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ENNETBÜRGEN: Kanton Nidwalden will Durchfahrtsrecht erzwingen

Die Regierung hat eine alternative Linienführung für die Buslinie zum Bürgenstock-Resort verworfen. Die ursprüngliche geplante Strecke soll nun umgesetzt werden, trotz Gegenwehr von Anwohnern.
Ein Postauto bei der Haltestelle Post in Ennetbürgen. Im Hintergrund die Bürgenstockstrasse. (Bild: Corinne Glanzmann (7. März 2018))

Ein Postauto bei der Haltestelle Post in Ennetbürgen. Im Hintergrund die Bürgenstockstrasse. (Bild: Corinne Glanzmann (7. März 2018))

Bisher wurde nichts aus der neuen Postautolinie von Ennetbürgen bis zum Bürgenstock-Resort. Diese hatte der Regierungsrat zusammen mit einem Angebotsausbau auf der Linie Stansstad–Obbürgen–Bürgenstock bereits 2014 in einem Grundsatzentscheid beschlossen, um den Mehrverkehr nach der Eröffnung des Resorts zu bewältigen. Während der Angebotausbau umgesetzt ist, verweigern die Eigentümer einer Privatstrasse standhaft die Durchfahrt und verhinderten damit die neue Postautolinie. Es geht um eine Strecke von rund einem halben Kilometer zwischen dem öffentlichen Parkplatz Honegg und dem Restaurant Trogen. Mehrere Gespräche zwischen Eigentümern und Kanton blieben ergebnislos. Obwohl der damalige Baudirektor Hans Wicki 2016 noch sagte, die Pläne würden in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht weiterverfolgt, wird nun der Druck auf die Eigentümer wieder zunehmen.

Alternative geprüft und verworfen

Mit einer Interpellation im Landrat brachte nämlich Josef Odermatt-Infanger, CVP Ennetbürgen, die Buslinie wieder aufs Tapet und forderte, dass sie nun umgesetzt wird. Angesichts des Widerstands der Strasseneigentümer machte er auch gleich einen Vorschlag für eine alternative Linienführung. Diese hat die Regierung mittlerweile vom Amt für Mobilität prüfen lassen – und wieder verworfen. Zwar sei sie grundsätzlich mit dem Bus befahrbar, wenn man die Kurve beim Schreinerhaus ausbaue, schreibt die Regierung in einer Mitteilung. Der Bus fahre aber bei dieser Variante rund 400 Meter mehr auf dem Spazierweg Bürgenstock–Honegg. «Das ist wesentlich, weil der Wanderweg sehr frequentiert ist und es deshalb zu einer grösseren Beeinträchtigung der Passanten führt», betont Baudirektor Josef Niederberger auf Anfrage. In Absprache mit dem Gemeinderat Ennetbürgen hätte man diese Linienführung auch deshalb fallen gelassen. Wie die Regierung in der Mitteilung weiter schreibt, wären zudem die gleichen Strasseneigentümer betroffen wie bei der ursprünglichen Linienführung. Es sei davon auszugehen, dass sie auch gegen diese Variante seien.

Kanton will sich nun durchsetzen

Die Regierung will eine rasche Einführung der neuen Buslinie Bürgenstock–Ennetbürgen auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2019. «Wir wollen bis Mitte 2019 den Beschluss für den Rahmenkredit 2020/21 für das ÖV-Angebot und die Festlegung der neuen Verkehrslinie prüfen und dem Landrat im Herbst 2019 zur Festsetzung vorlegen», erklärt Josef Niederberger. Die Chancen stehen gut, hat doch der Landrat die Linie bereits im Rahmenkredit 2016/17 genehmigt. Parallel dazu werden die Planung der Anpassungen an der Strasse und die vertragliche Festschreibung der Durchfahrt, des Unterhalts und Betriebs der Strecke vorbereitet. «Wir sind weiterhin im Gespräch mit den Grundeigentümern und möchten ihre Zusage so erwirken», betont Josef Niederberger, lässt aber auch keinen Zweifel daran, dass der Kanton entschlossen sei, die Linie durchzusetzen. In der Medienmitteilung heisst es: «Sollten die Strasseneigentümer auch nach dem Landratsbeschluss eine Durchfahrt des Busses ablehnen, werden die rechtlichen Möglichkeiten von Kanton und Gemeinde ausgeschöpft.» Das könnte also gar ein Enteignungsverfahren bedeuten.

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch

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