ENNETMOOS: «Wir müssten Katze im Sack kaufen»

Gegner und Befürworter der Einheitsgemeinde lieferten sich an einem Infoabend einen Schlagabtausch. Nun liegt der Ball beim Stimmvolk.

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Informierten in Ennetmoos (von links): Gemeindepräsident Peter Scheuber und Schulpräsident Kurt Wittwer. (Bild Luca Wolf/Neue NZ)

Informierten in Ennetmoos (von links): Gemeindepräsident Peter Scheuber und Schulpräsident Kurt Wittwer. (Bild Luca Wolf/Neue NZ)

Sollen in Ennetmoos die Politische Gemeinde und die Schulgemeinde zur Einheitsgemeinde fusionieren? Welches wären die Vor- und Nachteile? Dies diskutierten am Montagabend an einer Infoveranstaltung in Ennetmoos Wendelin Waser, Initiant der Einheitsgemeinde, Peter Scheuber, Gemeindepräsident und Befürworter einer Fusion, Kurt Wittwer, Schulpräsident und Gegner der Zusammenlegung sowie Yvonne Hunkeler, Vizedirektorin der BDO Visura.

«Die beiden Körperschaften arbeiten gut zusammen»
«Sicher müsste die Einheitsgemeinde schneller funktionieren und günstiger sein als die jetzigen zwei getrennten Körperschaften», legte Hunkeler die Erwartungen an ein solches Unterfangen dar. Scheuber findet, es könne bei einer Gemeinde wie Ennetmoos mit ihren 2000 Einwohnern nicht sein, dass Schule und Gemeinde zwei separate Verwaltungen, zwei Steuerfüsse, zwei Budgets, etc. haben.

Antwort erhielt er von Schulpräsident Kurt Wittwer. Er verwies darauf, dass die beiden Körperschaften in diversen Bereichen gut zusammen arbeiten, etwa der Lohnbuchhaltung, der Liegenschaftskommission oder dem öffentlichen Verkehr.

Vermutungen und keine Belege
Noch harziger fiel die Diskussion rund ums Thema Kosteneinsparungen aus. Trotz einiger Nachfragen aus dem Publikum sowie von Moderator Dominik Buholzer, Redaktor «Neue Luzerner Zeitung», nannten weder Waser noch Scheuber Zahlen. Man könne mit der Einheitsgemeinde «schon etwas einsparen», sagte etwa Initiant Waser.

Wittwer mahnte zudem vor der grossen Belastung, welche auf den für die Schule zuständigen Gemeinderat zukäme. Dann nutzte er die eher kritische Stimmung unter den Anwesenden und beschwor sie: «Das bestehende System is gut und hat sich bewährt. Never change a winning team!»

Auf Fragen aus dem Publikum zeigten die Befürworter Schwächen. Sie haben wohl gute Argumente, jedoch beruhen diese auf Vermutungen. Sie können nicht belegen, dass alles so kommt, wie vorausgesagt. «Wir müssten die Katze im Sack kaufen», resümierte ein Mann im Anschluss an den Infoabend. Zum Schluss brachte es Yvonne Hunkeler auf den Punkt: «Einige Dinge sind noch nicht klar. Es liegt an ihnen zu entscheiden, ob das für eine Zustimmung reicht.»

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Nidwaldner Zeitung.