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ENNETMOOS: Kiesabbau in Ennetmoos ist vom Tisch

Im Hostatteggwald kann kein Kies abgebaut werden. Die Ennetmooser lehnten die Umzonung ohne viel Worte, dafür deutlich ab – an einer Gemeindeversammlung mit rekordverdächtiger Beteiligung.
Matthias Piazza
Die geplante Kiesgrube (hier weiss eingezeichnet) beim Hostatteggwald wird nicht realisiert. (Bild: zvg / Sepp Barmettler)

Die geplante Kiesgrube (hier weiss eingezeichnet) beim Hostatteggwald wird nicht realisiert. (Bild: zvg / Sepp Barmettler)

Um 20 Uhr, als die Gemeindeversammlung eigentlich hätte beginnen sollen, strömten noch immer Leute in die Mehrzweckanlage St. Jakob. Die bereitgestellten rund 350 Stühle reichten am Freitagabend bei weitem nicht. Saalchef Willy von Holzen reihte weitere Stühle auf. Festbänke wurden an den Seiten aufgestellt. Selbst im angrenzenden Geräteraum nahmen noch Leute Platz. Vor 430 Ennetmoosern eröffnete dann Gemeindepräsident Peter Scheuber die ausserordentliche Gemeindeversammlung.

Der rekordverdächtige Grossaufmarsch – an der letzten Gemeindeversammlung im Frühling fanden gerade mal 62 Ennetmooser den Weg in die Turnhalle – unterstrich die Brisanz des anstehenden Geschäftes: Es ging um die Umzonung von rund drei Hektaren des Hostatt­eggwaldes am Fusse des Stanserhorns, um dort Kies abzubauen. Ein Vorhaben, das bereits im Vorfeld hohe Wellen schlug: Einerseits hagelte es Einsprachen, eine Interessengemeinschaft «Pro Lebensqualität Ennetmoos» machte mobil, wehrte sich mit Plakaten gegen die «Rodung des Schutzwaldes». Andererseits warb die Firma M & G Rohstoff AG, die hier Kies abbauen wollte, in unserer Zeitung mit einem ganzseitigen Inserat für die Umzonung und versuchte so der «Stimmungsmache», wie es im Inserat hiess, mit Argumenten entgegenzuhalten. Denn die Wogen gingen schon an der Orientierungsversammlung Anfang Oktober hoch: Bergschotter sei nicht sehr wertvoll, der Preis, dafür Schutzwald zu opfern, zu hoch, hiess es damals. Auch war die Sprache von einem Schandfleck, der mit dem Kiesabbau im Ort entstehen würde. Opposition entstand selbst in den Reihen der Ürtekorporation.

Wortkarg – und bis auf den Applaus emotionslos

Am Freitag blieben die Emotionen grösstenteils aus. Die Ausführungen von Gemeinderat und Ortsplaner stiessen kaum auf Interesse. Die Meinungen schienen gemacht. Auch spontane Wortmeldungen aus der Versammlung gab es praktisch keine. Selbst Bürger Markus Karli, der beantragte, auf die Erweiterung der Sondernutzungszone im Gebiet Hostatteggwald vollständig zu verzichten und das Gesuch der M & G Rohstoff AG und der Ürtekorporation abzulehnen, gab sich wortkarg: «Ich glaube, die Meinungen sind in den letzten Wochen gemacht worden. Jeder Ennetmooser hier im Raum, weiss, was er stimmt», sagte er knapp und schlug vor, direkt abzustimmen.

Ürtevogt Peter von Büren als Vertreter der Korporation, der Landbesitzerin, versuchte im Anschluss, die Versammlung von der Umzonung zu überzeugen, strich die Verwurzelung und das Engagement der Korporation in der Gemeinde heraus und den Vorteil, dass man mit dem Ho­statteggwald Kies vor der eigenen Haustüre hätte, der benötigt werde für den Haus- und Strassenbau. Solle man den auswärts beschaffen?

Es half alles nichts. Die Mehrheit, die dem Abänderungsantrag zustimmte, war so deutlich, dass sich ein Auszählen erübrigte. Damit war das Schicksal des Geschäftes bereits besiegelt. Die Behandlung der zehn nicht gütlich erledigten Einsprachen wurde hinfällig, die anschliessende Urnenabstimmung über die Erweiterung der Sondernutzungszone zur reinen Formsache. Unter grossem Applaus verkündete Gemeindepräsident Peter Scheuber, dass 339 Bürger die Umzonung ablehnten. Gerade mal 87 waren dafür.

Ablehnung wegen Emissionen und Rodungen?

Peter Scheuber freute sich erst einmal über die ausserordentlich hohe Beteiligung an dieser ausserordentlichen Gemeindeversammlung. Und sprach gegenüber unserer Zeitung von einem deutlichen, demokratischen Resultat, das es zu akzeptieren gelte. Er selbst bedaure, dass die Umzonung nicht zu Stande kam. Denn im Kiesabbaugebiet hätte später der Schlamm des nahen Geschiebesammlers abgelagert werden können.

«Den demokratischen Entscheid gilt es zu akzeptieren», meinte auch Ürtevogt Peter von Büren im Gespräch. Und er fügte an: «Das sieht auch M & G-Verwaltungsratspräsident Kurt Marti so, wie er mir am Telefon sagte.» Natürlich bedaure er den Entscheid, weil Ennetmoos so eine Chance verpasst habe, einerseits, weil der Hostatteggwald als Kieslieferant gedient hätte, aber auch als Deponieplatz für den Schlamm. Die mit den Lastwagenfahrten verbundenen Emissionen und die Rodung des Waldes sieht er als mögliche Gründe für die Ablehnung. Doch nun gelte es, einen Schlussstrich unter das langjährige Kapitel zu ziehen.

Schon 2011 wollte der Gemeinderat das Gebiet der Sondernutzungszone zuführen. Wegen zahlreicher Einsprachen löste er diesen Teil aber aus der damaligen Teilrevision heraus.

Matthias Piazza

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