Ennetbürgen
74-jähriges Stationsgebäude bleibt den Ennetbürgern erhalten

Die Schiffsstation wird nur saniert. Der geringe Schiffsverkehr rechtfertigt keinen Neubau, findet der jetzige Gemeinderat.

Matthias Piazza
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Die Schiffsstation Ennetbürgen wird bloss saniert.

Die Schiffsstation Ennetbürgen wird bloss saniert.

Bild: Ruedi Wechsler (25. November 2019)

Das Gebäude, wo man in Ennetbürgen ins SGV-Schiff einsteigt, stammt aus dem Jahr 1947. Der Zahn der Zeit nagt. Es ist sanierungsbedürftig. Zusammen mit dem Fundament und dem Schiffssteg soll es dieses Jahr saniert werden. Die Fassade soll besser gedämmt und auch die Wohnung saniert werden. Dafür hat der Gemeinderat im Budget eine halbe Million vorgesehen und 80'000 Franken für den Steg. Weil das Fundament in einem schlechten Zustand war, traf man bereits im Herbst 2018 Sofortmassnahmen. Stahlplatten wurden zum Schutz der Ufermauer und des Fundaments gegen Wellenschlag neu befestigt.

Der Gemeinderat hatte im November 2019 einen Ideenwettbewerb für eine neue Schiffsstation lanciert. Acht Architekturbüros aus der Region beteiligten sich daran. Sechs Ergebnisse wurden schliesslich der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der «neue» Gemeinderat setzt auf Sanierung

Und nun wird keine dieser Ideen realisiert. «Den Ideenwettbewerb lancierten unsere Vorgänger und wollten damit eine Auslegeordnung machen, was an diesem Standort realisierbar wäre», sagt Mario Röthlisberger, der wie die meisten Mitglieder des Ennetbürger Gemeinderates seit Sommer vergangenen Jahres im Amt ist. «Die wenigen Kurse rechtfertigen unserer Meinung nach nicht einen teuren Neubau. Im Zusammenhang mit dem Freiraumkonzept wird der Fokus des öffentlichen Seezuganges auf das Gebiet Seeplätzli/Schlüsselbucht gelegt.»

Täglich halten von Mitte April bis Mitte Oktober zwei Schiffe der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) in Ennetbürgen: am Morgen eines Richtung Luzern und am Abend eines Richtung Beckenried/Brunnen, im Sommer zusätzlich ein drittes am Vormittag Richtung Beckenried. Dass die SGV den Fokus auf Beckenried legt – und damit die meisten Schiffe Buochs und Ennetbürgen links liegen lassen –, sei aus betriebswirtschaftlicher Sicht der SGV für ihn nachvollziehbar, weil die Schiffe sonst einen Umweg fahren müssten, so Röthlisberger. Jedoch sei es für den Gemeinderat wichtig, dass die SGV auch die Gemeinde Ennetbürgen weiterhin anfahre und in die weitere Planung miteinbeziehe. Nach der Sanierung des Hauses und des Steges sei die Liegenschaft für die nächsten Jahre wieder auf dem neuesten Stand, hält Mario Röthlisberger fest.