ENNETMOOS: Theater um die schwerste Sau kommt an

Die neue Produktion «D Wundersui» erntete beim Publikum an der Premiere viel Beifall. Der amüsante Bauernschwank bietet sehr gute Unterhaltung mit viel Witz und Humor.

Richard Greuter
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Bauer Anton Stierli (Peter Amstutz) kriegt statt dem 1. Preis Schelte von seiner Frau Rösli (Monika Lussi). Nachbarin Marie Pfister (links, Paula Kündig) geht ihr zur Hand. (Bild: Richard Greuter (Ennetmoos, 14. Januar 2017))

Bauer Anton Stierli (Peter Amstutz) kriegt statt dem 1. Preis Schelte von seiner Frau Rösli (Monika Lussi). Nachbarin Marie Pfister (links, Paula Kündig) geht ihr zur Hand. (Bild: Richard Greuter (Ennetmoos, 14. Januar 2017))

Richard Greuter

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

 

Den lang anhaltenden Schlussapplaus genossen die zehn Theaterspieler sichtlich in vollen Zügen. Und das zu Recht: Das heitere Volksstück «D Wundersui» von Hans Lellis – bearbeitet von Lukas Bühler – stiess beim Premierenpublikum auf grosse Begeisterung. Das Stück in drei Akten spielt auf dem Erlenhof von Anton Stierli. Das Bühnenbild, gestaltet von Christine Zumbühl und ihrem Team, passt ausgezeichnet zur Geschichte.

Die Leidenschaft und Spielfreude, mit der das Ennetmooser Theaterensemble diesen Bauernschwank inszenierte, übertrug sich aufs Publikum. Bereits in den ersten Minuten sorgte die spritzige Komödie für Gelächter und spontanen Szenenapplaus.

Regisseur freut sich über die Neuzugänge

Grossen Beifall gab es auch von Toni Renggli und seiner Ehefrau Dora, die mit einem befreundeten Ehepaar, trotz den misslichen Strassenverhältnissen, aus Menznau an die Premiere angereist waren. «Die haben den Schlussapplaus verdient», meinte der 59-Jährige, der vor 26 Jahren noch selber auf der Ennetmooser Theaterbühne gestanden hatte. Seit er 1991 nach Menznau umzog und dort bei einer Theatergruppe nun selber als Regisseur tätig ist, hat der Theaterliebhaber kaum eine Ennetmooser Premiere verpasst.Zufrieden zeigte sich auch Eugen Niederberger, der seit 19 Jahren Regie führt. Grosse Freude hatte er an den drei Neuzugängen Sonja Kündig, Olivia Rutishauser und André Emmenegger: «Sie haben sich super integriert, als wären sie schon immer dabei gewesen.»

Verhängnisvolle Wette um die schwerste Sau

Die Komödie ist eine Parodie mit einem Seitenhieb an die Viehzüchter, die oft wunderliche Tricks anwenden, um in die vordersten Ränge zu gelangen. Nur geht es da nicht um schöne Euter und gestylte Kühe, sondern einfach um die schwerste Sau. Die beiden Bauern Anton Stierli (Peter Amstutz) vom Erlenhof und der Herrenbauer Hieronymus Pfister (Noldy Gander) haben eine Wette um 1000 Franken abgeschlossen, wer an der landwirtschaftlichen Ausstellung in Luzern die schwerste Sau präsentieren kann. Stierli hat nur noch Zeit für seine «Wundersui» Susi. Daran haben seine Frau Rösli (Monika Lussi) und die resolute Pfisterbäuerin Marie (Paula Kündig) keine Freude. Als Stierli nach einer feuchtfröhlichen Runde nach Hause kommt, weiss er nicht, dass die Ausstellung um eine Woche verschoben wurde. Damit nimmt ein Unheil seinen Verlauf, aus dem Stierli kaum mehr herauskommt. Als dann plötzlich die Serviertochter Marianne auftaucht und ihren «Papeli» begrüsst, steht Stierli endgültig am Abgrund. Kann ihm seine Magd Käthy (Romy Waser) und der pfiffige Gemeindeangestellte Bänz (Guido Gander) aus seiner misslichen Lage helfen?

Mittelloser Knecht liebt reiche Bauerntochter

Was nicht fehlen darf, ist eine kleine Liebesgeschichte zwischen Pfisters Tochter Anneli (Sonja Kündig) und Stierlis Sohn Toni (André Emmenegger). So sehen es jedenfalls Rösli Stierli und Marie Pfister. Doch es zeigt sich bald einmal, dass die beiden nicht füreinander bestimmt sind. Anneli liebäugelt mit Stierlis Knecht Michi (Andreas Gander), und Toni Stierli ist in die Luzernerin Vreni Haller (Olivia Rutishauser) verliebt. Nur mit der Mitgift stimmt einiges nicht. Knecht Michi ist völlig mittellos, und auch die Luzernerin scheint nicht allzu viel auf dem Konto zu haben. Marie und Hieronymus Pfister können nicht verstehen, dass sich ihre reiche Bauerntochter in den Knecht vernarren konnte.

Ehrung für langjährige Mitspieler

Am Schluss der Vorstellung bedankte sich Präsident Peter Amstutz bei Noldy Gander für sein 50-jähriges Engagement. Im Weiteren ehrte er auch Toni Odermatt für 25- und Hanspeter Barmettler für 10-jährige Bühnentätigkeit.

Hinweis

Vorführungen jeweils um 20 Uhr an Freitagen und Samstagen: 20./21./27./28. Januar und 3./4./ 10./11. Februar. Zudem an Sonntagen jeweils 14 Uhr: 22./29. Januar und 12. Februar. Vorverkauf unter Tel. 078 639 24 70 (Dienstag bis Freitag 17 bis 19 Uhr) oder unter www.theater-ennetmoos.ch