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ENNETMOOS: Probleme auf Schritt und Tritt im Schulhaus

Das Schulhaus Morgenstern ist sanierungsbedürftig. 2017 findet darüber eine Abstimmung statt. Schüler berichten, wie schlecht es um das Haus steht.
Die drei Reporterinnen (von links) Maya Bäurle, Elena Bösch und Angela Odermatt vor dem Schulhaus Morgenstern. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Die drei Reporterinnen (von links) Maya Bäurle, Elena Bösch und Angela Odermatt vor dem Schulhaus Morgenstern. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Maya Bäurle, Elena Bösch und Angela Odermatt*


«Ich habe einmal Wasser in meine Flasche gefüllt, und als ich es später wieder ausgeschüttet habe, war es braun», erzählt uns Simon aus der Klasse 5./6. C aus der Schule Morgenstern in Ennetmoos. Das ist nur eines der vielen Probleme, von denen uns die Schüler berichten. So klagen sie auch über zu wenig Platz, flackernde Lampen, klemmende Fenster und defekte Wandtafeln. Auch im Sportbereich sind Schäden zu finden: Der Turnhallenboden ist kaputt, und der Bodenbelag des Sportplatzes draussen bröckelt. Der Kletterturm auf dem Pausenplatz wackelt, und die Kinder verletzen sich beim Spielen häufig mit Holzsplittern.

Verkalkte Leitungen

Die Schüler erzählen uns zudem, dass ab und zu die Schulglocke gar nicht klingelt und dass es drinnen manchmal zu heiss oder zu kalt ist. Sie beschweren sich auch über alte und stinkende Teppiche in den Musikzimmern, und das Abblättern der Farbe an einigen Stellen bleibt nicht unbemerkt. Hauswart Ueli Murer bestätigt viele der Probleme und erklärt, dass die braune Farbe des Wassers von den alten verkalkten Leitungen kommt. Da die Leitungen durch die Kalkablagerungen auch verengt wurden, tröpfelt das Wasser aus einigen Hähnen nur noch.

«Ich heize eigentlich nach draussen», sagt Hauswart Murer, als wir ihn auf die Dämmung im Gebäude ansprechen. Die Fenster wurden vor 15 Jahren nur provisorisch eingebaut und deshalb nicht richtig abgedichtet. Diese «provisorischen» Fenster wurden aber nie durch endgültige ersetzt. Durch die schlechte Abdichtung gehe deshalb sehr viel Wärme verloren. Auch die Isolation der Wände entspreche nicht mehr den heutigen Standards. «Ein Grossteil der Heizungssteuerung ist kaputt.»

Nasse Füsse beim Turnen

Sie könne aber nicht repariert werden, weil die Lieferfirma vor Jahren Konkurs ging und deshalb keine Ersatzteile verfügbar sind. Zusätzlich würden im ganzen Gebäude, ausser im Lehrerzimmer, noch Glühbirnen verwendet werden. Ueli Murer bemängelt zudem: «Wenn es in einem bestimmten Winkel regnet, gibt es in der Turnhalle eine Lache.» Und auch das Dach des Schulhauses sei nicht überall wasserdicht.

«De Wärchruum isch zum Wegrüerä!», ruft Silvio aus. Der Hauswart bestätigt dies. Er erzählt von grossen Rissen zwischen Wand und Türrahmen, die sich durch die Wand auf die andere Seite hindurchziehen. Er befürchtet, wenn das nächste Mal jemand die Tür hart zuknallt, werde sie regelrecht aus der Wand fallen. Wie den Türrahmen, merkt man auch den Lamellenstoren ihr Alter an. Sie haben ihre Lebensdauer schon um 20 Jahre überschritten. Die Aufzugsbänder sind spröde und reissen ständig. Zusätzlich sind einige Storen verklemmt und können nicht mehr bewegt werden.

Sieben Minuten für Liftfahrt

Das Schulhaus wurde vor Jahren für eine Schülerin rollstuhlgängig gemacht. Heute ist dieser Schräglift veraltet und wird nur noch vom Hauswart zum Transport seiner Putzmaschine benutzt. Allerdings braucht der Schräglift sieben Minuten von unten bis ganz oben. «Das ist einfach nicht mehr zeitgemässes Putzen», meint Ueli Murer. «Wenn man einmal anfängt zu sanieren, wird das hier ein Rohbau», befürchtet der Hauswart. Weiter meint er, es würden im Laufe der Sanierung immer mehr Probleme auftauchen. Allerdings brächte eine Sanierung ein grosses Energiesparpotenzial mit sich.

Das war bisher

Sanierungred. Seit 2008 ist bekannt, dass das 41-jährige Schulhaus Morgenstern saniert werden muss. Die Sanierung wurde wegen der Zusammenlegung der Schul- und der politischen Gemeinde verschoben. 2013 sagten die Ennetmoser Nein zum Planungskredit, was die Sanierung weiter hinausschob. Der Kredit hätte den Ausbau vorangetrieben, jedoch zur Aufhebung des Standorts St. Jakob geführt. 2014 wurde eine externe Projektbegleitung zur Beratung hinzugezogen. Nach jetzigem Stand soll die Sanierung ein Jahr dauern und höchstens 8,5 Millionen Franken kosten. Im Frühling 2017 dürften die Ennetmooser erneut darüber abstimmen können.


Schülerwünsche

Morgenstern red. Wir haben Schüler nach ihren Wünschen gefragt. Ihr grösster Wunsch ist mehr Platz. Dies nicht nur in den Klassenzimmern, sondern auch als Gruppenzimmer. Vor allem die Platzverhältnisse in der Turnhalle wurden sehr emotional diskutiert, besucht die Klasse doch sehr gerne den Schulsport. Auch ein neuer Anstrich wurde gewünscht: «Mir gefallen die Farben ja schon, aber nicht alle zusammen», meinte Simon zu dem doch ziemlich farbigen Schulhaus. Mit der Einrichtung sind die Schüler ebenfalls nicht ganz zufrieden. So wünschen sie sich höhenverstellbare Pulte und bequemere Stühle, am besten solche, wie die Lehrer haben.

Hinweis
Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Projektwoche zum Thema Medien am Kollegi in Stans. Die drei Schülerinnen besuchen dort die Klassen 4a/4b. Sie haben die Reportage aufgrund eines Besuchs letzte Woche im Schulhaus Morgenstern in Ennetmoos geschrieben.

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