ENNETBÜRGEN: 105 Jahre: Josy Waser feiert Geburtstag

Heute wird Josy Waser 105-jährig. Und dies in einer beneidenswert guten Verfassung. Mit ihrem Leben ist sie rundum glücklich. Dazu trägt auch Astrid Zwyssig bei.

Matthias Piazza
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Josy Waser feiert ihren hohen Geburtstag heute im Alterszentrum Oeltrotte. (Bild: Matthias Piazza (Ennetbürgen, 20. Januar 2017))

Josy Waser feiert ihren hohen Geburtstag heute im Alterszentrum Oeltrotte. (Bild: Matthias Piazza (Ennetbürgen, 20. Januar 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Gemütlich und zufrieden sitzt Josy Waser-Spichtig auf einem Stuhl auf der Terrasse im zweiten Stock des Alterszentrums Oeltrotte in Ennetbürgen. Sie freut sich über einen Brief, den ihr die Pflegerin gerade mit der Post überreicht hat. Astrid Zwyssig leistet ihr Gesellschaft. «Wir sitzen fast jeden Tag hier», erzählt Josy Waser. Die beiden Damen plaudern dann miteinander, über Gott und die Welt oder auch, was gerade in der Oeltrotte aktuell ist. «Ich bin noch gut beieinander», erzählt Josy Waser zufrieden. Wovon man sich überzeugen kann, wenn man ihr beim Erzählen zuhört.

Spätestens wenn man sich ihren Jahrgang vor Augen führt, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die aufgeweckte Dame ist am 23. Januar 1912 geboren – heute vor 105 Jahren. Damit dürfte sie zu den ältesten Nidwaldnerinnen gehören. Auf diesen Podestplatz angesprochen, gibt sie sich bescheiden. «Ich hoffe einfach, dass ich so gesund bleibe und mich weiterhin mit den Leuten unterhalten kann.»

Dass sie dereinst über 100 Jahre alt würde, hätte sie nie zu träumen gewagt. Ein Rezept oder so, um ein so hohes Alter zu er­reichen, hat Josy Waser nicht. Sie habe einfach seit je ihren Alltag gelebt.

Gefragt, was ihr in ihrem langen Leben speziell in Erinnerung geblieben sei, muss sie nicht lange überlegen: Es sind die vielen Sommer auf der Alp zusammen mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann. Dort kreuzten sich auch zum ersten Mal die Wege der beiden Frauen. Astrid Zwyssig (heute 77-jährig) wirtete damals im Gasthaus auf Niederbauen, wo das Ehepaar Waser häufig einkehrte.

Stolz erzählt Josy Waser auch, dass sie im Flüeli-Ranft aufgewachsen ist, der Heimat von Bruder Klaus. «Bei der Ranftkapelle spielten wir Versteckis», erinnert sie sich schmunzelnd an ihre Kinderzeit zurück.

Schon über 40 Urgrosskinder

Der Liebe wegen verschlug es sie nach Stans. 1935 heiratete sie Paul Waser. Das Paar bewirtschaftete den Hof Mettenweg in Stans. Die Familie wuchs. Sechs Söhne und zwei Töchter kamen auf die Welt. Dazu gesellten sich mit den Jahrzehnten zwei weitere Generationen. Auf 32 Grosskinder und 45 Urgrosskinder ist die Familie angewachsen, wie sie stolz erzählt. Noch immer habe sie zu ihnen einen regen Kontakt.

Auch wenn sie sich gerne an früher zurückerinnere: Heimweh nach dem Flüeli oder nach Stans oder Wehmut über vergangene Zeiten kämen bei ihr nicht auf. Jede Epoche habe ihre guten und schlechten Seiten.

Langweilig wird es ihr in der Oeltrotte nicht. Sie liest, klopft mit Bekannten oder Verwandten einen Jass oder unternimmt mit ihrer Freundin einen Spaziergang draussen im Park. Ihr Wunsch für die Zukunft: «Dass es noch lange so bleibt, wie es ist», meint sie bescheiden. Dem schliesst sich Astrid Zwyssig an und ergänzt: «Hoffentlich bleiben wir noch lange zusammen.» Heute wird erst einmal der hohe Geburtstag gebührend gefeiert, zu dem alle Kinder des Geburtstagskindes eingeladen sind.