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Ennetmooser Gemeinderat will Postautolücken schliessen

Der Postautofahrplan für die Linie von Stans nach Sarnen ist lückenhaft. Das will der Gemeinderat ändern. Das dürfte allerdings nicht ohne Zugeständnisse gehen.
Matthias Piazza
Ein Postauto unterwegs in St. Jakob. (Bild: Jakob Ineichen, Ennetmoos, 12. Juni 2019)

Ein Postauto unterwegs in St. Jakob. (Bild: Jakob Ineichen, Ennetmoos, 12. Juni 2019)

Das Postauto zwischen Sarnen und Stans fährt nicht zuverlässig. Diesen Eindruck könnte man als sporadischer ÖV-Benutzer erhalten. Natürlich halten sich auch die Postautochauffeure der Linie 312 zuverlässig an ihren Fahrplan. Dieser hat aber «Löcher» beziehungsweise unterschiedlich viele Kurse pro Stunde. In den Hauptverkehrszeiten fahren bis zu drei Kurse je Richtung und Stunde. Dünn gesät ist der Fahrplan nachmittags und abends mit nur einem Kurs pro Richtung und Stunde.

Landrat Thomas Wallimann (Grüne) pendelt regelmässig von seinem Wohnort in St. Jakob via Stans und Luzern nach Zürich und Bern. Er spricht von einem Missstand im Ennetmooser ÖV-Angebot. «Wer nicht wie ich während der Hauptverkehrszeiten pendelt, ist mit dem lückenhaften Postautofahrplan schlecht bedient.» Wer in St. Jakob das Postauto um 9.14 Uhr nach Stans zum Einkaufen nehme, weil es ja in der Gemeinde Ennetmoos keine Lebensmittelläden gebe, sei erst wieder am Mittag zu Hause. «Das führt dazu, dass viele Leute das Auto nehmen, was es ja in Zeiten von überlasteten Strassen zu verhindern gilt», sagt Thomas Wallimann. Unglücklich zeigt er sich auch über die ungünstigen Anschlüsse. «Ennetmooser Pendler von Bern, Basel oder Zürich, die gegen 20 Uhr in Luzern ankommen, sind um 20.23 Uhr in Stans, wo sie über eine halbe Stunde auf ihr Postauto warten müssen.»

Dieses lückenhafte Angebot führe dazu, dass viele den öffentlichen Verkehr meiden würden. «Zudem müssten doch etwa auch die beiden Kantonsspitäler in Sarnen und Stans Interesse an einer ÖV-Anbindung haben, welche beide mit dieser Postautolinie erschlossen sind.» Für ihn sei darum klar, dass er sich diesen Herbst wieder im Landrat für eine Erhöhung des Kredits für die ungedeckten Kosten des Regionalverkehrs einsetzen werde. Für 2018 und 2019 zahlt der Kanton Nidwalden total 14,4 Millionen Franken. Ein Antrag von Thomas Wallimann für die Erhöhung von 150000 Franken fand im Herbst 2017 keine Mehrheit. Damit wollte er das ÖV-Angebot in den Seegemeinden Buochs und Beckenried verbessern.

Höhere Nachfrage dank besserem Angebot

Mit der Forderung für einen lückenlosen Ennetmooser Taktfahrplan, wie man es von den allermeisten Verbindungen in der Schweiz kennt, rennt Thomas Wallimann in seiner Wohngemeinde hingegen offene Türen ein. «Diese Taktlücken sind uns ein Dorn im Auge», bestätigt der Ennetmooser Gemeindepräsident Stefan von Holzen. «Seit vergangenem Jahr ist der Gemeinderat mit dem Kanton im Gespräch, um das Angebot im Interesse unserer Bürger zu verbessern.»

Die Gemeinde zahlt jährlich 137000 Franken an die Postautolinie, damit für die Ennetmooser Schüler gewisse Kurse doppelt geführt werden können. «Deshalb ist es uns ein Anliegen, dass die finanziellen Mittel effizienter eingesetzt werden und das Angebot der Linie 312 auf die verschiedenen Nutzer besser abgestimmt wird.» Stefan von Holzen ist überzeugt, dass sich ein lückenloser, systematischer Fahrplan rechnet, da dadurch auch die Nachfrage zunehme.

Bund spricht von einem Überangebot

So einfach dürfte diese Forderung beim Kanton, der das Angebot des öffentlichen Verkehrs bestellt und mitfinanziert, nicht durchzusetzen sein. Denn der Bund spricht bei dieser Linie, welche laut Postauto jährlich 302000 Leute benutzen, von einem Überangebot, sprich von zu vielen Kursen bei zuwenig Fahrgästen, wie dem Rechenschaftsbericht 2018 der Nidwaldner Regierung zu entnehmen ist.

Durchschnittlich bezahlt der Bund 55 Prozent und die beteiligten Kantone 45 Prozent pro Jahr an die rund 550000 Franken ungedeckten Kosten der Linie Stans–Sarnen. Der Kanton Nidwalden, der sich zu drei Viertel an der Linie beteiligt (Obwalden zahlt einen Viertel), würde demnach 120000 Franken zahlen. In Wirklichkeit sind es aber 250000 Franken, da der Bund die Kosten des Überangebots an die Kantone abwälzt. «Wenn wir schon ein Überangebot haben, wollen wir die bestehenden Kurse unter dem Tag besser verteilen», hält Hanspeter Schüpfer, stellvertretender Leiter beim Amt für Mobilität Nidwalden, fest. Dies könnte auch zur Folge haben, dass gewisse Kurse für die Schüler nicht mehr doppelt geführt würden.

Man sei mit dem Ennetmooser und Kernser Gemeinderat, den Schulen und den ÖV-Verantwortlichen des Kantons Obwalden im Gespräch, so Hanspeter Schüpfer. Unter die Lupe genommen würden auch die Linien St. Jakob–Mueterschwandenberg und zu einem späteren Zeitpunkt Stans–Büren. Auch bei ihnen gelte es, Optimierungen vorzunehmen, da sie auf der Überangebotsliste des Bundes stünden.

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