ENNETBÜRGEN: So fühlen sich Echsen wohl

Das Wissen über die heimischen Reptilien und ihren optimalen Lebensraum zu erweitern, war das Ziel einer Weiterbildung des Bauernverbandes Nidwalden.

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Reptilienexperte Andreas Meyer (vorne) erklärt, worauf es bei den Lebensräumen der Eidechsen und Schlangen ankommt. (Bild: PD)

Reptilienexperte Andreas Meyer (vorne) erklärt, worauf es bei den Lebensräumen der Eidechsen und Schlangen ankommt. (Bild: PD)

In der letzten Weiterbildung des Bauernverbandes Nidwalden drehte sich alles um Asthaufen als Lebensraum für Wiesel. Marcel Odermatt, auf dessen Land diese Kleinstrukturen entstanden, konnte ein gutes Jahr später bereits eines der scheuen Raubtiere nachweisen.

In derartigen richtig platzierten und fachgerecht erstellten Kleinstrukturen, zu denen nebst Asthaufen auch Steinhaufen, Trockenmauern, Hecken und Tümpel gehören, fühlen sich nebst Wiesel und anderen Kleintieren auch die heimischen Reptilien äusserst wohl. Das erfuhren Berater und Gebietsverantwortliche des Vernetzungsprojekts am Donnerstag an einer Weiter­bildung des Bauernverbandes Nidwalden.

Laut Andreas Meyer, Reptilienexperte der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (Karch), dienen solche Kleinstrukturen und Saumbiotope schon auf einer relativ kleinen Fläche als optimale Lebensräume für Eidechsen und Schlangen. Vor allem die im Kanton Nidwalden häufig vorkommenden Steinwälle und -mauern seien bei den Reptilien besonders beliebt, sagte Meyer. Hier sei eine abschnittweise Beschattung durch Pflanzenbestände genauso wichtig wie gut besonnte Flächen. Denn einerseits benötigen die wechselwarmen Tiere, im Gegensatz zu uns Menschen, nicht Nahrung, sondern die Sonne zur Regulation der Körperwärme, und anderseits dient das Dickicht als Schutz vor Räubern.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Besiedelung der Kleinstrukturen durch Reptilien ist die Vernetzung der einzelnen Strukturen. Stehen diese inmitten des Kulturlandes, verirrt sich kaum eines der Tiere dahin. Optimal sind zum Beispiel Randstrukturen wie Wurfsteinmauern entlang des Waldrandes oder steinige Böschungen entlang von Strassen, an denen die Tiere auf der Suche nach Partner und Nahrung entlangwandern können und so neue Lebensräume besiedeln.

Das Wissen um die Lebensweise der heimischen Reptilien hilft den Gebietsverantwortlichen und den Beratern dabei, den Landwirten den Nutzen solcher Kleinstrukturen, wie sie in der Vernetzung verlangt werden, aufzuzeigen.

Eine wichtige Frage galt es dann schliesslich auch noch zu klären: Gibt es in Nidwalden auch Giftschlangen? Andreas Meyer gibt Entwarnung: Ausser einer kleinen Population eingeschleppter giftiger Aspisvipern im ­Lopperwald teilen sich den Nidwaldner Boden Zauneidechse, Mauereidechse, Waldeidechse, Blindschleiche, Ringelnatter und Schlingnatter – allesamt ungiftige Tierarten. Die giftige Kreuz­otter konnte im Raum Nidwalden bislang nicht nachgewiesen werden. (pd/red)

Hinweis

Die Verbreitung der Reptilienarten im Kanton Nidwalden wird zurzeit im Auftrag der Fachstelle Natur- und Landschaftsschutz durch die Karch erhoben. Sichtungen (am besten mit Bild) können der Fachstelle gemeldet werden: Telefon 041 618 72 14.