ENNETMOOS: Sie bringen Pepp in Nicos Leben

Nico (12) hats im Leben nicht leicht. Der Deutsche wohnt in schwierigen sozialen Verhältnissen. In Ennetmoos tankt er jeden Sommer ein paar Wochen lang Energie.

Drucken
Teilen
Nico (links) und seine Gastfamilie mit Maria Minutella und Sohn Leandro beim Tonkneten und Spass haben. (Bild Luca Wolf/Neue NZ)

Nico (links) und seine Gastfamilie mit Maria Minutella und Sohn Leandro beim Tonkneten und Spass haben. (Bild Luca Wolf/Neue NZ)

Die Mutter von Nico ist allein erziehend, von der Sozialhilfe abhängig und mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. Keine guten Voraussetzungen für ein junges Leben. Besonders wenn das soziale Umfeld keine Stütze ist, fehlen oft auch Perspektiven auf ein besseres Leben. Doch der 12-jährige Nico hat Glück. Seit 2001 verbringt er seine Sommerferien bei Familie Minutella in Ennetmoos.

Nico tankt in Ennetmoos viel Energie
Nico ist eins von rund 800 sozial benachteiligten Kindern aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich, welche das Kinderhilfswerk Kovive dieses Jahr an Gastfamilien vermittelt.

«Wir haben grosses Glück mit ihm», freut sich Maria Minutella, 51. Die allein erziehende Mutter von vier Kindern ist überzeugt, dass Nico von seinen Ferien in Ennetmoos profitiert. Durch das mit klaren Regeln verbundene Zusammenleben mit ihren eigenen sowie den Nachbarskindern lerne Nico viel, das ihm für sein Leben in Deutschland nützlich sein könne. «Wir geben ihm eine andere Perspektive. Hier sieht er, wie man auch anders leben kann.» Das gebe ihm vielleicht einen Kick, aus seinem Leben etwas zu machen, hofft Maria Minutella. Gelegentlich hört sie auch kritische Stimmen. Dem Jungen hier zeigen, was er zu Hause alles nicht hat, sei doch auch nicht gut. Das stimmt nicht, ist die Gastgeberin überzeugt: «Nicos Mutter sagt mir immer wieder, dass ihr Sohn bei uns extrem viel Energie tankt.»

«Ich bin viel mehr draussen als zu Hause»
Nico selber mag sich dazu nicht äussern. «Eigentlich alles», sagt er auf die Frage, was ihm denn hier gut gefalle. Dann überlegt er eine Weile und zählt auf: «Die haben hier einen grossen Garten und die Nachbarn sogar einen Swimmingpool. Ich bin viel mehr draussen als zu Hause und die Luft ist auch besser.» Der Pool. Maria Minutella lächelt. Sie erinnert sich, wie es am Anfang fast unmöglich war, ihren deutschen Gast zum Waschen zu bewegen. Richtiggehend wasserscheu sei er gewesen. Und nun plansche er wie eine Wasserratte im Pool herum.

Ein Kind aus sozial benachteiligten Verhältnissen aufzunehmen, sei auch ein Bereicherung für die eigenen Kinder, sagt Maria Minutella. «Die Kinder sehen, wie gut sie es hier haben.» Keine Frage, die Naturpädagogin ist von ihrem Engagement überzeugt und empfiehlt entsprechend die Vermittlerdienste von Kovive weiter. Sie mahnt aber: «Wer bereits mit seinen eigenen Kindern Schwierigkeiten hat, sollte die Finger davon lassen.»

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.