Der Ferienpass Nidwalden hebt ab

Beim Ferienpass Nidwalden dürfen auch Kinder fliegen – wenn auch nur mit Modellen. Das tat der Begeisterung aber keinen Abbruch.

Matthias Piazza
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Letzte Anweisungen vor dem Start: Rolf Summermatter (links) führt Mattia Wehrli in die Kunst des Modellfliegens ein.

Letzte Anweisungen vor dem Start: Rolf Summermatter (links) führt Mattia Wehrli in die Kunst des Modellfliegens ein.

Bild: Urs Hanhart (Buochs, 10. Juli 2020)

Gleich bei seinem ersten Flug startet Mattia Wehrli durch. Das Propellerflugzeug fliegt Loopings, dreht sich um die eigene Achse, schiesst in wenigen Sekunden 100 Meter in die Höhe. Nach rund fünf Minuten Flugakrobatik setzt der Pilatus-Porter sicher auf der Piste des Flugplatzes Buochs auf. Fluglehrer Rolf Summermatter, der den Flug überwachte und im Notfall hätte eingreifen können, ist sehr zufrieden mit seinem Flugschüler Mattia Wehrli. «Kompliment. Du hast wirklich Talent. Das war ein super Flug». Mattia ist erst neunjährig. Dabei darf man ja frühestens ab 16 Jahren ein manntragendes Flugzeug steuern. Trotzdem geht an diesem Donnerstagabend alles mit rechten Dingen zu und her. Mattia Wehrli hat vom Boden aus ein Modellflugzeug gesteuert. Zusammen mit neun anderen Nidwaldner Schülern im Alter zwischen 9 und 14 Jahren hat der Wolfenschiesser die Gelegenheit beim Schopf gepackt, im Rahmen des Ferienpasses Nidwalden einen Abend lang in die Welt der Modellfliegerei einzutauchen – und zwar mit Profis, nämlich mit Mitgliedern der Modellfluggruppe Nidwalden. Diese leiten die jungen Flugschüler an und greifen mit ihrer eigenen Fernsteuerung im Notfall ein, um einen Absturz zu verhindern. Auch das Wetter spielt mit. Wolkenloser Himmel und fast windstill. Die Sicht reicht weit. Sogar die Linienflugzeuge sieht man, die in zehn Kilometern Höhe über Buochs fliegen.

Ein grosser Flieger macht Trockenübungen.
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Beim Basteln.
Auf die Plätze, fertig, los!
Letzte Anweisungen vor dem Start: Rolf Summermatter (links) führt Mattia Wehrli in die Kunst des Modellfliegens ein.
Wo ist das Flugzeug?
Den Kindern gefiel das Modellflugzeugfliegen.

Ein grosser Flieger macht Trockenübungen.

Bild: Urs Hanhart (Ennetbürgen, 9. Juli 2020)

«Am besten haben mir die Loopings gefallen»

Gut möglich, dass Mattia dereinst im Cockpit eines solchen Flugzeugs sitzt. Sein Traumberuf sei Pilot, verrät er. Doch heute freut er sich über seine gelungene Premiere als Pilot eines Modellflugzeuges im Massstab 1:12. «Am besten haben mir die Loopings gefallen», verrät er. Er finde an der Fliegerei schlicht faszinierend, dass Flugzeuge überhaupt abheben können.

Auch Lino Achermann erwähnt den Looping als Highlight. Auf die Teilnahme im vergangenen Jahr habe er krankheitshalber verzichten müssen. Umso mehr freue er sich, dass es diesmal geklappt habe. Von der Modellfliegerei sei er fasziniert. Sein Vater besitze eine Drohne, erzählt der 11-jährige Stanser.

Auch motorlose Flugzeuge fliegen

Wie wenig es braucht, um abzuheben, erfahren die Kinder am Pistenrand. Dort basteln sie aus Balsaholz kleine Flugzeuge. Sie fliegen erstaunlich weit, wie die staunenden Kinder feststellen.

Modellfliegerei ist ein Renner beim Ferienpass Nidwalden. «Der Anlass ist an beiden Durchführungsdaten jedes Jahr ausgebucht», weiss Koni Oetiker, Vereinspräsident der Modellfluggruppe Nidwalden, welche jeweils zu erlaubten Zeiten auf dem Flugplatz ihrem Hobby frönt. Das ist werktags zwischen 17.30 und 20 Uhr und an den Wochenenden tagsüber – wenn der «grosse» Flugverkehr ruht. «Fliegerei fasziniert die Kinder, besonders in Nidwalden, wo sie dank des Flugplatzes Buochs, der Pilatus-Flugzeugwerke, der Ruag und weiteren aviatischen Betrieben einen hohen Stellenwert hat», erzählt der langjährige eingefleischte Modellflug-Wettkampfpilot. Ihn begeistere vor allem das präzise Fliegen und Ausnutzen der Thermik. Und diese Begeisterung gebe der Verein gerne Kindern weiter, wenn auch nicht ganz uneigennützig. «Wir freuen uns immer über Nachwuchs».

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