ENNETMOOS: Ein neuer TV-Auftritt für Stift

Giuliano Casini war 2014 Teilnehmer in der TV-Serie «Mini Lehr und ich». Auf die Stelle als ausgebildeter Pferdesportsattler wartet er noch, wie man in der Neuauflage sieht. Dennoch bereut er das Mitmachen keineswegs.

Matthias Piazza
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Giuliano Casini pflegt in seiner eigenen Werkstatt noch immer das Handwerk als Pferdesportsattler. (Bild: SRF/Peter Mosimann)

Giuliano Casini pflegt in seiner eigenen Werkstatt noch immer das Handwerk als Pferdesportsattler. (Bild: SRF/Peter Mosimann)

Interview: Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Giuliano Casini – spätestens seit 2014 dürfte der Name vielen etwas sagen. Der jetzt 23-jährige Ennetmooser war damals einer der fünf Lehrlinge, welche das Schweizer Fernsehen (SRF) in seiner Serie «Mini Lehr und ich» auf der letzten Etappe zur Lehrabschlussprüfung mit der Kamera begleitete. Nun gibt’s ein Revival. Das SRF zeigt den neuen Berufsalltag der sechs ehemaligen Stifte der vergangenen drei Staffeln. Wieder dabei: Giuliano Casini, der vor drei Jahren in Schachen eine Lehre als Pferdesportsattler abschloss und in der heutigen Folge vorkommt.

Giuliano Casini, was hat die schweizweite Fernsehpräsenz damals ausgelöst?

Viele Leute von alt bis jung sprechen mich auf die Sendung an – selbst heute noch, drei Jahre nach der Ausstrahlung. Auch vielen Schülern bin ich bekannt, sie schauten die Sendung in den Berufsschulen.

Wie empfinden Sie diesen «Promistatus»?

Als angenehm, mich stört er überhaupt nicht. Ich bleibe ich.

Wie kam es zur Teilnahme?

Die Produktionsfirma hielt Ausschau nach geeigneten «Kandidaten» und stiess dabei auf mich. Nach einem Telefoninterview durfte ich mich vor der Kamera vorstellen und wurde schliesslich zusammen mit vier anderen aus siebzig Leuten ausgewählt.

Was hat Sie bewogen, in der Sendung mitzumachen?

Ich bin offen für neue Abenteuer. Mit dem Fernsehauftritt konnte ich dem Chef auch etwas zurückgeben, der es mit mir als Lehrling nicht immer leicht hatte. Es ist Gratiswerbung für den Betrieb.

Von viel Filmmaterial wird nur ein Teil gezeigt. Was sagen Sie zum Ergebnis, das man im Fernsehen sah?

Ich bin zufrieden, was die Fernsehleute daraus gemacht haben. Ich finde, ich kam im Fernsehen authentisch rüber. Die Leute konnten ihr allenfalls falsches Bild von mir korrigieren und erleben, wie ich wirklich bin. Ich bereue die Teilnahme nicht.

Haben Sie die Dreharbeiten nicht gestresst, die auch während der heissen Prüfungszeit stattfanden?

Nein, ich ging zwar etwas nervös an die Lehrabschlussprüfung, liess mich durch die Filmcrew aber nicht aus der Ruhe bringen. Diese war teilweise angespannter als ich selber, wie mir schien. Die Präsenz der Filmcrew hatte manchmal auch einen praktischen Vorteil. Als ich beispielsweise durch den Zürcher Hauptbahnhof lief, mit der Crew im Schlepptau, traten die Leute höflich zur Seite und bildeten eine Gasse.

Und nun erfährt man ab heute in der vierten Staffel, wie es Ihnen in den vergangenen drei Jahren erging. Wie reagierten Sie, als man Sie wieder anfragte?

Ich sagte mir: Wieso nicht? Eigentlich habe ich mit so einer Anfrage gerechnet.

Sie haben «umgesattelt» – von Ihrem Lehrberuf Pferdesattler zum Sanitär-Hilfsarbeiter, wie man in der Sendung erfährt. Wieso?

Ich habe bis jetzt als Pferdesattler keinen Job gefunden, darum arbeite ich zurzeit bei einem Nidwaldner Sanitärbetrieb. Die Arbeit, die ich auch schon während der Schulzeit als Ferienjob machte, gefällt mir. Aber ich halte die Augen nach einer freien Stelle als Pferdesattler offen. Mir gefällt der Beruf, er ist sehr kreativ. Und vielleicht öffnet sich mit der Sendung ja ein Türchen.


Hinweis

«Mini Lehr und ich». Zweite Folge: Heute Montag, 20.55 Uhr, SRF 1.