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ENNETMOOS: Tausende fahren auf die Teffli-Buebe ab

Die 10. Teffli-Rally wurde zum Spektakel. Dreck, Motorenlärm, Benzingeruch, spannende Rennen, kreative Vehikel und Verkleidungen – auch im Jubiläumsjahr blieben keine Wünsche offen.
Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Über 160 Fahrer haben sich in drei Kategorien an der Rally gemessen. (Bilder: Dominik Wunderli (Ennetmoos, 26. August 2017))

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Über 160 Fahrer haben sich in drei Kategorien an der Rally gemessen. (Bilder: Dominik Wunderli (Ennetmoos, 26. August 2017))

Philipp Unterschütz

<span class="mail_autor">philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch</span>

«Das Leben ist zu kurz, um langsame Töffli zu fahren und schlechte Radiomusik zu hören. Wir feiern das Leben.» Die Ansage von OK-Präsident Walter Gut im Programmheft konnte passender nicht sein. Bei der Musik setzten das 12-köpfige OK der Teffli-Rally in Ennetmoos und die rund 700 Helfer schon am Freitagabend mit dem Konzert der Crossover-Stars Clawfinger die Messlatte hoch. Und während etliche Gäste bis weit in die Nacht das Leben feierten, sparten sich dies die meisten Fahrer bis nach dem Rennen vom Samstag auf.

«Es hat schon wilde Typen dabei, die immer die Grenzen suchen», sagt Rennleiter Patrick Odermatt (28) aus Ennetmoos, der im «richtigen» Leben als Servicetechniker für Baumaschinen arbeitet. Damit spielt er weniger auf den Lebenswandel an, sondern auf das Reglement, das es natürlich auch an einer Teffli-Rally einzuhalten gilt. Drei Kategorien gibt es: von der Rennkategorie eins, bei der es um Rennsport und Geschwindigkeit geht, bis zur Spassfraktion in der Kategorie drei, bei welcher der Kreativität für Gefährte und Verkleidungen kaum Grenzen gesetzt sind.

Es gibt auch die ganz Verbissenen

Alle gemeldeten 169 Fahrzeuge wurden von Patrick Odermatt und seinem Team überprüft, einige wenige mussten Nachbesserungen vornehmen oder durften gar nicht starten. «Wir wollen nicht, dass etwas passiert. Sicherheit steht im Mittelpunkt, insbesondere bei den teils aufwendig gebauten Fantasie-Fahrzeugen», sagt der Rennleiter. Da gebe es keine Toleranz, auch wenn man sonst schon flexibel sei. «Wir wollen ja, dass die Leute gerne mitmachen und Spass haben.» Wenn er etwas beanstanden müsse, gebe es zwar häufig längere Diskussionen, aber es werde schliesslich akzeptiert. «Es gibt aber auch Leute, die erkennt man kaum mehr wieder, die werden richtig verbissen», sagt Odermatt. Betrugsversuche gebe es aber nur selten. Bestens durch die Teffli-Abnahme kamen Marco (23) und Fabio (19) Abächerli aus Giswil mit ihren Puch Condor Tefflis, bei denen aber nur noch der Rahmen und das Motorgehäuse original sind. Der Rest wurde vom «Chefmechaniker» und «Sponsor», dem Vater von Marco und Fabio, gebaut. Pro Jahr und Teffli würden sie rund 5000 Franken investieren, schätzen sie. «Geschlafen hab ich letzte Nacht nicht sehr gut», sagt Marco. Für die Brüder, die jährlich zudem neun Rennen in der SAM Mofacross Schweizer Meisterschaft fahren, ist die Veranstaltung in Ennetmoos ein besonderer Anlass. «Die Teffli-Rally ist für uns wie das Unspunnenfest für einen Schwinger», sagt Fabio. Ein weiterer Grund ist wohl auch der Erfolgsdruck. Marco gewann nämlich die Teffli-Rally 2015 in der Kategorie eins, der Königsklasse des Teffli-Tunings, die dem Motocross am nächsten kommt. Fabio wurde Vierter. «Wir denken, dass wir es dieses Jahr untereinander ausmachen», geben sie sich selbstsicher. Und auch wenn man sich in der Szene kenne und möge, Geschenke gibt es am Rennen keine. «Da haben wir einen Tunnelblick», sagt der Titelverteidiger. Aber gegeneinander würden sie schon nicht mit dem gleichen Risiko einsteigen. Man wolle nichts riskieren.

Die Verhältnisse waren am Samstag ideal. «Der Regen am Donnerstag hat die Strecke griffig gemacht, da kriegt man die Kraft optimal auf den Boden», erläutert Marco. Und auch die Zuschauer freuten sich über die spannenden Rennen und auch über amüsant-kreative Vehikel. Tausende kamen nach Ennetmoos, feierten das Leben und das Jubiläum der 10. Teffli-Rally, die zum erwarteten Volksfest wurde.

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