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ENNETBÜRGEN: Zunftmeister Adolf I. gibt «Vougas»

Für den Zunftmeister ist der Fasnachtsumzug ein Ehrentag. Mit Vollgas sollen die Zuschauer und Umzugsteilnehmer sein Motto ausleben.
Richard Greuter
Lieben Traditionen wie die Fasnacht: Adolf und Yvonne Barmettler. (Bild: Richard Greuter / Neue NZ)

Lieben Traditionen wie die Fasnacht: Adolf und Yvonne Barmettler. (Bild: Richard Greuter / Neue NZ)

Richard Greuter

Als Motto wählte der neue Zunftmeister Adolf I. «Vougas, iähr Eidgenosse!». Unterzieht man das Leben des Buochser Dachdeckers einer näheren Betrachtung, wird bald einmal klar: Vollgas steht nicht nur im Mittelpunkt der Ennetbürger Fasnacht, Vollgas ist auch sein Lebensmotto. Dies war schon der Fall, als Adolf I. beim SC Buochs in der 1. Liga spielte und gleichzeitig auch in der Nationalmannschaft U 18 damals noch mit Alain Suter – mitwirkte. Aus beruflichen Gründen trat er dann etwas kürzer und spielte in der 2. Mannschaft. Später trainierte er die A-Junioren und wirkte während 18 Jahren im Vorstand mit. Es sei vor allem die Kameradschaft, was ihn an seine Fussballzeit erinnere, so Adolf Barmettler.

Weniger mit «Vougas», dafür mehr mit Kameradschaft zu tun hat eine weitere Leidenschaft von Adolf I. Seit 20 Jahren ist er Mitglied beim Jodlerklub Heimelig Buochs. «Jodeln ist für mich ein Ausgleich zum Alltag im Geschäft», meinte Adolf I., da könne er herunterfahren vom Stress.

Traditionsbewusster Mensch

Die Fasnacht ist in der Innerschweiz eine jahrhundertealte Tradition, die kaum mehr weg- zudenken ist. Und Traditionen haben für den Fasnachtsherrscher eine grosse Bedeutung. «Als traditionsbewusster Mensch liebe ich Traditionen. Die Fasnacht gehört auch dazu», berichtete der 46-jährige Zunftmeister etwas zurückhaltend. Etwas deutlicher umschreibt es Ehefrau Yvonne: «Wenn er an einem Fest teilnimmt, gibt er immer Vollgas. Er ist meistens der Letzte, der nach Hause geht.» So gesehen hat die Fasnachtszunft mit der Ernennung von Adolf und Yvonne Barmettler zu ihrem Zunftpaar die richtige Wahl getroffen. Allerdings wurde er schon vor 10 Jahren angefragt. Da aber ihre beiden Kinder Silvio (18) und Tanja (14) noch zu klein waren, war die Zeit nicht ideal.

Nicht zurückhaltend ist der Zunftmeister mit seinen Erwartungen: «Ich wünsche, dass die Leute aus sich heraus kommen, mitmachen und das Motto ausleben.» Bereits jetzt freut sich das Zunftpaar auf den grössten Fasnachtsanlass, den Fasnachtsumzug am Sonntag mit insgesamt 38 Nummern. Auch da erwartet Adolf I. «Vougas!» und: «Ich bin gespannt, wie das Motto umgesetzt wird.» Einige Wagenbauer hat das Paar besucht, was alles gebaut wird, wissen sie aber nicht im Detail genau. Aber für beide ist klar: «Der Fasnachtsumzug ist ein Ehrentag.»

Erinnerungen an Maskenbälle

Die eigentlichen Fasnachtswurzeln von Adolf I. stammen aus dem Schwarzwald, der Heimat seiner Mutter. Als Kind hatte er bei Besuchen erlebt, wie dort Fasnacht gefeiert wurde. Yvonne kennt die Fasnacht aus ihrer Verwandtschaft: «Fasziniert hat mich vor allem das fasnächtliche Treiben.»

Beide erinnern sich an die früheren Zeiten, wo überall im Kanton Fasnachtsbälle stattfanden. «Das war die traditionelle Fasnacht, wie wir sie kannten», erzählen Adolf I. und Yvonne. Vor allem der Maskenball im Restaurant Sonne in Ennetbürgen am Fasnachtsmontag sei noch in bester Erinnerung. Eine Kultur, die verloren ging. Das Paar stört sich auch daran, dass bei ähnlichen Anlässen immer wieder viel zerstört wird. «Auch früher ging mal was kaputt», so Yvonne Barmettler, «aber mit der mutwilligen Zerstörung habe ich Mühe.»

«Chämi-Dölf» vom Grossvater

Fragt man in Buochs nach dem «Chämi-Dölf», weiss der Hinterste und Letzte, wer damit gemeint ist. Bereits sein Grossvater, der die beiden Berufe Kaminfeger und Dachdecker ausübte, wurde so benannt, erklärt Adolf Barmettler. Ebenso sein Vater und nun auch er selber. 1993 habe er das Dachdeckergeschäft in der dritten Generation damals mit vier Mitarbeitern – von seinem Vater übernommen. Heute beschäftigt Adolf Barmettler elf Mitarbeiter. Zu seinen täglichen Arbeiten gehören Steil- und Flachdacharbeiten sowie Fassadenbau. Ideale Voraussetzungen für die Hintergrundarbeit hat Ehefrau Yvonne Barmettler. Die gelernte Kauffrau betreut die Buchhaltung, die Abrechnungen und das Personal. Während der Fasnacht bleibt das Geschäft drei Tage geschlossen. So können Adolf I. und seine Yvonne die Fasnacht in vollen Zügen geniessen.

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