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Nidwaldner stossen Wellenberg von der Reservebank

Das Nidwaldner Volk gibt seine Ablehnung zu einem möglichen Endlager für radioaktive Abfälle im Wellenberg einmal mehr deutlich zum Ausdruck. Es bekräftigt damit die Stellungnahme der Regierung an den Bund.
Matthias Piazza

Mit einem hohen Ja-Stimmen-Anteil von 89 Prozent (9520 Ja zu 1169 Nein) stimmten die Nidwaldner am Sonntag der Vernehmlassung der Regierung an den Bundesrat zu. Die Stimmbeteiligung betrug 35,5 Prozent.

«Die Nidwaldner stützen mit dem deutlichen Votum die regierungsrätliche Haltung», freute sich am Sonntag Baudirektor Josef Niederberger an einer Medienkonferenz. «Der Wellenberg mit seinem unruhigen Gestein und dem Wasservorkommen mit nahem Wasserreservoir ist als Standort für schwach- und mittelradioaktive Abfälle nicht geeignet.» Dies habe auch die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) bestätigt. Mit dem deutlichen Abstimmungsresultat erwarte er vom Bundesrat, den Wellenberg definitiv aus der Liste zu streichen und nicht als Reserveoption für ein geologisches Tiefenlager im Sachplanverfahren zu behalten, hielt der Baudirektor fest. Allerdings hätte sich Niederberger eine höhere Stimmbeteiligung für diese wichtige Abstimmung gewünscht. Nur jeder dritte stimmberechtigte Nidwaldner ging an die Urne. «Vielleicht ist auch das schöne Wetter schuld», mutmasste er.

Auch bei Leo Amstutz, Präsident der Grünen Nidwalden, jener Partei, welche während Jahren an vorderster Front gegen ein Endlager gekämpft hatte, wurde die grosse Freude über das klare Abstimmungsresultat durch die tiefe Stimmbeteiligung etwas getrübt. «Es wäre schön gewesen, wenn Nidwalden mit einer höheren Stimmbeteiligung ein noch stärkeres Zeichen nach Bern hätte senden können», so Amstutz. Stefan Bosshard, Kantonalpräsident der FDP, war von der Deutlichkeit des Resultates nicht überrascht. Er gab allerdings zu bedenken, dass die Standortfrage nicht alleine davon abhängen solle, wo der Widerstand am grössten ist, sondern die Eignung das Hauptkriterium sein solle. «Ein Endlager muss dorthin kommen, wo es am sichersten ist.»

Bundesrat soll Geschichte ad acta legen

Der Kantonalpräsident der SVP, Christoph Keller, zeigte sich dank der abermals deutlichen Haltung der Nidwaldner Bevölkerung gegen ein Endlager am Wellenberg überzeugt, dass die Botschaft in Bern ankomme und die Geschichte Endlager Wellenberg endlich ad acta gelegt werde.

Die Stellungnahme der Regierung unterliegt der obligatorischen Volksabstimmung. Dies geht auf die Achtzigerjahre zurück, als die Regierung im Gegensatz zu grossen Teilen der Nidwaldner den Plänen des Bundes am Wellenberg positiv gegenüberstand und das Volk sich ein Mitspracherecht sicherte.

Das Stimmvolk von Nidwalden hatte 1988 eine teils positive Stellungnahme des Regierungsrates zu einem Sondiergesuch bachab geschickt. Die Stimmberechtigten kämpften um weitere Mitentscheidungsrechte und verweigerten 1995 und 2002 Konzessionen für Bohrungen im Wellenberg.

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