Ennetbürgen
Mit Herzblut im Einsatz für Menschen in Kenia

Ein Volontäreinsatz in Kenia gab die Initialzündung: Seither setzen sich Brigitte Spielhofer und Alois Gasser aus Ennetbürgen mit viel Herzblut für Menschen im kenianischen Rafiki ein, indem sie ein dort ansässiges Hilfswerk finanziell unterstützen.

Irene Infanger
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Brigitte Spielhofer Gasser und Alois Gasser (Ennetbürgen) engagieren sich seit zehn Jahren für die Stiftung Rafiki wa Maendeleo Trust in Kenia.

Brigitte Spielhofer Gasser und Alois Gasser (Ennetbürgen) engagieren sich seit zehn Jahren für die Stiftung Rafiki wa Maendeleo Trust in Kenia.

Bild: Irene Infanger (Ennetbürgen, 15. Juni 2022)

Rund 110 Mitglieder zählt der Verein Hoffnung auf morgen Rafiki Kenia (HAM) mit Sitz in Nidwalden. Es handelt sich um einen reinen Gönnerverein. Seine einzige Aufgabe besteht darin, Geld für das Hilfswerk Rafiki wa Maendeleo Trust in Westkenia zu sammeln. In den vergangenen zehn Jahren finanzierten die Stamm- und Gönnermitglieder des Vereins sowie Donatoren und Sponsoren rund 15 Prozent der jährlichen Betriebskosten der Rafiki-Stiftung. «Das sind jährlich rund 100’000 Franken, die nach Kenia fliessen», sagt Alois Gasser aus Ennetbürgen. Er ist es, der mit Adleraugen und einem Gespür fürs Detail darauf schaut, dass die Gelder aus der Schweiz an den richtigen Ort gelangen. «Die meisten Vereinsmitglieder konnten durch das Beziehungsnetz der Vereinsführung gewonnen werden. Das Vertrauen ist also gross, dass das Geld richtig eingesetzt wird», erläutert Gasser.

Mehrmals nach Kenia gereist

Er und seine Frau Brigitte Spielhofer Gasser haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht, sich für dieses kenianische Hilfswerk einzusetzen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem sie nicht in Kontakt mit der Stiftung stehen oder für den Verein weibeln. Gesucht haben sie diese Aufgabe nicht, die Tätigkeit sei vielmehr aus Zufall entstanden. «2009 stellte Stiftungsgründerin Michèle Ostertag dem Lions Club das Hilfswerk vor. Wir waren auf Anhieb von ihrer Arbeit und ihren Zielen sehr beeindruckt», erinnert sich Alois Gasser. 2011 schliesslich reiste Brigitte Spielhofer Gasser für zwei Monate nach Kenia und arbeitete vor Ort als Volontärin.

«Ich lernte dort auf einfachste Weise zu leben und die Sorgen und die Nöte der einheimischen Bevölkerung kennen. Gleichzeitig konnte ich mich auch von der sinnvollen und zielstrebigen Arbeit von Michèle Ostertag und ihrem Team überzeugen»,

sagt Spielhofer. Es war die Initialzündung zur Gründung des Nidwaldner Gönnervereins Hoffnung auf morgen Rafiki Kenia, jährliche Reisen nach Kenia kamen hinzu. Spielhofer übernahm das Präsidium, während Anita Hüsler, Esther Waser, Christine Rebsamen und der Ennetbürger Diakon Elmar Rotzer den weiteren Vorstand vervollständigten. Ziel war und ist es bis heute, jährlich rund 100’000 Franken an die kenianische Stiftung zu überweisen.

Die Ennetbürgerin Brigitte Spielhofer Gasser war schon mehrmals in Kenia, während eines zweimonatigen Aufenthalts stand sie zudem als Volontärin im Einsatz.

Die Ennetbürgerin Brigitte Spielhofer Gasser war schon mehrmals in Kenia, während eines zweimonatigen Aufenthalts stand sie zudem als Volontärin im Einsatz.

Bild: Rafiki wa Maendeleo Trust/PD

In erster Linie fliesst das Geld in den alltäglichen Betrieb. «Die grösste Sorge bereitet Michèle Ostertag die nachhaltige Finanzierung des laufenden Betriebes der Organisation und ihrer vielfältigen Hilfs- und Schulungsprogramme», erklärt Alois Gasser. Kern des Hilfswerks ist ein zentrales Trainingszentrum. In diesem schulen Sozialhelfer und Lehrer an den örtlichen Dorfschulen Lehrpersonen und Kinder in Sachen Hygiene, Gesundheit, Kinderrechte und Aidsprävention. Daraus hat sich ein gemeindeübergreifendes Netzwerk mit 36 Dörfern gebildet, das im Speziellen auch die rund 2500 Waisenkinder betreut und fördert. Im Trainingszentrum werden aber auch junge Erwachsene ausgebildet: Sie erhalten dort eine solide Grundausbildung als Schreiner, Schneiderinnen, Coiffeuse, Maurer, Elektrikerin, Schlosser oder im Bereich Gartenbau und Informatik. Rund 40 einheimische Angestellte und jeweils rund vier Volontäre zählt das Hilfswerk.

Im Trainingszentrum erlernen junge Erwachsene den Schneiderberuf (Bild) und Grundausbildungen anderer Berufsrichtungen.

Im Trainingszentrum erlernen junge Erwachsene den Schneiderberuf (Bild) und Grundausbildungen anderer Berufsrichtungen.

Bild: Rafiki wa Maendeleo Trust/PD

Stiftungsgründerin besucht den Jubiläumsanlass

Brigitte Spielhofer spricht mit Herzblut, wenn sie über ihr Engagement für das kenianische Hilfswerk spricht.

«Wir wollen etwas zurückgeben an Menschen, die unter äusserst schwierigen Umständen leben müssen.»

Und so denken auch viele Vereinsmitglieder und Sponsoren, feiert der Verein am Donnerstag, 23. Juni, mittlerweile sein Zehn-Jahr-Jubiläum. Stiftungsgründerin Michèle Ostertag wird für den Jubiläumsanlass extra in die Schweiz reisen und über die tägliche Arbeit und die Entwicklung in den vergangenen Jahren berichten. Zwei Volontärinnen werden zudem über die Umsetzung eines Solarprojekts – initiiert durch den Nidwaldner Gönnerverein – berichten. «Der Anlass ist öffentlich. Wir würden uns freuen, wenn viele Interessierte vorbeischauen», sagt Brigitte Spielhofer und macht bereits auf den nächsten Vereinshöhepunkt aufmerksam: eine Vereinsreise nach Kenia im kommenden Februar.

Die Jubiläums-GV samt Vorträgen findet am Donnerstag, 23. Juni, ab 18 Uhr im Pfarreizentrum St.Anton in Ennetbürgen statt. Der Anlass ist öffentlich. Weitere Infos unter www.ham-rafiki.ch.