Die Ferienpässe in Nid- und Obwalden finden statt – unter speziellen Vorzeichen

Auch diesen Sommer können die Ob- und Nidwaldner Schüler eine kurzweilige Zeit mit dem Ferienpass verbringen. Wegen der Coronapandemie ist allerdings alles etwas anders.

Matthias Piazza
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Der Ferienpass war im vergangenen Jahr bei der Stansstader Feuerwehr.

Der Ferienpass war im vergangenen Jahr bei der Stansstader Feuerwehr.

Bild: Corinne Glanzmann (Stansstad, 14. August 2019)

Der Ferienpass trotzt der Coronapandemie. Innerhalb der regulären Internet-Anmeldefrist haben sich rund 600 Nidwaldner, Seelisberger und Engelberger Schüler bis 14 Jahre für einen der vielen halb- oder eintägigen Ausflüge oder Bastelanlässe in den ersten und letzten zwei Sommerferienwochen angemeldet. Zwar sind Nachmeldungen für freie Plätze noch immer möglich. Doch steht wohl jetzt schon fest, dass man an die letztjährigen Spitzenwerte nicht anknüpfen kann. Damals nahmen rund 800 Kinder teil, so viele wie noch selten in der rund 40-jährigen Geschichte des Nidwaldner Ferienpasses.

«Man spürt eine gewisse Verunsicherung wegen der Coronakrise. Das ist auch bei Ferienpass-Anlässen anderer Kantone so, die ebenfalls einen Teilnehmerrückgang registrieren», weiss Ruedi Walpen, der Leiter des Ferienpasses Nidwalden.

Ferienpassfeste ja, Übernachtungen nein

Der Schutz der Teilnehmer vor einer Ansteckung wird denn auch grossgeschrieben, wie Ruedi Walpen erzählt: «Auf Anlässe mit Übernachtungen werden wir verzichten, auch begrenzen wir die Gruppengrösse auf 15 Teilnehmer.» Zudem werden als Begleitpersonen vermehrt Eltern von Schulkindern angefragt. Die beiden Filmabende, die zwei Ferienpassfeste und der Dankesapéro werden zwar durchgeführt. Aber es können im Gegensatz zu anderen Jahren nur Teilnehmende dabei sein, die sich angemeldet haben. Die Erwachsenen halten wenn immer möglich den Abstand von zwei Metern untereinander ein. Zwischen den Besammlungspunkten für Ateliers und Ausflüge werden grosszügige Abstände markiert. Auch werden alle Teilnehmer zum regelmässigen Händewaschen angehalten.

Trotz Abstrichen konnten die Kinder unter rund 300 Angeboten auswählen. Wie auch in vergangenen Jahren sind Angebote mit Hunden, Lamas oder anderen Tieren besonders beliebt.

Dass der Ferienpass fast im normalen Rahmen stattfinden kann, steht erst seit dem 27. Mai fest. Damals informierte der Bundesrat, dass ab dem 6. Juni Versammlungen von bis zu 300 Personen wieder erlaubt sind, Bergbahnen wieder fahren dürfen und auch Campingplätze, Freibäder und Zoos wieder offen sind. Weil die Planungen für den Ferienpass schon seit Monaten laufen, hat das Organisationskomitee um Ruedi Walpen in Szenarien gedacht. Hätte sich der Bundesrat gegen die Lockerungen ausgesprochen und insbesondere das Versammlungsverbot für über fünf Personen beibehalten, wäre Plan B zum Zuge gekommen, die Minimalvariante. Die Schüler hätten verschiedene Freizeiteinrichtungen nur individuell oder in Begleitung ihrer Eltern besuchen können, aber dank des Ferienpasses stark vergünstigt.

Anmeldefrist in Obwalden bis 15. Juni verlängert

Mit dem Floss auf dem See: eine beliebte Veranstaltung bei einem früheren Ferienpass.

Mit dem Floss auf dem See: eine beliebte Veranstaltung bei einem früheren Ferienpass.

Bild: PD

Der Obwaldner Ferienpass hat keine Lightvariante vorbereitet. Hätte sich der Bundesrat gegen die Lockerungen ausgesprochen, wäre das Angebot ganz ausgefallen. Nun kann die Sommerferienaktion vom 13. Juli bis 7. August durchgeführt werden. «Wir sind von Anfang an vom besten Fall ausgegangen und sind darum mit den Planungen auf Kurs», sagt Roland Halter, der als Leiter des Freizeitzentrums Obwalden den Ferienpass verantwortet. Doch auch in Obwalden spüre man eine gewisse Zurückhaltung bei den Anmeldungen. «Mit ein Grund dürfte sein, dass die Leute nicht wissen, wie sich im Sommer die Situation präsentiert, was Auslandsreisen betrifft, und sich darum noch Optionen offenhalten.» Ausgelegt ist das alle zwei Jahre stattfindende Angebot für 6- bis 16-jährige Obwaldner auf rund 500 Teilnehmer, rund 400 haben sich bisher angemeldet. Die Anmeldefrist wurde darum um 10 Tage bis am 15. Juni verlängert. Unverändert ist die Hitliste: Sie wird angeführt von Angeboten rund um Wassersport, Klettern und anderen Outdooraktivitäten, weiss Roland Halter.

www.ferienpass-nidwalden.ch, www.ferienpass.fzo.ch