ENNETMOOS: Schulhaussanierung drängt sich auf

Schlecht isoliert, veraltete Heizung, Warmwasser, das nur noch tröpfelt. Doch beim «Morgenstern» gehts um mehr als nur um Sanierung.

Matthias Piazza
Drucken
Teilen
Der Gemeinderat nimmt einen neuen Anlauf für die Sanierung des Schulhauses Morgenstern. (Bild Corinne Glanzmann)

Der Gemeinderat nimmt einen neuen Anlauf für die Sanierung des Schulhauses Morgenstern. (Bild Corinne Glanzmann)

Matthias Piazza

Der Zahn der Zeit nagt am Schulhaus Morgenstern. Immer mehr Mängel machen sich beim Betonbau aus den Siebzigerjahren bemerkbar. «Auf das Warmwasser muss man eine Ewigkeit warten, die Heizung funktionierte nur noch mit Streicheln des Hauswartes und auch nur dank des milden Winters», sagt Gemeindevizepräsident Heinz Britschgi. «Es ist allerhöchste Zeit zum Sanieren.» Die Mängelliste geht weiter: So genügt der Bau auch in punkto Brandschutz und Erdbebensicherheit den heutigen Anforderungen nicht mehr, und die Fassade isoliert schlecht.

Bessere Raumaufteilung

Unter der Leitung von Heinz ­Britschgi wurde nun eine Planungskommission ins Leben gerufen mit dem Ziel, das Schulhaus zu sanieren und auch zu optimieren. Denn im selben Aufwisch sollen auch die Raumeinteilungen den heutigen pädagogischen Anforderungen angepasst und flexibler genutzt werden können. Auch die für den Gottesdienst nicht mehr benötigte Aula wird umgebaut und ganz auf die schulische Nutzung ausgelegt. Der jetzt noch dunkle Eingangsbereich soll einladend und lichtdurchflutet gestaltet werden. Gemäss Heinz Britschgi werden zur bestehenden Ölheizung andere Heiz­systeme geprüft, beispielsweise eine Holzschnitzel- oder Erdwärmeheizung.

Trotz des schlechten Zustands sei ein Neubau keine Alternative. «Die Bausubstanz selber ist in einem soliden Zustand.» Verlässliche Angaben zu den Kosten kann Britschgi noch nicht machen. «Auf jeden Fall werden die Kosten unter 8,5 Millionen Franken ausfallen.» So viel hätte damals die angedachte Sanierung mit Erweiterung des Schulhauses Morgenstern gekostet. Bis im Herbst soll das Projekt ausgearbeitet sein. Im Frühling 2017 dürften die Ennetmooser über das Projekt abstimmen können. Ein sportlicher Zeitplan. «Wir wollen die sechs Wochen Sommerferien im Juli und August für die Bauarbeiten nutzen.» Dies, um Kosten für Provisorien möglichst tief zu halten, so Britschgi.

Organisatorische Herausforderung

Überhaupt spricht Britschgi von einer organisatorischen Herausforderung, den Schulbetrieb während der Bauzeit aufrechtzuerhalten. Sechs Primar- und zwei Kindergartenklassen müssen während der rund einjährigen Bauzeit auswärts unterrichtet werden. «Unser Schulhaus St. Jakob kann natürlich nur einen Teil aufnehmen. Wir werden dann unsere Fühler in den Nachbargemeinden ausstrecken.»

Bedarf seit 2008 erkannt

Es ist dies nicht der erste Anlauf für eine Sanierung. Bereits 2008 wurde der Sanierungsbedarf erkannt, das Projekt aber wegen der Zusammenlegung von schul- und politischer Gemeinde vertagt. 2013 machten die Ennetmooser dem Gemeinderat einen Strich durch die Rechnung. Er wollte die Planung für Sanierung und Ausbau eines zentralen Schulstandortes Morgenstern vorantreiben – mit Aufhebung von St. Jakob. Der Planungskredit wurde abgelehnt.

Dieses Thema stehe zurzeit sicher nicht zur Diskussion, bekräftigt ­Britschgi. Aber man lege die Schulhaussanierung auf eine mögliche spätere Erweiterung aus. Der Gemeinderat will die Bevölkerung im Winter detailliert über das Bauprojekt an einer Orientierungsversammlung informieren.