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ENNETBÜRGEN: Heimisches Brauchtum hält im Schulzimmer Einzug

Der reguläre Stundenplan ist ausser Kraft gesetzt. Stattdessen widmen sich die rund 400 Schüler dem heimischen Kulturgut – und dies auf lebhafte und unkonventionelle Weise.
Matthias Piazza
Die Kollegen beim «Bäsele» (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetbürgen, 27. März 2018))

Die Kollegen beim «Bäsele» (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetbürgen, 27. März 2018))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Im Hintergrund läuft ein Video mit Teffli-Rally-Kultfigur Kari Kreidler und dem Trio St. Jakob aus Ennetmoos. Die urchigen, lüpfigen Klänge geben an diesem Dienstagnachmittag sprichwörtlich den Takt an. Rund 20 Schüler der fünften und sechsten Klasse lassen sich von den Musikanten inspirieren. Im Takt schlagen sie Holzlöffel aneinander – und machen so Musik. «Leffele», «chlefele», «tätschlä» und «bäsele» stehen an diesem Nachmittag auf dem Stundenplan dieser speziellen Woche.

«Man kann tolle Musik damit machen», findet Nevis Ludewig, der dieses «komische Instrument» schon vom Schwarzwald her kannte. Auch für Noah Schneeberger ist «Leffele» nicht etwas komplett Neues. «Aber ich habe trotzdem Neues gelernt, etwa, dass man in verschiedenen Takten ‹Leffele› kann.» Cool findet er auch, dass der reguläre Unterricht in dieser Woche ausfalle.

Horizonterweiterung für die Schüler

«Die Kinder lernen fantastisch gut», zieht Lehrer Armin Würsch Zwischenbilanz, der die Schüler in die Geheimnisse des Schweizer Volksmusik einweiht. Er betrachtet eine solche Projektwoche als Horizonterweiterung: «Kinder, die vorher noch nie mit Volksmusik in Berührung kamen, lernen sich von einer ganz neuen Seite kennen.»

Der normale Schulalltag ist in dieser Woche vor Ostern für alle rund 400 Ennetbürger Schüler – vom Kindergarten bis zur neunten Klasse – ausser Kraft gesetzt. Statt Mathematik oder Französisch stehen in diesen vier Tagen Lektionen auf dem Stundenplan, die sich rund um «Eysi Heimat» drehen, ein Thema, das die Ennetbürger Schule das ganze Jahr über begleitet. Die Projektwoche widmet sich ganz dem Nidwaldner Kulturgut. So lernen die Schüler auch jassen, kochen einheimische Gerichte, versuchen sich als Schwinger oder wandern auf den Spuren ihrer Vorfahren. Seilziehen, Fahnenschwingen und Trachtentanz sind weitere Highlights.

«Es ist cool, mal etwas Neues auszuprobieren»

Im Werkraum werden aus einem Stück Holz filigrane Kühe. Werklehrer Bebbi Imhof führt die Oberstufenschüler in die Kunst des Holzschnitzens ein. Schüler Jan Dönni hat die Formen schon fast vollständig herausgearbeitet. Nur der letzte Schliff fehlt noch. «Es ist cool, mal etwas Neues auszuprobieren», findet er. Seine Kollegin Sandra Dönni hat sich das Schnitzen einfacher vorgestellt, doch nun gehe es voran.

«Das Thema Heimat gibt sehr viel her und ist es wert, dass wir uns ihm das ganze Jahr über in verschiedenen Projekten widmen», erklärt Gesamtschulleiter Marc Zängerle. «In unserer Schule gehen Kinder aus ganz verschiedenen Nationen ein und aus. 23 verschiedene Sprachen treffen aufeinander», erläutert er. «Da finden wir es besonders wichtig, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern die Ennetbürger und Nidwaldner Werte näherbringen.»

Sarah beim Schnitzen einer Holzkuh, Noah (gestreifter Pullover) (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetbürgen, 27. März 2018))

Sarah beim Schnitzen einer Holzkuh, Noah (gestreifter Pullover) (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetbürgen, 27. März 2018))

Lehrer Armin Würsch im Workshop Volksmusik. (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetbürgen, 27. März 2018))

Lehrer Armin Würsch im Workshop Volksmusik. (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetbürgen, 27. März 2018))

Schüler beim gemeinsamen Jassen (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetbürgen, 27. März 2018))

Schüler beim gemeinsamen Jassen (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetbürgen, 27. März 2018))

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