ENNETMOOS: Der Ameisenhügel tuts ihnen an

Matthias Piazza
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Diese Frauen sind seit Jahren miteinander an der Fasnacht - dieses Jahr mit Ameisenhaufen als Muotathaler Wetterschmöcker. (Bild: Markus von Rotz (Neue NZ))

Diese Frauen sind seit Jahren miteinander an der Fasnacht - dieses Jahr mit Ameisenhaufen als Muotathaler Wetterschmöcker. (Bild: Markus von Rotz (Neue NZ))

Matthias Piazza

Regnets am Umzug? Oder scheint die Sonne? Die Froschschenkel brauchen dieses Jahr garantiert keine App oder sonstige Wetterprognosen zu konsultieren, um Antworten auf diese Fragen zu erhalten. Als Muotathaler Wetterschmöcker machen sie ihre eigene Prognose zum Fasnachtswetter. «Die Ameisen lagen auf dem Rücken, damit war für uns klar, dass es am Schmutzigen Donnerstag kalt werden würde», erklärt Wetterschmöckerin Priska Schwitter. Und auch für die kommenden Fasnachtstage solle man sich warm anziehen, «das verraten die dicken Oberschenkel der Ameisen und der stark riechende Geruch des Ameisenurins». Sie erwartet viel Niederschlag und warnt: «Eventuell könnte das Bier ausgehen.»

Nicht nur Wetter war Thema

«Wir fanden den Auftritt des Wetterschmöckers Martin Horat auf dem Ameisenhügel so witzig, dass wir mit dieser Nummer unbedingt an die Fasnacht gehen wollten», erklärt Priska Schwitter. Die Idee schlug ein. «Jeder, der uns sah, wollte ein Bad in unserem Ameisenhaufen nehmen.» Kein Wunder: Denn es wurde bei weiten nicht nur über das Wetter geredet, auch wenn dies an der Fasnacht ein Dauerthema ist. Was der Gast während einer «Sitzung» im Ameisennest erlebte, war Lebensberatung pur. «Wir konnten ihm auch Interessantes über seine Zukunft verraten», weiss Priska Schwitter. Das Verhalten der Ameisen und die Nadeln am Hintern des Gastes seien die Hilfsmittel dafür.

Sie kennen sich aus der Schule

Hinter den Wetterschmöckern stecken junge Ennetmooser Frauen zwischen 30 und 33 Jahren, die sich seit dem Kindergarten und der Schule kennen. «Wir sind alles begeisterte Fasnächtler und hatten darum mit der Zeit Lust, eine eigene Fasnachtsgruppe zu gründen», erzählt sie. Das war vor über zehn Jahren. Seither lautet das Motto: Wer Zeit und Lust hat, zieht mit. Mit den Jahren stiessen noch weitere Frauen dazu, sodass die aufgestellte wilde Fasnachtsclique teilweise aus bis zu neun Mitgliedern besteht. Dabei kann es wie in früheren Zeiten ziemlich intensiv zu- und hergehen.

So beginnt die Fasnacht am Schmutzigen Donnerstag mit der Tagwache in Stans um halb sechs Uhr wie für alle hartgesottenen Fasnächtler. Und mit dem Ende des Umzugs ist noch lange nicht Schluss. «Einige kamen am Freitagmorgen nach Hause», lacht sie. Mehr oder weniger intensiv gehts an der übrigen Fasnacht weiter. Wobei es trotzdem nicht mehr ganz so abläuft wie zu Zeiten des unbeschwerten Singlelebens. «Ab und zu muss sich halt jemand für ein paar Stunden ausklinken – wegen familiärer Pflichten.» An kindergerechte Anlässe werde der Nachwuchs natürlich mitgenommen, hält sie fest.

Warum die Begeisterung für die Fasnacht noch immer anhält, erklärt sie so: «Beim Basteln der Sujets spürt man gemeinsam die Vorfreude. An der Fasnacht selber trifft man viele Leute, die man schon lange nicht mehr gesehen hat, kommt miteinander ins Gespräch, feiert, geniesst einfach das Leben.»