ENNETMOOS: Das Krippenspiel mal anders

Lausebengel, von Ministranten gespielt, sorgen in der Ennetmooser Pfarrkirche für ein Weihnachtstheater der besonderen Art – und mit tieferem Sinn.

Richard Greuter
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Sieht so eine Bande Rowdys aus? Die heilige Familie des Ennetmooser Krippenspiels. (Bild: André A. Niederberger (22. Dezember 2016))

Sieht so eine Bande Rowdys aus? Die heilige Familie des Ennetmooser Krippenspiels. (Bild: André A. Niederberger (22. Dezember 2016))

Richard Greuter

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Sie lügen, stehlen, rauchen, erzählen schlechte Witze, ja selbst vor Brandschatzung schrecken sie nicht zurück: Die sechs Herdmanns-Kinder Leopold, Ralf, Klaus, Olli, Eugenia und Hedwig bringen Nachbarn zur Verzweiflung, ja selbst den Pfarrer verschonen die unerzogenen Bengel nicht, die im ganzen Stadtteil gefürchtet sind. Und jetzt krallen sich die Bengels auch noch das Krippenspiel. Denn aus Angst vor der wilden Horde überlassen die übrigen Kinder den Rowdys sämtliche Hauptrollen. Alle erwarten das schlimmste Krippenspiel aller Zeiten. «Die gehören in eine Jungendanstalt und nicht in ein Krippenspiel», schimpft gar einer noch.

Mit diesem Weihnachtstheater, das heute Samstag in der Pfarrkirche aufgeführt wird, betritt die Pfarrei Ennetmoos Neuland. Laut Gemeindeleiter Markus Blöse entstand die Idee dazu bei einem Ministrantenausflug. Die Herdmannskinder werden denn auch von Ministranten gespielt, 16 an der Zahl sowie 2 Ehemalige.

Turbulent und chaotisch

Die Frage, die sich dem Zuschauer stellt: Was hat das alles mit Weihnachten zu tun? Genau hier setzt die amerikanische Weihnachtsgeschichte von Barbara Robinson an. Der Kern des turbulenten Theaterstückes ist nicht das eigentliche Krippenspiel, sondern dessen Vorbereitung, die von den Herdmanns aufgemischt wird: Leopold (Dario Scherer) und Eugenia (Tina Scheuber) übernehmen die Rollen von Maria und Josef. Ralf (Samuel Filliger), Klaus (Florian Hurschler) und Olli (Timo Filliger) verkörpern die drei Könige und Hedwig (Lia Ceccotti) spielt den verkündenden Engel.

Regisseurin Anna Minutella, selbst ehemalige Ministrantin, hat die deutsche Vorlage ins Nidwaldnerische übersetzt und auf eine Spielzeit von 40 bis 50 Minuten gekürzt. Seit Mitte Oktober laufen die Proben. Am Donnerstag fand nun die Hauptprobe statt. Und dabei wird natürlich auch für das Krippenspiel der Herdmanns geprobt: Die Zuschauer erwartet von den ersten Leseproben bis zum finalen Krippenspiel turbulenter und chaotischer Theaterspass mit schnellen Szenenwechseln und handfesten Streitereien. Die Ennetmooser Ministranten erzählen so die Weihnachtsgeschichte auf ihre Weise. Unter musikalischer Begleitung von Elisa Minutella und Michelle Elmiger singen diese bekannte Weihnachtslieder, die gar die gefürchteten Herdmanns-Kinder zu verzaubern vermag.

Hinweis

Heute um 17 Uhr wird das Weihnachtstheater in der Pfarrkirche Ennetmoos aufgeführt. Im Anschluss Kommunionsfeier.