grosskunden dazugewinnen», sagte Infanger. Auch in puncto Strompreise sei die Talsohle durchschritten worden. «Erstmals nach sechs Jahren konnten wir wieder höhere Strompreise am Markt für die überschüssige Energie im Sommer verlangen.»

254,7 Millionen Kilowattstunden Strom wurde in Nidwalden im vergangenen Jahr verbraucht. Die Zunahme von 1,1 Prozent sei vor allem auf das neue Bürgenstock-Ressort zurückzuführen. Etwa ein Drittel des in Nidwalden vom EWN bezogenen Stroms stammt aus Kernenergie, der Rest aus einheimischer Wasserkraft. 127 Millionen Kilowattstunden Strom produzierten die durch das EWN betriebenen Kraftwerke, das waren 2,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dies wegen der günstigen Witterung. Eines haben die Stromquellen gemeinsam: «Der Kanton Nidwalden wird vollständig mit nahezu CO2-frei produzierten Strom versorgt», hielt Infanger fest. Eine Kategorie «Strom unbekannter Herkunft» gebe es in Nidwalden nicht mehr.

«Die im Mai 2017 vom Schweizer Volk angenommene Energiestrategie 2050 birgt für das EWN Chancen, aber auch echte Herausforderungen», blickte Verwaltungsratspräsident Silvio Boschian in die Zukunft. Insbesondere den damit verbundenen Atomausstieg mache dem EWN zu schaffen. «Schliesslich können wir die Verträge mit dem Kernkraftwerk Gösgen nicht von heute auf morgen kündigen.» Doch arbeite man mit Hochdruck daran, in neue Energiequellen zu investieren.

Ein Auto wird an der Elektrotankstelle des Elektrizitätswerks Nidwalden (EWN) beim Bahnhof Stans mit Strom betankt. (Bild: Matthias Piazza, Stans, 24. Juni 2018)

Ein Auto wird an der Elektrotankstelle des Elektrizitätswerks Nidwalden (EWN) beim Bahnhof Stans mit Strom betankt. (Bild: Matthias Piazza, Stans, 24. Juni 2018)

EWN baut zusätzliche Elektrotankstellen

Auch in der Mobilität steht das EWN unter Strom. So soll das Netz, das zurzeit aus sechs Elektrotankstellen besteht, um fünf Ladestationen ergänzt werden. «Wer soll ökologische Mobilität fördern, wenn nicht wir», erklärt Remo Infanger die Strategie. Allerdings mache sich das EWN Gedanken zur Tatsache, dass der Strom gratis sei. «Nach einer erfolgreichen Testphase mit einer erfreulichen Nachfrage überlegen wir, die hohen Investitionen für Elektrotankstellen benutzergerecht weiterzugeben.»

Das sanierte Unterwerk Fadenbrücke kann am Samstag, 13. April 2019, besichtigt werden (Erlenwäldlistrasse 3, Buochs), www.ewn.ch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.