ENNETBÜRGEN: «Sey letschti Wunsch» verspricht ein Spektakel

In der «mehrgängigen» Komödie läuft die Theatergruppe zur Höchstform auf. Ihr neuer Regisseur Roli Simitz begeistert an der Premiere mit Einfallsreichtum, Eggi Gabriel mit seinem Bühnenbild.

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Es ist angerichtet: die kalte Vorspeise des mehrgängigen Leichenessens wird serviert. (Bild: Kurt Zumbühl/PD)

Es ist angerichtet: die kalte Vorspeise des mehrgängigen Leichenessens wird serviert. (Bild: Kurt Zumbühl/PD)

Eine glänzende Theaterpremiere ging am Samstag in der ausverkauften Ennetbürger Mehrzweckhalle über die Bühne. Die Theaterbesucherinnen und -besucher kamen nach dem Premieren-­Diner in den Genuss der mehrgängigen Komödie «Sey letschti Wunsch». Denn auch auf der Bühne wird getafelt. Aber in weitaus stilvollerem Umfeld. Serviert wird von einer perfekt, ja showmässig getrimmten Servicebrigade. Eingeladen zu diesem speziellen Leichenschmaus hat die ­Witwe Lina auf Wunsch ihres verstorbenen Gatten August – ein Schausteller und das schwarze Schaf der Familie.

Das kleine Familientreffen im Nobelrestaurant Zur goldenen Birne verläuft alles andere als ­harmonisch. Schon beim Apéro beginnen die Sticheleien: Seitenhiebe und Wortgefechte. Als schlussendlich das Geheimnis von einem Testament eröffnet wird, erreichen Hoffnung, Aufregung und Wut ihren Höhepunkt. Das 14-köpfige Spielerteam läuft zur Höchstform auf, verblüfft durch fortdauernde Bühnenpräsenz und überzeugtes Agieren. Im Umfeld eines von Eggi Gabriel farbenprächtig gestalteten Bühnenbildes nimmt die Komödie Fahrt auf.

Mit den Ansprüchen gewachsen

Nebst neuen Gesichtern für die Bühne hat die Theatergruppe Ennetbürgen mit Roli Simitz einen neuen Regisseur verpflichtet. Der 54-jährige Stanser Bühnenfachmann entdeckte schon in seiner Jugend die Liebe zum Theater. Seine Freizeit widmet er seit 35 Jahren mit grossem Enthusiasmus dem Theaterschaffen, so etwa in der Theatergesellschaft Stans wie auch an verschiedenen anderen Bühnen der Innerschweiz. Roli Simitz versteht sein Handwerk und brachte an der Premiere ein sprühendes Feuerwerk auf die Bühne, gespickt mit Witz, Ironie und Situa­tionskomik. «Roli Simitz hat unser Team bis zum Äussersten gefordert», verrät etwa Darstellerin Maria Bissig. «Wir sind durch seine enorme ­Arbeit anspruchsvoller für die eigene Leistung geworden.»

«Cool» gespielt, gut besetzt

Es ist die beachtliche Gesamtleistung der 14 Frauen und Männer, die der am Samstag begonnenen Theatersaison zum durchschlagenden Erfolg verhelfen dürfte. Angefangen von einer «cool» gespielten Witwe Lina (Karin Anderhirsern), die ihre Anverwandten zappeln lässt. Ernst (Theo Risi), der Bruder des Verstorbenen, geht das Geschehene ruhig an und mimt den Pantoffelhelden seiner aufmüpfigen Gattin Sophie (Maria Bissig) perfekt. Ihre zwei Söhne Michi (Stefan Amberg) und Georg (Walti Gut) haben alles andere im Kopf als Erinnerungen an ihren verstorbenen Onkel August. Mit spitzer Zunge und frommen Sprüchen heizt Anna (Sandra Galliker), die ledige Schwester des Verstorbenen, fortwährend die Stimmung und Streitigkeiten an. Auch die Rolle des Oberkellners ist mit Werner Frank schauspielerisch perfekt besetzt. Vom Publikum gab es dafür wiederholten Szenen- und lang anhaltenden Schluss­applaus.

 

Rosmarie Berlinger

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Mehr Infos und Spielplan unter: www.theatergruppe-ennetbuergen.ch