ENNETMOOS: Sie bringen Englisch in die Tagesstätte

Désirée Müller und Laura Mumenthaler eröffnen im August ihre zweisprachige Kindertagesstätte. Und sind damit Pioniere im Kanton.

Drucken
Teilen
Die Lehrerinnen Laura Mumenthaler (links) und Désirée Müller auf dem Mueterschwandenberg: Hier eröffnen sie im August eine Kindertagesstätte. Mit dabei ist die Retrieverhündin Perla. (Bild Corinne Glanzmann)

Die Lehrerinnen Laura Mumenthaler (links) und Désirée Müller auf dem Mueterschwandenberg: Hier eröffnen sie im August eine Kindertagesstätte. Mit dabei ist die Retrieverhündin Perla. (Bild Corinne Glanzmann)

 

Matthias Piazza

Sie sind ihrem Traum ein Stück näher: Der Kanton hat vor wenigen Tagen seine mündliche Zusage erteilt. Somit ist die Kindertagesstätte (Kita) Gummi­schtifu beitragsberichtigt, das heisst, der Kanton leistet einen Defizitbeitrag an die Kita für Eltern, welche sich den kostendeckenden Tarif nicht leisten können. Der Eröffnung am 1. August sollte damit nichts mehr im Wege stehen. Dann wollen Désirée Müller (24) und Laura Mumenthaler (25) mit ihrer Kita starten, die täglich Platz für zwölf Kinder bietet – im Alter von drei Monaten bis zum obligatorischen Schuleintritt.

Ein Jahr in den USA gearbeitet

Nun gibt es schon einige Kitas in Nidwalden. Und trotzdem ist dies eine Premiere. Denn Laura Mumenthaler spricht mit den Kindern ausschliesslich Englisch, während Désirée Müller das deutschsprachige Pendant ist. «Wir denken, dass viele Eltern an einer englischen Früherziehung ihrer Kinder interessiert sind und wollen darum in Nidwalden diese Angebotslücke schliessen», erklärt Laura Mumenthaler, die selber ein Jahr lang als Kinderbetreuerin in Seattle (USA) arbeitete und in Madrid als Englisch- und Deutschlehrerin Berufserfahrungen sammelte.

«Wir werden das Englisch spielerisch im Alltag integrieren, beim Kochen die Lebensmittel auf Englisch benennen. Wir wissen aus Erfahrung, dass Kinder in diesem Alter eine Fremdsprache sehr schnell aufnehmen.» Der Fremdsprachenerwerb solle dabei aber nie im Mittelpunkt stehen, sondern nebenbei auf spielerische Art passieren, wie die beiden jungen Frauen festhalten.

Basis schaffen für später

Ihnen ist aber auch bewusst, dass die Kinder in den paar Stunden Kita pro Woche nicht zweisprachig werden. Dies sei auch nicht das Ziel. «Uns gehts darum, dass die Kinder eine Basis für den späteren Fremdsprachenerwerb erhalten, dass sie das Erlernen einer Fremdsprache mit positiven Erlebnissen verbinden», sagt Désirée Müller.

Mindestens so wichtig ist ihnen auch das Vermitteln von Erlebnissen in der Natur. Nicht umsonst habe man darum den Mueterschwandenberg als Kita-Standort gewählt und den Namen Gummi­schtifu, der sozusagen Programm ist, ergänzt mit dem Slogan «Little feet taking big steps» (deutsch: kleine Füsse machen grosse Schritte).

Natur steht im Zentrum

«Wir wollen uns viel draussen bewegen, spielen, basteln, uns auf dem nahe gelegenen Bauernhof aufhalten und den Kindern zeigen, dass ein Aufenthalt im Freien auch bei Regenwetter Spass macht.» Die ländliche Umgebung und der grosse Garten mit Spielplatz seien darum ideal. Perla, der elf Monate alte Golden Retriever, ergänzt das Team. Den hohen Bezug zur Natur erachten die beiden als weiteren Trumpf ihres Angebotes. «Viele Kinder haben heute nicht die Möglichkeit, mit ihrem Kind einen Bauernhof zu besuchen.» Sie könnten sich darum gut vorstellen, dass auch nicht berufstätige Eltern ihr Kind für vielleicht einen Tag in die Kita geben.

Klein anfangen und dann wachsen

Bedenken wegen der Erreichbarkeit haben sie nicht, da die Kita mit dem Auto eine Viertelstunde von Stans aus erreichbar sei. Bei Bedarf könne man sich auch eine Zusammenarbeit mit einem Taxiunternehmen vorstellen.

Sie gehen davon aus, dass das Bedürfnis nach dieser speziellen ersten Kita in Ennetmoos vorhanden ist, auch wegen der langen Wartelisten in Nidwalden. Und wegen des zunehmenden Trends nach zweisprachigen Kinderkrippen schweizweit, welche auf grosse Nachfrage stossen würden. Mit einem Tarif von 130 Franken pro Kind und Tag könnten sie die Kosten mit zwei Kindern täglich decken – darin inbegriffen sind Verpflegung, Windeln und ein Shuttlebus ab St. Jakob, falls der Bedarf ausgewiesen ist. Platz hätten sie aber für bis zu zwölf Kinder. «Als Jungunternehmen wollen wir klein anfangen und mit der Zeit wachsen», meint Laura Mumenthaler.

Ein lang gehegter Traum

«Den Gedanken, zusammen eine Kita zu führen, hatten wir schon lange», erinnert sich Désirée Müller an die Anfänge. Die beiden kennen sich bereits seit dem Kollegi und dem Lehrerstudium an der Pädagogischen Hochschule. «Wir unterrichteten beide als Primarlehrerinnen in Ennetbürgen und spürten, dass wir uns verstehen, dieselben Vorstellungen haben, uns gegenseitig motivieren können.» Der Zufall wollte es, dass im Mueterschwandenberg, wo Désirée Müller aufwuchs, eine geeignete Liegenschaft frei wurde.

«Kinder geben einem so viel zurück, haben einen grossen Drang zum Lernen und sind gleichzeitig so verschieden», beschreibt Laura Mumenthaler ihre Motivation, mit einer Kita nun den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Und Désirée Müller ergänzt: «Die Nähe zu kleinen Kindern, mit ihnen zu arbeiten und ihnen mit vielen Freiheiten etwas beizubringen, begeistert mich.»

Hinweis

Infoabend: 22. April, 19 Uhr, in der Kita, Vorsässring 12, Ennetmoos. Anmeldung bis 20. April an Telefon 079 671 22 55 oder via E-Mail info@kitagummischtifu.net. Internet: www.kitagummischtifu.net