ENNETMOOS: Grosses Interesse am Sanierungsprojekt

Rund 60 Personen nahmen am Dienstag einen Augenschein im sanierungsbedürftigen Schulhaus Morgenstern. Bestaunt wurde die einst verspottete Architektur, die man nun «unbedingt erhalten» möchte.

Richard Greuter
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Adrian Budliger (links) informiert über die Heizungsanlage. (Bild: Richard Greuter (Ennetmoos, 17. Januar 2017))

Adrian Budliger (links) informiert über die Heizungsanlage. (Bild: Richard Greuter (Ennetmoos, 17. Januar 2017))

Richard Greuter

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Unter dem Namen «SOS Morgenstern» hat der Gemeinderat ein Konzept für die Sanierung und Optimierung des Schulhauses Morgenstern erarbeitet. Über den Baukredit von rund 8,8 Millionen Franken stimmen die Ennetmooser am 21. Mai an der Urne ab (wir berichteten). Am Dienstagabend fand nun eine erste Infoveranstaltung statt, die bei der Bevölkerung auf reges Interesse stiess. Gemeinderätin Regina Durrer betonte dabei, wie sanierungsbedürftig das über vierzigjährige Schulhaus sei, und gab Einblicke in die Planunterlagen. An diversen Posten konnten sich die Besucher dann selbst ein Bild von den geplanten Massnahmen machen.

Grosse Beachtung fand dabei die gewagte und aufwendige Architektur der 1970er-Jahre. Eine Architektur, die damals in Nidwalden kaum verstanden, ja sogar verspottet wurde: «Man sprach von der Universität Ennetmoos», erinnerte sich der ehemalige Gemeindepräsident Urs Tob­ler. Erbaut wurde das Schulhaus in der Zeit von dessen Vorgänger. Die damalige Weitsicht von Peter Josef Schallberger beweist der Umstand, dass das Raumkonzept heute noch genügt und sogar Reserven aufweist. Und das noch über Jahrzehnte hinweg, wie Regina Durrer ausführte. Theoretisch könnten zwar schon heute sämtliche Klassen darin untergebracht werden. «Eine Aufgabe der Schule in St. Jakob ist aus politischen Gründen aber zurzeit nicht möglich», beantwortete Durrer die entsprechende Frage aus der Bevölkerung zum Schulstandort St Jakob.

«Wichtig ist, dass wir es sanieren können»

Doch weshalb überhaupt sanieren? Nicht nur würden bei einem teureren Neubau die Schulzimmer kleiner, auch liegt den Ennetmoosern etwas am bestehenden Bau, wie aus Voten der Bevölkerung deutlich hervorging: «Das Haus sollte man unbedingt erhalten», sagte etwa Josef Krauer (68) und verwies auf die interessante Architektur. Auch Schulleiter Andreas Bossi, der den Besuchern breitwillig Auskunft gab, möchte am Gebäude festhalten. Er lobte die spannende und grosszügige Raumgestaltung, die auch pädagogisch sehr wertvoll sei. Für den 56-jährigen Schulleiter steht die Erneuerung im Vordergrund: «Wichtig ist, dass wir es sanieren können.»

In einer kurzen Diskussionsrunde nutzten viele die Möglichkeit, Fragen zu stellen. So etwa ob eine öffentlich zugängliche Toilette vorgesehen sei. Regina Durrer bejahte. Doch nachts werde diese wohl nicht zugänglich sein. Für Fragen sorgte auch die Dachkonstruktion: Gemäss Architekt Josef Mahnig wird das Dach vollständig isoliert, abgedeckt und begrünt. Er rechnet danach mit einer Nutzungsdauer von weiteren 30 bis 40 Jahren – also wie bei einem Neubau. Eine Wortmeldung betraf die heute beschränkte Parkplatzzahl: «Für den Schulbetrieb genügen diese Plätze», so Gemeinderätin Durrer, «das kulturelle Zentrum ist in St. Jakob, und da hat es genügend Parkplätze.»

Bis zum Start der Sanierungsarbeiten, voraussichtlich im Herbst, braucht es noch eine Lösung für ein Schulraumprovisorium für eine Schulstufe.

Hinweis

Weiterer Besichtigungstermin am Freitag, 27. Januar, 19.30 Uhr.