ENNETBÜRGEN: Chef kämpft um Asyl für seinen Lehrling

Seit 2010 lebt Farshid Safakhaneh in der Schweiz. Dass der bestens integrierte Lehrling kein Asyl erhalten soll, kann sein Arbeitgeber nicht verstehen.

Red
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Farshid Jahani an seinem Arbeitsplatz: Seine Hoffnung liegt nun auf der Nidwaldner Regierung. (Bild: Renate Metzger)

Farshid Jahani an seinem Arbeitsplatz: Seine Hoffnung liegt nun auf der Nidwaldner Regierung. (Bild: Renate Metzger)

Elektrounternehmer Markus Odermatt lobt seinen Lehrling. Seine Mitschüler sagen, «er ist einer von uns», die Lehrer stellen ihm gute Zeugnisse aus, die Freie Evangelische Gemeinde in Stans und die Persisch-christliche Gemeinde in Zürich freuen sich über sein Engagement.

Doch jetzt soll der bald 30-jährige iranische Kurde die Schweiz verlassen. Am 18. Oktober 2013 – exakt drei Jahre nach Ankunft im Empfangszentrum Kreuzlingen – wurde sein Asylgesuch abgelehnt, am 26. März 2014 die Beschwerde gegen diesen Entscheid abgewiesen. Wenig später erhielt Farshid Jahani ein Schreiben des Bundesamtes für Migration (BfM): Der Asyl- und Wegweisungsentscheid sei rechtskräftig, er, Farshid Jahani, ab sofort von der Sozialhilfe ausgeschlossen – und er müsse die Schweiz bis 29. April 2014 verlassen.

Nach diversen Interventionen bis hinauf zu Bundesrätin Sommaruga wurde der Ausreisetermin inzwischen ausgesetzt. Am Dienstag soll sich die Nidwaldner Regierung mit dem Fall beschäftigen. «Ich verstehe nicht, dass ihm niemand glaubt, dass er wirklich nicht zurückkehren kann», sagt Käthi Gabriel, die im Betrieb die Lehrlinge betreut.