Ennetbürgen
Thomas Bucheli begeistert das Nidwaldner Publikum

Am gut besuchten Anlass der Mitte Nidwalden «wetterte» Thomas Bucheli. Zudem wurde über Umwelt und Energie diskutiert.

Sepp Odermatt
Drucken
Nidwaldens Mitte-Parteipräsident Mario Röthlisberger begrüsst die zahlreichen Gäste, bevor SRF-Chefmeteorologe Thomas Bucheli übers Klima, die Erwärmung und weitere Phänomene referiert.

Nidwaldens Mitte-Parteipräsident Mario Röthlisberger begrüsst die zahlreichen Gäste, bevor SRF-Chefmeteorologe Thomas Bucheli übers Klima, die Erwärmung und weitere Phänomene referiert.

Bild: Sepp Odermatt (Ennetbürgen, 8. September 2022)

Nach einer hübsch vorgetragenen musikalischen Einstimmung durch Jasmin Wagner aus Kerns begrüsste Parteipräsident Mario Röthlisberger rund 170 Gäste. Er freute sich, den wohl bekanntesten «Wetterfrosch» der Schweiz vorzustellen, und bat ihn auf die Bühne. In seinem abwechslungsreich gestalteten Referat stellte sich Bucheli selber die Frage: «Wetter, Unwetter – oder Klimawandel?» Dabei zeigte er anhand diverser Statistiken auf, dass es im Sommer 2022 einige Rekorde zu verzeichnen gab. So stand etwa die Nullgradgrenze im Juli auf einer Höhe von 5184 Metern, und in Bern verzeichnete man im August die heisseste Nacht aller Zeiten. Zudem hatte man in der Tessiner Messstation Stabio 63 Tage über 30 Grad gemessen, was ebenfalls Hitzerekord bedeutet.

Zur Person

Der 61-jährige Meteorologe Thomas Bucheli ist in Hochdorf aufgewachsen und studierte an der ETH Zürich Meteorologie, Klimatologie und Atmosphärenphysik. Nach dem Studienabschluss arbeitete er sechs Jahre lang beim Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie. 1992 zog es ihn zum Schweizer Fernsehen, wo er seit 1995 «SRF Meteo» leitet. (seo)

Wetter ist umgesetzte Energie

«Dass dafür nicht nur der Klimawandel verantwortlich ist, zeigt die Tatsache, dass im letzten Jahr die Durchschnittstemperatur um 0,2 Grad tiefer als im Mittel aller gemessenen Jahre lag», erklärte der versierte Meteorologe. Die weitverbreitete Meinung – wenn Unwetter, dann Klimawandel – stimme so nicht, denn das Wetter werde von vielen weiteren Faktoren beeinflusst, so Bucheli:

«Die erste Art, wie Energie transportiert wird, passiert über Verschiebungen von Luftmassen. Die zweite Art geht über die Meere und die dritte über den Zustand des Wassers, ob flüssig, eisförmig oder als Wasserdampf. Die Funktionsweise des Wetters ist also sehr komplex und durchaus vergleichbar mit einem riesigen, komplizierten Räderwerk.»

Zur Auflockerung fragte er das Publikum, ob es wirklich glaube, dass eine Ameise zuhinterst im Muotathal diese Zusammenhänge verstehe und das Wetter für die nächsten Monate vorhersagen könne. Für ihn sei die Antwort klar Nein.

Thomas Bucheli begeisterte das Publikum mit seinem Referat.

Thomas Bucheli begeisterte das Publikum mit seinem Referat.

Bild: Sepp Odermatt (Ennetbürgen, 8. September 2022)

Mit einem treffenden Schlusssatz beendete der Leiter von «SRF Meteo» sein Referat: «Die Meteorologie behandelt das zweitkomplizierteste aller Systeme. Das komplizierteste ist wohl im menschlichen Verhalten zu sehen.» Für den wissenschaftlich fundierten und mit Humor bereicherten Vortrag erntete Thomas Bucheli vom Publikum tosenden Applaus.

Diskussion über Energiepolitik

«Umweltschutz und Energiesicherheit – ein Zielkonflikt?» So präsentierte sich der Titel des anschliessenden Podiumsgesprächs. Im Eingangsreferat stellte Nationalrätin Priska Wismer-Felder, Mitte Kanton Luzern, das 5-E-Konzept für netto null vor. Mit diesem sollen die Treibhausgase vermindert und vorwiegend das CO2 eliminiert werden.

Die angeregte Diskussion moderierte Kantonsrat Dominik Rohrer, CVP/Die Mitte Obwalden. Dabei forderte Landrat Paul Odermatt aus Oberdorf von der Nidwaldner Mitte die Regierung auf, ein Konzept vorzulegen, das aufzeigt, was unternommen werde, falls es zur Stromknappheit kommt. Landrat Josef Bucher, Buochs, ebenfalls Mitte NW, verlangte von der Regierung, dass der visuelle Umweltschutz zurückgestuft werde. Es könne nicht sein, dass energiebringende Projekte aus optischen Gründen verhindert werden. Man war sich einig, dass es höchste Zeit ist, bewusst mit unserer Energie umzugehen.