ENNETBÜRGEN: Roboter erobern den Unterricht

Auch in Nidwalden halten programmierbare Roboter im Unterricht Einzug. Ein Fachberater für Medien und Informatik bildet Lehrer der 5. bis 9. Klassen aus. An der Schule Ennetbürgen ist man begeistert.

Marion Wannemacher
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Die 6. Klasse von Karin Achermann befasst sich mit der Roboter-Programmierung. (Bild: PD)

Die 6. Klasse von Karin Achermann befasst sich mit der Roboter-Programmierung. (Bild: PD)

Marion Wannemacher

<span class="mail_autor">marion.wannemacher@</span><span class="mail_autor">nidwaldnerzeitung.ch</span>

«Das Robotikprojekt ist sehr attraktiv für alle Beteiligten», lautet schon jetzt das Fazit von Marc Zängerle, dem Gesamtschulleiter der Schule Ennetbürgen. «Für die Lehrpersonen, weil sich die Kinder sehr schnell begeistern lassen, für die Kinder, weil es die Kreativität fördert und weil sie gleich am Roboter überprüfen können, ob ihre Programmierung funktioniert. Sie lernen spielerisch verschiedene Fertigkeiten», so Zängerle.

In Nidwalden gilt die Schule Ennetbürgen punkto Informatik als eine Vorzeigeschule. Lehrer Sandro Jöri, der im Kanton Fachberater in Medien und Informatik ist, setzt sich seit Jahren für die Digitalisierung an seiner Schule ein. Vor drei Jahren wurden erste Tablets als Pilotprojekt eingeführt, seit diesem Sommer nun verfügen sämtliche Schüler der Oberstufe über persönliche Ta­blets, in der Mittelstufe haben alle Klassen Zugang zu Notebooks. Arbeitsaufträge erhalten die Schüler via E-Mail oder als Termine respektive Aufgaben im Outlook wie später in der Geschäftswelt auch. Die Schule verfügt gar über einen 3-D-Drucker.

Brandneu seit diesem Sommer gibt es nun das Robotikprojekt. Die Obwaldner Firma Maxon Motor AG unterstützt die Anschaffung der Roboter finanziell, der Kanton Nidwalden leistet einen kleinen Beitrag. Das Projekt macht beispielsweise auch in Obwalden Schule (wir berichteten).

Fachberater ist vom Erfolg des Projekts überzeugt

Der Kanton Nidwalden verfüge über sechs Sets mit 38 Robotern, weiss Jöri. Diese gehören in den Bestand des didaktischen Zen­trums in Stans und werden von da an die Schulen ausgeliehen. Bereits hat er an die 20 Lehrpersonen der 5. bis 9. Klassen geschult, bis Ende Monat sollen noch weitere 20 ausgebildet werden. «An jeder Schule soll ein Experte pro Stufe ausgebildet werden und sein Wissen an seine Kollegen weitergeben.» Faszinierend findet Sandro Jöri, dass das Arbeiten mit dem Roboter «Thymio II» niveaugerecht auf drei verschiedenen Levels passiere. Erst danach entstehe der freie kreative Prozess, in dem sich der Schüler seine Aufgaben selbst stelle. «Der Roboter lässt sich mit Lego zum Helikopter umbauen, er kann auch zeichnen, wenn man einen Stift an ihm installiert.»

In Ennetbürgen verlässt heuer der erste Jahrgang des Tablet-Pilotprojekts die Schule. Welche Berufe sie auch immer ergreifen: «Ich bin überzeugt, dass sie profitieren werden», so Jöri.