Ennetbürgen sucht Ideen für die Schiffsstation 

Die Bevölkerung von Ennetbürgen darf nach einem Ideenwettbewerb über die Zukunft ihrer Schiffsstation mitbestimmen.

Philipp Unterschütz
Drucken
Teilen
Die Schiffstation Ennetbürgen. (Bild: Ruedi Wechsler, 25. November 2019)

Die Schiffstation Ennetbürgen. (Bild: Ruedi Wechsler, 25. November 2019)

Der Zahn der Zeit nagt an der Schiffsstation in Ennetbürgen, sie ist sanierungsbedürftig. Seit 1903 ist die Gemeinde dank der Station auch über den See erschlossen. Über 2100 Personen benützen die Station jährlich im Durchschnitt. Im vergangenen Jahr waren es sogar über 3500, der Anstieg ist aber vermutlich darauf zurückzuführen, dass die Station Buochs wegen Sanierungsarbeiten gesperrt war. Täglich halten von Mitte April bis Mitte Oktober zwei Schiffe der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee SGV (am Morgen eines Richtung Luzern und am Abend eines Richtung Beckenried/Brunnen). Im Sommer zusätzlich ein Drittes am Vormittag Richtung Beckenried.

«Für den Gemeinderat ist es extrem wichtig, dass Ennetbürgen ans Netz der SGV angeschlossen bleibt», erklärt Gemeinderat Alfred Gabriel. «Die SGV hat uns in Gesprächen zugesichert, dass das Angebot mittelfristig mindestens gleich bleibt.» Man sei über die Schiffskurse vor allem aus touristischer Sicht sehr froh, sagt Gabriel und verweist auf die Wanderwege, die von Ennetbürgen aus auf den Bürgenberg führen.

Gleichzeitige Sanierung von Steg und Liegenschaft

Um das Angebot aufrecht zu erhalten, ist nun aber eine Sanierung der Liegenschaft mit Landungssteg und dem Gebäude mit Nebenräumen und einer Wohnung nötig. «Das Fundament ist in einem schlechten Zustand», erklärt Alfred Gabriel. Man habe deshalb bereits im Herbst 2018 Sofortmassnahmen getroffen. «Zum Schutz der Ufermauer und des Fundaments gegen Wellenschlag haben wir unter Wasser lose Stahlplatten neu befestigt.»

Die SGV will in absehbarer Zeit den Steg, der noch in ihrem Besitz ist, sanieren und danach wohl an die Gemeinde abtreten, wie dies bereits in Buochs geschehen ist. Für die Gemeinde wäre es deshalb ideal, wenn gleichzeitig die ganze Liegenschaft saniert würde. «Hinsichtlich des Fundaments müssen wir aber wissen, wie das Gelände genutzt wird. Es ist entscheidend, was darauf gebaut wird», betont Alfred Gabriel.

Im Herbst hat der Gemeinderat einen Ideenwettbewerb gestartet. Fünf von acht eingeladenen Architekturbüros aus der Region beteiligen sich. «Einzige Vorgabe ist, dass der Landungssteg erhalten und weiter in Betrieb bleiben muss», so Gabriel. «Wir haben den Ideenwettbewerb bewusst sehr offen gelassen. Wir sind für eine künftige Nutzung der Parzelle offen, es können also Ideen für eine Sanierung eingereicht werden, aber auch solche, die eine Neukonzipierung vorsehen.» Die Nutzung solle aber für die Öffentlichkeit ein attraktives Angebot darstellen. Erwartet wird auch eine Kostenschätzung.

Bürgermeinung fliesst in Entscheidung ein

Im Rahmen der Ausstellung sind die Ennetbürgerinnen und Ennetbürger eingeladen, ihre Meinung zu den Projekten auf einem Formular zu äussern. «Wir werden ihre Bewertungen sicher einfliessen lassen, wenn der Gemeinderat als Jury abschliessend über ein Siegerprojekt entscheidet», verspricht Alfred Gabriel. Bis im März 2020 will der Gemeinderat das Siegerprojekt küren. Basierend darauf soll danach ein Projektwettbewerb folgen. Bis wann die Schiffsstation dann wirklich fertig sei, könne man angesichts der verschiedenen nötigen Verfahren nicht abschätzen, meint Gemeinderat Alfred Gabriel.

Donnerstag, 9. Januar 2020, 19 Uhr: Vernissage der Ergebnisse des Ideenwettbewerbs im alten Werkhof an der Friedenstrasse 6. Die Ausstellung dauert vom 7. bis 26. Januar 2020.