Ennetmoos
Die jüngste Nidwaldner Pfarrei feiert ein Jahr lang Jubiläum

Die Pfarrei Ennetmoos möchte viel bewegen und mit unterschiedlichen Anlässen zahlreiche Leute ansprechen.

Rafael Schneuwly
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Die meisten Gemeinden im Kanton Nidwalden verfügen über ein örtlich eng gefügtes politisches, schulisches und kirchliches Zentrum. Wenn man die Ennetmooser nach einem solchen Ort in ihrer Gemeinde fragen würde, würden die einen wohl zum neuen Schulhaus im Quartier Allweg/Gruob zeigen, die anderen nach Süden zur Kirche im Weiler St. Jakob. Es ist also unmöglich, in der Streusiedlung Ennetmoos ein einziges gemeinsames Zentrum zu bestimmen. Ab dem Jahr 1389 kann eine Ürte Ennetmoos nachgewiesen werden, doch blieb das Dorf kirchenrechtlich Stans unterstellt. Daran änderte sich auch nichts, als vor 500 Jahren zum ersten Mal die Kapelle St. Jakob erwähnt wurde, die sich zu einem wichtigen Pilgerort entwickelte und zu einer Kaplanei erhoben wurde. Den Schritt zur eigenen Pfarrei machte Ennetmoos erst 1972 mit der Abtrennung von der Mutterpfarrei Stans.

Pfarrei half beim Zusammenwachsen

Vor einer Woche traf sich auf Einladung des Pfarreileiters Markus Blöse eine Gesprächsrunde im Pfarrhaus St. Jakob, um über das Jubiläumsjahr zu sprechen. Mit dabei waren Susanne Kälin Schallberger und Markus Odermatt, die im Pfarreiforum Ennetmoos mitwirken. Markus Blöse, Susanne Kälin und Markus Odermatt engagieren sich auch im OK des Jubiläumsjahrs. Die Gesprächsgruppe wurde von Paul von Holzen vervollständigt, der während langer Zeit fast unzählige politische und kirchliche Ämter bekleidet hatte.

Als junger Mann gehörte er dem neuen Kirchenrat an und schildert die erste Phase als schwierige Zeit: «Man musste sich zuerst finden, denn die Bevölkerung beim Allweg war während Jahrhunderten nach Stans ausgerichtet und besuchte dort die Gottesdienste und den Religionsunterricht. Auch der Friedhof befand sich in Stans und viele Ennetmooser hatten dort Familiengräber.

Zudem dauerte es erstaunlicherweise einige Zeit, bis die Allweger das Recht bekamen, sich auf dem Pfarrei-Friedhof in St. Jakob begraben zu lassen.» Heute ist dieser Findungsprozess weitgehend abgeschlossen. Markus Blöse zieht Bilanz: «Als ich vor 15 Jahren als Pfarreileiter nach Ennetmoos kam, spürte ich die Differenzen zwischen den Ortsteilen noch viel stärker. Das hat sich inzwischen gelegt, auch wenn die Bewohner vom Allweg immer noch nach Stans orientiert sind.»

Markus Blöse, Susanne Kälin Schallberger, Markus Odermatt und Paul von Holzen (von links) sprechen im Pfarrhaus in St. Jakob über das Pfarrei-Jubiläum Ennetmoos.

Markus Blöse, Susanne Kälin Schallberger, Markus Odermatt und Paul von Holzen (von links) sprechen im Pfarrhaus in St. Jakob über das Pfarrei-Jubiläum Ennetmoos.

Bild: Rafael Schneuwly (Ennetmoos, 7. Januar 2022)

Wünsche ans Jubiläum

Worauf freuen sich die Gesprächsteilnehmer besonders? Während sich Paul von Holzen überraschen lässt, erhoffen sich die anderen drei ein möglichst buntes Jahr und haben grosse Erwartungen ans Jubiläumsfest am 4. September. Susanne Kälin freut sich auch auf das Chiläkino am Pilgertreffen: «St. Jakob ist ein Wallfahrtsort und es werden viele Besucher kommen. Für mich ist diese Tradition ein wenig wie die DNA der Pfarrei und ich habe mehrfach erlebt, wie sich die Pilger über ein Orgelspiel in der Kirche freuen.» Für Markus Odermatt ist alles spannend, weil immer alle eingeladen sind, und er ist überzeugt, dass es für jede und jeden etwas Passendes hat.

Besonders im Fokus hat er den Feldgottesdienst bei der Rotzburg mit zwei Musikgruppen und dem anschliessenden Grillplausch. Zum ersten Mal ist der Feuerlauf öffentlich und auch hier hofft Markus Odermatt auf rege Beteiligung der Bevölkerung. Markus Blöse hat die Vision eines vielseitigen Jubiläums: «Auch ich möchte allen Menschen in der Gemeinde etwas bieten. Aber es soll auch ruhige Momente geben. So freue ich mich auf das Kerzenmeer im Dezember und hoffe, dass sich Ennetmoos in ein blühendes Narzissendorf verwandelt.»

Keine Angst vor der Pandemie

Pfarreileiter Markus Blöse betont, dass man das ganze Jahr feiern möchte und dass man in den vergangenen zwei Jahren mit der Pandemie zu leben gelernt habe. So wolle man auch im Jubiläumsjahr viele Anlässe im Freien durchführen. Markus Odermatt ist vorsichtiger: «Mit der Verschiebung des Dankeschönabends vom 21. Januar auf den 8. Juli musste die erste Korrektur vorgenommen werden und mit weiteren Änderungen muss immer gerechnet werden. Aber wir wollen möglichst viele Events realisieren.»

Für Susanne Kälin ist die Kleinheit des Dorfs ein Vorteil und sie rechnet mit der Hilfsbereitschaft und Spontaneität der Bevölkerung, wenn etwas geändert werden muss. Zuversichtlich schaut auch Paul von Holzen in die Zukunft: «Wie ich die Ennetmooser kenne, kommen sie, wenn man sie ruft. Und wenn man sie bittet, kommen sie noch mehr. Und zwar in beide Ortsteile. Sie wollen, dass in ihrer Gemeinde etwas geht. Sie werden bei jedem Anlass dabei sein.»

50 Jahre Pfarrei Ennetmoos – das Programm im Überblick

  • 13. Februar 2022: «Guggenmesse»
  • 12. März 2022: «Feuerlauf»
  • 14. April 2022: «Im Chiläkino auf Pilgerreise»
  • 1. Mai 2022: «Feldgottesdienst»
  • 11. Juni 2022: «Kräuterküche im Gemeinschaftsgarten»
  • 8. Juli 2022: «Dankeschönabend: Allerlei Impro»
  • 28. August 2022: «Klang der Stille»
  • 4. September 2022: «Jubiläumsfest 50 Jahre Pfarrei Ennetmoos»
  • 22. Oktober 2022: «Ethik-Kaffee mit Walli»
  • 19. November 2022: «Spielnachmittag für Klein und Gross»
  • 24. Dezember 2022: «Ein Kerzenmeer rund um die Pfarrkirche»

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