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ENNETMOOS: Der Bund will die Rotzburg verkaufen

Die Burgruine auf dem Rotzberg soll bald den Besitzer wechseln. Der Bund will das 1000-jährige Objekt nicht mehr haben.
Matthias Piazza
Die Rotzburg oberhalb von Ennetmoos mit dem Stanserhorn (Bildmitte) und dem Pilatus im Hintergrund. (Bild Markus von Rotz)

Die Rotzburg oberhalb von Ennetmoos mit dem Stanserhorn (Bildmitte) und dem Pilatus im Hintergrund. (Bild Markus von Rotz)

Matthias Piazza

Vor wenigen Jahren hat der Bund die Burgruine auf dem Rotzberg aufwendig saniert, nun will er sie offenbar abstossen. Wie das Amphitheater Windisch soll auch die Ennetmooser Rotzburg unter den Hammer kommen, wie der «Blick» gestern schrieb.

«Mir kommt es grundsätzlich nicht darauf an, wer der Eigentümer der Burgruine ist», meint der Ennetmooser Gemeindepräsident Peter Scheuber (CVP) auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Gemeinde werde sich die Burgruine wohl nicht selber unter den Nagel reissen wollen. «Man muss sich bewusst sein, dass man mit der Burg keinen Ertrag erwirtschaften kann», hält Scheuber fest, der als angrenzender Grundstückbesitzer sozusagen inoffiziell zum Rechten schaut.

Er ist überzeugt, dass die Rotzburg beim Kanton in den richtigen Händen wäre. «Die Burg ist ein Kulturobjekt an einer sehr schönen Lage – mit Blick auf den Vierwaldstättersee, obwohl nur 666 Meter über Meer gelegen. Familien und Wanderer halten sich hier auch wegen der Grillstelle gerne auf, erst recht, nachdem der Bund vor zwei Jahren die Ruine wieder in Schuss gestellt hat», meint Peter Scheuber weiter.

Der Nidwaldner Denkmalpfleger Gerold Kunz spricht von einem wertvollen Kulturgut. «Die Burg Rotzberg liegt an einem sagenumwobenen Standort, der für die Verteidigung eine wichtige Rolle gespielt hat, eingebettet in einer geschichtsträchtigen Umgebung. Man denke nur an den Schnitzturm in Stansstad oder die Pfahlbausiedlung im Vierwaldstättersee vor Kehrsiten, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört.»

Auch der Zustand sei nach der Restaurierung hervorragend, nachdem vor zwei Jahren die Mauerkrone gefestigt und die Wasserschäden behoben worden seien.

Erhalt war in Frage gestellt

Die Ringmauer wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert gebaut. Chronisten berichten über Freiherren aus Rotenburg, die als Errichter gelten könnten, und von Habsburgern, die sie als Festung nutzten. Später soll sie die Funktion einer Hochwacht eingenommen haben. Auch von Einsiedlern, die auf dem Gelände in Holzhütten hausten, ist die Rede. 1864 wurde eine Pension gebaut. 1909 war diese Idylle bedroht, ein Hotel auf der Kuppe und eine Standseilbahn ab Rotzwinkel waren geplant. Dieses Vorhaben wurde verhindert.

1910 kaufte die Eidgenossenschaft das Gelände für 18 000 Franken und stellte die Burg nach Konservierungsarbeiten unter Bundesschutz. «Indem die heutige Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte den Bund mit ins Boot holte, konnte sie die historisch wertvolle Anlage erhalten und sie vor Spekulanten schützen», weiss Gerold Kunz.

Touristische Nutzung als Grund

«Der Hauptgrund ist, dass vergleichbare Kulturbauten normalerweise im Besitz von Kanton/Gemeinde sind, von denen sie auch touristisch genutzt werden», begründet Jonas Spirig vom Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) in einer schriftlichen Antwort die Verkaufsabsichten. Von einem «Verscherbeln» könne insofern keine Rede sein, als allfällige Käufer garantieren müssten, dass sie Unterhalt, Sanierung und Schutz des Kulturguts gewährleisten können.

Der Entscheid, einzelne Kulturbauten im Rahmen einer Portfoliobereinigung zu veräussern, sei im Rahmen einer Aufgabenüberprüfung des Bundes im Auftrag des Bundesrates gefällt worden – unter Einbezug des Bundesamtes für Kultur. Gemäss «Blick» verhandelt der Bund derzeit mit dem Kanton Nidwalden. Auf die Frage, wie weit diese Verhandlungen fortgeschritten seien, gab das BBL keine Auskunft – auch nicht zur Höhe des Verkaufspreises oder zu den jährlichen Unterhaltskosten.

Der Kanton sei vom Bund nie kontaktiert worden, hält der Nidwaldner Baudirektor Hans Wicki auf Anfrage fest.

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