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ENNETBÜRGEN: Küchenchef sorgt für gute Laune der «Oeltrotte»-Bewohner

Küchenchef Georg Gottwald und sein Team spielen eine Hauptrolle im Alterszentrum Oeltrotte. Die grosse Herausforderung: jeden Tag ein anderes Menü.
Matthias Piazza
Seit 25 Jahren in der «Oeltrotte»: Küchenchef Georg Gottwald bereitet das Dessert vor. (Bild Matthias Piazza)

Seit 25 Jahren in der «Oeltrotte»: Küchenchef Georg Gottwald bereitet das Dessert vor. (Bild Matthias Piazza)

Matthias Piazza

In der kleinen, aber gut eingerichteten Küche herrscht Hochbetrieb. Küchenchef Georg Gottwald bereitet mit einem dreiköpfigen Team das Mittagessen vor. Rüebli­suppe mit Honig, gemischter Salat, Chügelipastetli mit Pommes frites und als Dessert Schoggi­creme stehen an diesem Mittwochmittag auf dem Menüplan des Alterszentrums Oeltrotte in Ennetbürgen, das am Sonntag sein 30-Jahr-Jubiläum feiert (siehe Hinweis).

Es läuft organisiert, Hand in Hand. Und das muss es auch. In einer Stunde gehen hier rund 70 Mahlzeiten über die Theke. «Jeder Tag ist eine neue Herausforderung», beschreibt Georg Gottwald seinen Job. Wer denkt, in einem Altersheim zu kochen, sei ein 08/15-Kantinen­job, irrt. «Unsere Gäste essen jeden Tag bei uns, entsprechend anspruchsvoller ist die Menügestaltung. Die Bewohner wollen ja nicht immer dasselbe essen.»

Auch pürieren oder schneiden

Doch nicht nur um der Abwechslung willen ist die Kreativität der Küchenbrigade gefordert. «Auf Wunsch pürieren wir das Essen oder schneiden es in kleine Stücke.» Wenn jemandem das Tagesmenü nicht zusagt, kann er auch auf den Wochenhit zurückgreifen – diese Woche ein Schweins-Cordon-bleu mit Pommes frites. Und Geburtstagsjubilare dürfen das Tagesmenü für alle wählen. Auch Zimmerservice ist im Angebot: Wenn jemand nicht im Speisesaal essen kann oder will, wird ihm das Essen aufs Zimmer gebracht – der Service ist kostenlos, falls medizinische Gründe vorliegen.

Generell stehen auf dem Speiseplan Gerichte, welche die Bewohner von früher kennen – so etwa Braten mit Voressen oder Kartoffelstock. Zum Zmorge fährt die Küchenmannschaft mit einem fahrenden Frühstücksbuffet zu den Tischen der Bewohner.

Mit vielen per du

«Wir sind eine grosse Familie», beschreibt Georg Gottwald das Verhältnis zu den 47 Bewohnern des Alterszentrums. Viele sind mit ihm per du. Überhaupt pflege er einen sehr intensiven Kontakt zu seinen Gästen, zeige sich täglich im Speisesaal. Der gebürtige Deutsche, der vor 30 Jahren der damaligen Liebe wegen in die Schweiz kam, hätte sich nie träumen lassen, 25 Jahre in der «Oeltrotte» zu arbeiten. Zuvor arbeitete er unter anderem in Flims und auf dem Titlis, wo er täglich für Tausende von Leuten kochte. Was er an der «Oeltrotte» schätzt, ist, dass er seine Gäste viel besser kennen lernen kann als in Gourmettempels, wo man die Gäste in der Regel nicht täglich sieht. «Die Herausforderung, hier zu kochen, ist genauso gross wie etwa auf dem Bürgenstock.»

Essen sei mehr als nur Verpflegung, besonders in einem Alterszentrum, betont Geschäftsleiter Charly Pichler. «Die Mahlzeiten geniessen bei unseren Bewohnern einen sehr hohen Stellenwert, sind das Highlight das Tages, stellen eine Abwechslung in ihrem Alltag dar und haben auch einen gesellschaftlichen Wert.» Entsprechend wichtig sei, dass das Essen schmecke und auch dem Auge gefalle. In den meisten Fällen gelinge dies, weiss Gottwald. «Unsere Bewohner sind direkt, melden sofort zurück, wenn ihnen das Essen nicht schmeckt. Oder es kommt an der zweijährlichen Bewohnersitzung zur Sprache. Die meist weiblichen Bewohner haben früher selber gekocht und nehmen gerne zu unseren Kochkünsten Stellung.» In diesem Zusammenhang erinnert er sich an das Beispiel mit den Wienerli, die die Bewohner als Alternative zum regulären Abendessen bestellen können. «Es kommt vor, dass die Wienerli platzen, wenn man sie im Gehetze zu spät aus dem Wasser nimmt. Das führte auch schon zu einem kleinen Drama», meint Gottwald halb im Scherz.

Auch bei Auswärtigen beliebt

Seine Küche geniesst mittlerweile weit über das Alterszentrum hinaus einen ausgezeichneten Ruf. 70 bis 100 Mahlzeiten werden täglich in der «Oeltrotte»-Küche zubereitet. Rund zwölf Kilo Fleisch und etwa zwei Harassen Gemüse werden täglich verarbeitet. Denn auch Firmen sind hier mittags zu Gast. Daneben werden Geburtstagsfeiern, Bankette und Vereinsanlässe in der Cafeteria Oeltrotte gebucht. Und mindestens ein halbes Dutzend Mahlzeiten wird täglich per Schülerkurier zu den Leuten nach Hause geliefert. Geschäftsleiter Charly Pichler sieht in der Öffnung des Restaurants mehrere Vorteile. «Die Schwelle für einen späteren Eintritt ins Alterszentrum wird so abgebaut. Zudem ist der öffentliche Restaurationsbetrieb auch finanziell interessant.»

Hinweis

Am Sonntag, 18. September, feiert das Alters­zentrum Oeltrotte von 9.30 bis 17 Uhr das 30-Jahr- Jubiläum – mit Attraktionen, Festakt, Volksapéro und Bankett. www.oeltrotte.ch

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