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ENNETMOOS: Er überblickt fast die ganze Gemeinde Ennetmoos

Landratspräsident Peter Scheuber ist ein viel beschäftigter Mann. Er weiss anzupacken und kümmert sich sogar persönlich um Asylbewerber.
Kurt Liembd
Peter Scheuber hat von seinem Heim aus den Blick in die Weite. (Bild Corinne Glanzmann)

Peter Scheuber hat von seinem Heim aus den Blick in die Weite. (Bild Corinne Glanzmann)

Kurt Liembd

Peter Scheuber wohnt an einem speziellen Ort. Seine Adresse heisst bloss «Burg», das Wohnhaus liegt zwischen dem Denkmal des Franzosenüberfalls 1798 und der Rotzburg. Es ist das oberste Haus auf dem Rotzberg. Von hier aus ist man zu Fuss in rund fünf Minuten bei der ehemaligen Rotzburg, deren Ringmauer heute das Wahrzeichen von Ennetmoos ist. Da sein Landwirtschaftsland steil bis ganz zur Burgruine hinaufreicht, fungiert Peter Scheuber quasi als inoffizieller «Burgherr», der auf dem Rotzberg «zum Rechten» schaut. Dies macht er mit Herzblut, denn der Rotzberg ist seine Heimat, hier ist er aufgewachsen. Schon seine Eltern führten den Landwirtschaftsbetrieb, den er 1990 übernehmen konnte. Dass Peter Scheuber seit 16 Jahren Gemeinderat von Ennetmoos ist und seit 14 Jahren Gemeindepräsident, verleiht ihm gar eine spezielle Legitimation als «Burgherr». So kann er von seinem Wohnzimmer aus fast die ganze Gemeinde sowie ganz Stans überblicken, wie es die früheren Herrscher wohl auch taten. Darauf angesprochen, reagiert er humorvoll und erklärt, dass die Burgruine nicht ihm, sondern dem Bund gehöre und unter Schutz stehe.

Vier Generationen im Haus

Mit einer Prise Schalk und Ironie erklärt er zudem, dass er auf seinem Hof «zum Knecht aufgestiegen sei». Wie bitte? Der Gemeinde- und Landratspräsident als Knecht? Die Erklärung folgt sofort. Denn Peter Scheuber hat seinen Hof Schwiegersohn Ueli Wallimann und Tochter Maja verpachtet. Wenn nun Not am Mann ist, sind er und seine Frau Luzia immer helfend zur Stelle. «Rechtlich bin ich auf meinem Hof ein Angestellter», erklärt Peter Scheuber. Diese Symbiose zwischen den Generationen funktioniert auf der «Burg» exzellent. Vier Generationen leben hier friedlich unter einem Dach und helfen einander, wo es nur geht.

Wildheuer am Stanserhorn

Peter Scheuber hätte heute gar keine Zeit mehr, den Hof selber zu führen. Sein politisches Engagement macht ihn fast zu einem Berufspolitiker. Da er aber gut organisiert ist und sehr viel arbeitet, findet er noch Zeit für anderes. Neben den Ämtern als Gemeindepräsident und Landratspräsident übt er zahlreiche weitere Funktionen aus. So ist er Präsident der Landwirtschaftlichen Baugenossenschaft Nidwalden (LBN) mit 13 Mitar­beitern und über 700 Mitgliedern, Mitglied der Geschäftsprüfungskommission der Zentralschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht, Mitglied der Kantonalen Jagdkommission sowie der Natur- und Landschaftsschutzkommission. In der Funktion als Gemeindepräsident sitzt er in zahlreichen Kommissionen. Speziell dabei: Unter anderem ist Peter Scheuber auch Präsident der Feuerschutzkommission und Stellvertreter des Ennetmooser Brunnenmeisters. Konkret bedeutet dies, dass alle Wasseralarme direkt bei ihm landen, 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag. Doch trotz seines grossen politischen Engagements findet er noch Zeit für Hobbys und andere Tätigkeiten, etwa als Wildheuer am Stanserhorn, als Sänger im Feuerwehrchörli, als leidenschaftlicher Jäger und früher als Jagdhornbläser. Auch für die Ennetmooser Vereine hat er stets ein offenes Ohr, ist er doch auch Fahnengötti der Blas­musik Ennetmoos.

Parteipolitik ist ihm fern

Beim Thema Asylbewerber in Nidwalden weiss Peter Scheuber wohl wie kaum ein anderer Landrat, worum es geht. Denn in seiner Freizeit leistet er einmal pro Woche Nachtwache im Kantonalen Asylzentrum – und das seit 18 Jahren. «Hier habe ich vor allem eine Aufsichtsfunktion und komme in direkten Kontakt mit Leuten aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und weiteren Ländern.» Während 14 Jahren arbeitete er zudem während der Wintermonate als Sanitärinstallateur bei der Firma Markus Waser in Ennetmoos. All diese Erfahrungen in Beruf, Politik und Freizeit kommen ihm auch als Landratspräsident zugute. Als «höchster» Nidwaldner ist es ihm ein Anliegen, dass bei kontroversen Themen sachlich diskutiert wird. Parteipolitik ist ihm dabei fern, auch wenn er offiziell der CVP-Fraktion angehört. «Wir müssen Lösungen finden, die Land und Volk, aber auch der Wirtschaft dienen», sagt Scheuber. Als Beispiele nennt er etwa die anstehenden Verkehrsprobleme in Nidwalden oder den Flugplatz Buochs als ein sehr wichtiges Element für den grössten Arbeitgeber, die Pilatus-Flugzeugwerke. Dass Scheuber dabei selber konstruktiv und mit gutem Beispiel vorangeht, bestätigte auch Ständerat Hans Wicki anlässlich dessen Wahlfeier. «Seit meiner Zeit als Gemeindepräsident von Hergiswil kenne ich Peter Scheuber als gewissenhaften und umsichtigen Schaffer.» So und ähnlich tönt es im ganzen Kanton und in seinem Amtsjahr als «höchster Nidwaldner» vermutlich jetzt noch öfter.

Rotwein, Wild und leichte Klassik

Zur Person KL. Der neue Landratspräsident Peter Scheuber kurz vorgestellt mit Eckdaten und Vorlieben:

  • Geboren: 10. Dezember 1962.
  • Zivilstand: Seit 33 Jahren verheiratet mit Luzia Scheuber-Durrer, vier erwachsene Kinder.
  • Lieblingsort: «Die Ahornhütte am Stanserhorn, bei der ich als Pächter beteiligt bin, und die Rotzburg Ennetmoos. Beide Orte sind für mich Heimat.»
  • Lieblingsfarbe: «Grün – die Farbe der Natur. Wir Bauern sind ja auch Naturschützer und Landschaftspfleger.»
  • Bevorzugtes Gericht: «Als leidenschaftlicher Jäger natürlich Wildgerichte.»
  • Bevorzugtes Getränk: «Wasser und Rotwein. Das Erste beim Arbeiten und wegen meiner Funktion als Brunnenmeister, das Zeite nach Feierabend oder zu einem guten Essen. Aber natürlich liebe ich auch schwarzen Kaffee.»
  • Lieblingsfilm: «Früher waren es Winnetou-Filme und solche mit Bud Spencer. Heute fehlt mir die Zeit für Fernsehen und Kino.»
  • Hobbys: «Jagd, Schiessen, Wandern und meine sechs Grosskinder, früher auch Jagdhornblasen.»
  • Musik, die gefällt: «Jede Art von Musik, die nach Musik tönt, speziell leichte Klassik und Volksmusik aller Art.»
  • Vorbild: «Alt Regierungsrat Hugo Kayser. Er war als Politiker immer korrekt, kompetent, sachbezogen und geradlinig.»
  • Motto: «Midänand, fir eysers scheen Nidwaldnerland.»

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