Ennetmoos erneuert das Leitungsnetz

Früher als geplant müssen einige Wasserleitungen ersetzt werden. Dafür werden in den nächsten 20 Jahren 4 Millionen Franken investiert.

Matthias Piazza
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Bauarbeiten nach einem Wasserleitungsbruch an der Gruobstrasse.

Bauarbeiten nach einem Wasserleitungsbruch an der Gruobstrasse.

Bild: Franziska Herger (Ennetmoos, 10. August 2018)

Wasser quillt aus dem Boden und ergiesst sich quer über die Strasse: Gleich mehrmals erlebten die Anwohner der Gruobstrasse im August 2018 einen Wasserleitungsbruch. Das unschöne Ereignis steht symptomatisch für einen Teil des rund 42 Kilometer langen Ennetmooser Trinkwasserleitungsnetzes. Sünden aus der Vergangenheit rächen sich. Das ist der Bestandesaufnahme zu entnehmen, welche die Stansstader Centraplan AG im Auftrag der Gemeinde Ennetmoos gemacht hat und deren Bericht nun vorliegt.

Etwa 15 Prozent des 42 Kilometer langen Leitungsnetzes besteht aus Gussrohren aus den 1970er- und 1980er-Jahren, welche auf Empfehlung der Hersteller direkt ins Erdreich verlegt wurden, ohne sie in Kies oder Sand einzubetten. Das war einfacher und günstiger, doch es stellte sich als Fehler heraus.

Leitungsbrüche häuften sich

Nach wenigen Jahren tauchten die ersten Probleme auf. Unterschiedliche Materialien im Erdreich, insbesondere der Wechsel von Lehm und Kies, führten zur elektromechanischen Zerstörung der Rohre. Sie begannen, sich zu zersetzen. Leitungsbrüche sind auch in Ennetmoos ein steter Begleiter der Wasserversorgung, so mussten in den vergangenen Jahren an 30- bis 40-jährigen Leitungen unerwartet früh Schäden repariert werden, obwohl sie auf eine Lebensdauer von 80 Jahren ausgelegt waren. In den nächsten Jahren sei noch vermehrt mit Leitungsbrüchen zu rechnen, sofern diese Leitungen nicht ersetzt werden, heisst es im Bericht weiter.

Die zum Teil älteren Eternitleitungen, die etwa 40 Prozent des Netzes ausmachen, sind in einem guten Zustand, ebenso die 24 Prozent Kunststoffrohre sowie der übrige Teil des Netzes mit unbekanntem Material. «Wir wollten uns aufgrund der Leitungsbrüche eine Übersicht über den Zustand unseres Wasserleitungsnetzes verschaffen, um die Prioritäten der Reparaturen festzulegen», sagt dazu der zuständige Gemeinderat Roland Kaiser. «Um einen Stau zu verhindern, nehmen wir die Leitungssanierungen etappenweise an die Hand.»

Post- und Bettistrasse kommen zuerst

Dieses Jahr steht als erstes der Ersatz von gesamthaft 245 Meter langen Rohren an der Post- und Bettistrasse auf dem Programm. Die Leitung wurde 1965 erstellt und ist seit dem Wasserleitungsbruch vom 28. März des vergangenen Jahres ausser Betrieb. Kostenpunkt: rund 330000 Franken.

In naher Zukunft kommt die Gruobstrasse an die Reihe mit ihren 1980 erstellten Gussrohren. Weil es gemäss Schadenbildern nicht bei den Leitungsbrüchen von 2018 bleiben dürfte, wird für etwa 400000 Franken die 300 Meter lange Leitung ersetzt.

Gleichzeitung mit Strassensanierung

Bis 2040 soll so der gesamte schadhafte Teil des Netzes saniert sein, das sind etwa 4,4 Kilometer. 360 Meter werden neu gebaut. «Wir versuchen eine Leitung gleichzeitig mit der jeweiligen Strasse zu sanieren, so können wir die Verkehrsbehinderungen auf das notwendige Minimum beschränken», sagt Roland Kaiser.

Hinter der Staffelung stehen auch finanzielle Überlegungen. So werden die Kosten von 4 Millionen Franken auf 20 Jahre verteilt, was Investitionen von jährlich «nur» 200000 Franken im Schnitt bedeutet, welche der Gemeindeversammlung im Rahmen des jährlichen Budgets vorgelegt werden. «200000 Franken jährlich können wir finanziell verkraften», hält Roland Kaiser fest.

In Ennetmoos rosten die Leitungen unerwartet

Drei Wasserleitungsbrüche in drei Tagen, kein Trinkwasser: Die Anwohner der Gruobstrasse wurden diese Woche arg mitgenommen. Der Grund sind Gussrohre, die noch 40 Jahre hätten halten sollen und die Hälfte des Leitungsnetzes ausmachen.
Franziska Herger