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ENNETBÜRGEN: Seilziehen in die gleiche Richtung hat sich gelohnt

Dem Strassendorf am Vierwaldstättersee erfüllt sich ein alter Wunsch: Weil drei Jungendkameraden als Präsidenten von Gemeinde, Kirche und Korporation am gleichen Strick zogen, entsteht ein attraktives Dorfzentrum.
Romano Cuonz
Albert Gabriel, Pius Odermatt und Peter Truttmann freuen sich über ihren politischen Erfolg. (Bild: Romano Cuonz (Ennetbürgen, 19. Mai 2017))

Albert Gabriel, Pius Odermatt und Peter Truttmann freuen sich über ihren politischen Erfolg. (Bild: Romano Cuonz (Ennetbürgen, 19. Mai 2017))

«In unserer Schulzeit haben wir uns in Turnstunden gar oft im Seilziehen gemessen, manchmal auf der gleichen Seite, manchmal auch gegeneinander», schmunzelt Kirchgemeindepräsident Pius Odermatt. Seine beiden ­alten Kameraden lachen spitzbübisch: Gemeindepräsident Peter Truttmann und Albert Gabriel als Präsident der Korporationsgenossen. «Mit Albert war ich in der Jungwacht, mit Pius drückte ich die Schulbank», sagt Truttmann. Nach der gemeinsamen Jugendzeit trennten sich ihre Weg vorerst einmal: Peter Truttmann ist heute Geschäftsleiter der ­Stiftung Rütimattli in Sachseln, Odermatt Angestellter bei der Pistor in Rothenburg und ein weit herum bekannter Fahnenschwinger. Gabriel führt in Ennetbürgen ein Geschäft. Was allen bis heute gemeinsam ist: Sie lieben Ennetbürgen über alles. Das Dorf am See, in dem sie so manchen Jugendstreich ausheckten. Wohl deshalb waren sie bereit, wichtige Ämter zu übernehmen. Sogar Präsidenten sind sie geworden. Seither setzen sie sich in vielen Arbeitsstunden für die Bevölkerung ein. Der Wahlspruch lautet, wie es Gabriel im Gemeinde-­Mitteilungsblatt so schön sagt: «Gmeinsam fir eyses Dorf.»

Die grosse und geteilte Freude

An der Gemeindeversammlung vom Freitag freuten sich die drei Kameraden wieder. Fast wie in ihrer Jugendzeit. In langer, vierjähriger Arbeit haben sie sich, nun eben als Politiker in drei verschiedenen Gremien, dafür eingesetzt, dass sich ein alter Wunsch ihres Ennetbürgen er­füllen wird: Das Strassendorf erhält, nach einhelliger Zustimmung in der Kirch- und Einwohnergemeinde, endlich ein schön gestaltetes Dorfzentrum. «Es war wieder wie beim Seilziehen, nur diesmal haben wir alle in eine Richtung gezogen», lobt Peter Truttmann. Auch wenn «Win-win-Situation» ein Unwort ist: Hier trifft es für einmal voll zu. Fürs Projekt Dorfkern-Gestaltung wird vorerst ein eher bau­fälliges Gebäude an der Buochserstrasse 6 abgebrochen und durch ein neues, mehreren Zwecken dienliches Zentrumshaus ersetzt. Die Baukosten von 8,9 Millionen Franken teilen Genossen und Kirchgemeinde zur Hälfte auf. Die Kirchgemeinde erteilt der Genossen-Korporation kostenlos das Baurecht, richtet im Neubau Sekretariat und Pfarreizentrum ein und übernimmt ­einige Wohnungen. Die andern vermietet die Genossenschaft. Und die politische Gemeinde? Sie erhält von der Kirchgemeinde das Nutzungsrecht für den Bau eines schönen Dorfplatzes. 350 000 Franken lässt sie ihn sich kosten. Steht einmal alles, ist in Ennetbürgen die Kirche wortwörtlich im Dorf. Die Kirchgemeinde profitiert von einem Sekretariat und einem Pfarreisaal gegenüber dem Gemeindehaus. Und die Bevölkerung profitiert von einladenden Begegnungsorten und preisgünstigem neuem Wohnraum.

Romano Cuonz

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

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