Hergiswil soll eigene Pumptrack-Anlage bekommen

Sie war für zwei Monate gemietet. Nach dem grossen Run will der Gemeinderat nun eine eigene Pumptrack-Anlage erstellen lassen.

Kurt Liembd/Matthias Piazza
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Kinder und Jugendliche probieren die Pumptrack-Anlage aus, die im Frühling 2019 in Hergiswil aufgestellt war.

Kinder und Jugendliche probieren die Pumptrack-Anlage aus, die im Frühling 2019 in Hergiswil aufgestellt war.

Bild: Matthias Piazza (26. März 2019)

Der Pumptrack wurde schon bestürmt, kaum war der geschlossene Rundkurs mit Wellen, Mulden und Kurven auf dem Schulhausplatz des Hergiswiler Matt-Schulhauses Ende März des vergangenen Jahres aufgestellt. Allerdings war's mit dem Spass nach gut zwei Monaten auch schon wieder vorbei. Die rund 60 Meter lange hügelige und kurvenreiche Strecke, die man mit dem Velo, dem Skateboard oder sonst einem nicht motorisierten zweirädrigen Gefährt befahren kann, wurde demontiert. Denn Hergiswil stand damals nur am Anfang einer grossen Tournee. Die rund 48'000 Franken teure Anlage, die der Kanton gekauft hatte, wurde nicht nur von der Gemeinde Hergiswil für 800 Franken für eine befristete Zeit gemietet. Sie machte danach in sämtlichen Nidwaldner Gemeinden Halt.

Weil der Parcours so beliebt war, will der Hergiswiler Gemeinderat nun einen eigenen Pumptrack aufbauen. Auf der Wiese neben dem Spielplatz Matt soll auf einer gut 1800 Quadratmeter grossen Fläche eine kleine «Anfänger»-Schlaufe von 40 Metern und ein 200 Meter langer Track entstehen. «Der Standort ist ideal. Die bereits realisierte Aufenthaltszone mit Grillplatz eignet sich optimal für Familien mit Kindern jeglicher Altersklassen und fördert zugleich den sozialen Austausch», schreibt der Gemeinderat in der Botschaft. Zudem befänden sich gleich bei der neuen Haltestelle Hergiswil Matt Toiletten.

Stimmen die Hergiswiler an der Gemeindeversammlung vom 24. November dem Kredit über 350'000 Franken zu, soll im Juni des nächsten Jahres die Pumptrack-Anlage nach einer rund dreimonatigen Bauzeit eröffnet werden.

Insbesondere Hergiswiler jeden Alters und jeglicher Könnerstufe dürften das nicht kommerzielle Sportangebot bei Tageslicht zwischen 7 und 22 Uhr benützen.

Gemeinderat will Tempo 30 für Hirsern- und Sonnenbergstrasse

In diesem Bereich der Sonnenbergstrasse (Vordergrund) und der Hirsernstrasse (hinten) soll nach der Sanierung Tempo 30 eingeführt werden.

In diesem Bereich der Sonnenbergstrasse (Vordergrund) und der Hirsernstrasse (hinten) soll nach der Sanierung Tempo 30 eingeführt werden.

Bild: Kurt Liembd (Hergiswil, 10. November 2020)

Weiter haben die Hergiswiler Stimmbürger über einen Betrag von sechs Millionen für ein Strassenprojekt zu entscheiden. Dies betrifft Sonnenbergstrasse und Hirsernstrasse (von der Autobahnausfahrt Hergiswil Nord bis zur Althauserbrücke, rund 1 km). Das Projekt beinhaltet im Wesentlichen die Sanierung der beiden Strassen, Neubau, Ersatz und Sanierung der Kanalisation, neue Wasser- und Abwasserleitungen, lärm- sowie verkehrstechnische Massnahmen und die bauliche Optimierung der Verkehrsknoten. Zur letzten Massnahme gehört auch die Einführung von Tempo 30, was im Vorfeld der Gemeindeversammlung für einigen Gesprächsstoff sorgt. Bereits gegen das Vorprojekt, welches im Juli im Amtsblatt publiziert wurde, gingen mehrere Anträge ein, welche die Einführung von Tempo 30 betreffen. Diese wurden vom Gemeinderat aber abgelehnt. In der Botschaft zur Gemeindeversammlung heisst es dazu: «Die gesetzlichen Immissionsgrenzwerte können nur durch einen lärmarmen Deckbelag in Verbindung mit einer Temporeduktion (Tempo 30) erreicht werden.» Zudem schreibt der Gemeinderat, gestützt auf ein Bundesgerichtsurteil sei das Interesse von Anwohnern betreffend Verkehrslärm höher zu gewichten als der Individualverkehr. Realisiert werden soll das Projekt in Etappen von 2022 bis 2024.

Zudem gibt's Anpassungen bei den öffentlichen Parkplätzen, weshalb über eine Teilrevision des Parkplatzreglements abgestimmt werden muss. Die Parkplätze beim Schulhaus Grossmatt sollen während der Schultage nur noch Besuchern des Schulhauses für höchstens eine Viertelstunde gratis zur Verfügung gestellt werden. Ausserhalb der Schulzeiten sollen sie gratis unbeschränkt benutzbar sein dürfen. Zudem wurde ein Park+Ride-Angebot im Parking Dorf sowie auf dem Parkplatz Acheri geschaffen.

Wegen mehrerer Lecks muss die Wasserleitung der Pilatusstrasse bei der Unterführung der Zentralbahn bis zum Steinibach ersetzt werden. Bei dieser Gelegenheit will der Gemeinderat auch die Schmutzwasseranlage sanieren, eine neue Strassenentwässerung erstellen und den Strassenbelag erneuern. Der Kredit über 950'000 Franken, den die Hergiswiler vor einem Jahr bewilligten, reicht dafür nicht, dies wegen erschwerter Bedingungen aufgrund der engen Platzverhältnisse im Grabenbau und wegen Nachbesserungen beim Belag. 250'000 Franken beträgt der Zusatzkredit für die Arbeiten, die nun starten und voraussichtlich bis Sommer des nächsten Jahres dauern.

Ebenfalls traktandiert ist ein Planungskredit von 250'000 Franken. Zur langfristigen Sicherung der Hergiswiler Trinkwasserversorgung will der Gemeinderat überprüfen, ob sich die Erschliessung der Quellen Treichlen und Nauen am Pilatus lohnt.

Kunst- oder Naturrasen?

Nachdem die Hergiswiler vor einem Jahr dem Kredit über 1,86 Millionen Franken für die Sanierung und den Umbau des Sportplatzes Grossmatt in ein Kunstrasenspielfeld abgelehnt hatten, ging der Gemeinderat nochmals über die Bücher. Nun können die Hergiswiler wählen, ob sie wieder Naturrasen oder Kunstrasen wollen. Die Abstimmung über den Kredit der favorisierten Lösung findet dann im Frühjahr 2021 statt. Mit 1,86 Millionen Franken ist der Kunstrasen zwar gut 660'000 Franken teurer, dafür kann er ganzjährig genutzt werden, schneidet aber bei der Lebensdauer schlechter ab, welche zwischen 12 und 15 Jahre beträgt. Das seien gut zehn Jahre weniger als ein Naturrasen, heisst es in der Botschaft. Hingegen sei der Unterhalt bei einem Naturrasen deutlich höher als bei einem Kunstrasen.

Das Budget 2021, das der Gemeindeversammlung vorgelegt wird, weist bei einem Aufwand von 39,8 Millionen ein Minus von 200'000 Franken aus. Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie wird der Steuerertrag mit 32 Millionen tiefer erwartet als im Vorjahresbudget. Für den Finanzausgleich sind 11,6 Millionen Franken budgetiert. Der Steuerfuss soll bei 1,49 Einheiten bleiben. Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 4,3 Millionen Franken.

Stephan Schonhardt soll Pfarrer werden

Der Kirchenrat schlägt der Kirchgemeindeversammlung Stephan Schonhardt (50) als Pfarrer zur Wahl vor. Er arbeitet seit Ende 2018 zunächst als Vikar in der Pfarrei St. Nikolaus. Im September des vergangenen Jahres löste er Martin Kopp als Pfarradministrator in Hergiswil ab. Nebst der Zustimmung an der Gemeindeversammlung ist auch noch der Segen des Bischofs dazu notwendig. «Seelsorgerisch ändert sich nichts», sagt Kirchenratspräsident Martin Dudle auf Anfrage. «Doch verpflichtet sich ein Pfarrer, für mindestens sechs Jahre seiner Pfarrei zu dienen, während ein Pfarradministrator jederzeit kündigen kann», erläutert er den Unterschied.

Die Kirchgemeinde schliesst die Rechnung 2019 mit einem Plus von 327'551 Franken ab – dies bei einem Ertrag von 1,49 Millionen. Für nächstes Jahr wird mit einem Aufwandüberschuss von 421'276 Franken gerechnet. Der Steuerfuss soll bei 0,21 Einheiten belassen werden. Es wird ein Steuerrabatt von 25 Prozent in der Höhe von 380'000 Franken beantragt.

Gemeindeversammlung Hergiswil: Dienstag, 24. November, 19.30 Uhr, Loppersaal, Grossmatt 5. Die Botschaft finden Sie hier.