ENNETBÜRGEN: Ennetbürgen präsentiert bessere Rechnung als budgetiert

Die Erfolgsrechnung der Gemeinde schliesst praktisch ausgeglichen. Budgetiert war ein Defizit von 438'000 Franken.

Martin Uebelhart
Drucken
Teilen
So soll das Haus an der Buochserstrasse 6 dereinst aussehen. (Bild: PD)

So soll das Haus an der Buochserstrasse 6 dereinst aussehen. (Bild: PD)

Die Erfolgsrechnung 2016 der Gemeinde Ennetbürgen schliesst bei einem Aufwand von rund 15,86 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von knapp 17'000 Franken. Der Gemeinderat bezeichnet das Resultat in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung als erfreulich. Es sei unter anderem auf den Personalaufwand zurückzuführen, der mit 7,4 Millionen gleich hoch gewesen sei wie im Vorjahr. Budgetiert war eine Steigerung von 120000 Franken. Ebenfalls tiefer als vorgesehen war der Sach- und Betriebsaufwand.

Auf der Einnahmeseite wurde der budgetierte Steuerertrag von 9,43 Millionen um rund 160'000 Franken nicht erreicht. Ausgeglichen wird dies durch die Grundstückgewinnsteuer, die um 180'000 Franken höher ausgefallen ist. Insgesamt war der Aufwand 776'000 tiefer als budgetiert, das entspricht 4,9 Prozent des Gesamtbudgets. Laut dem Gemeinderat ist dieser tiefere Aufwand aufgrund von Projektverschiebungen im Unterhalt, nicht oder tiefer angefallenen Kosten und wiederum einem verantwortungsvollen Umgang mit den Mitteln zu Stande gekommen ist.

Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass trotzdem in der Gemeinde nicht zu Lasten der Qualität gespart werde. Teilweise würden die Kosten in einer späteren Rechnung anfallen, da die Projekte erst 2017 oder später realisiert werden.

Die Nettoinvestitionen betrugen 2016 knapp 2,1 Millionen Franken.

Kredit für Dorfkerngestaltung

Die Gemeindeversammlung hat auch über Sachgeschäfte zu befinden. Mit dem Projekt der Dorfkerngestaltung wird das bestehende Gebäude an der Buochserstrasse 6 abgebrochen und durch ein Zentrumshaus ersetzt (siehe Kasten Kirchgemeindeversammlung). Das neue Gebäude soll weiter in Richtung Westen entstehen. Dadurch entsteht zur Hauptstrasse ein Freiraum, der von Ennetbürgen als neuer Dorfplatz genutzt werden kann. Erstellt wird der Platz durch die politische Gemeinde.

Nach den Vorstellungen der Gemeinde soll der Platz offen gestaltet werden und gleichzeitig mit einer zeitgemässen Infrastruktur (Strom, Wasser, Beleuchtung, Schächte) erschlossen werden. Im Auftrag der Gemeinde hat die Freiraum Architekten GmbH ein Projekt ausgearbeitet. Die gesamte Umgebung soll in das Dorfbild eingegliedert werden. So sieht die Bepflanzung dorfeinwärts beim Jubla-Haus sowie nördlich und westlich des Neubaus Rasen und Heckenkörper vor. Hochstammbäume brechen optisch die Silhouetten der Gebäude und verbinden zur einheitlichen Erscheinung. Der Gemeinderat beantragt für die Gestaltung des Dorfplatzes einen Kredit von 350000 Franken.

Weiter befindet die Gemeindeversammlung über die Einbürgerungsgesuche einer Portugiesin und eines Deutschen.

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Gemeindeversammlungen: Freitag, 19. Mai, Mehrzweckhalle. 19.30 Uhr röm.-kath. Kirchgemeinde, 20.15 Uhr politische Gemeinde.

Information Dorfkerngestaltung Samstag, 13. Mai, 9–12 Uhr im Gemeindesaal.

Kirchgemeinde will sich an neuem Zentrumshaus beteiligen

Ennetbürgen Anstelle der heutigen Liegenschaft soll an der Buochserstrasse 6 ein neues Gebäude entstehen. Im Erdgeschoss sind das Pfarreizentrum und das Kirchensekretariat untergebracht. Beide Bereiche sind direkt ab dem Dorfplatz erschlossen. Das Foyer kann bei Bedarf mittels Schiebefensterelementen zum Platz hin grosszügig geöffnet werden. In den drei Obergeschossen sind insgesamt neun behindertengerechte Familienwohnungen geplant. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit der drei Körperschaften Korporation, Kirch- und politische Gemeinde. Die Korporation ist die Bauherrin, die Kirchgemeinde gibt das Land kostenlos im Baurecht, und die politische Gemeinde gestaltet den entstehenden Dorfplatz. Die gesamten Baukosten inklusive Projektierungskredit betragen 8,93 Millionen Franken. Die Kirchgemeinde beabsichtigt, für 4,3 Millionen Franken das Erd- und das erste Obergeschoss zu erwerben. Der Kauf ist einer von drei Anträgen des Kirchenrates an die Kirchgemeindeversammlung. Weiter will die Kirchgemeinde das Baurecht kostenlos an die Genossenkorporation abgeben, und der politischen Gemeinde soll ein unbefristetes Nutzungsrecht des Zentrumsplatzes eingeräumt werden. Deutlich mehr Überschuss als erwartet Die Erfolgsrechnung 2016 der Kirchgemeinde weist einen Ertragsüberschuss von knapp 95 000 Franken aus. Budgetiert war ein Überschuss von 26 000 Franken. Wie der Kirchenrat in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung festhält, konnte der betriebliche Aufwand um 35 000 Franken tiefer gehalten werden, während der betriebliche Ertrag um 22 000 Franken höher lag. In Zukunft zu berücksichtigen sei, dass die Steuereinnahmen leicht gesunken sind. (mu)