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Er verleiht Nidwalden einem asiatischen Holz-Touch

Im Atelier von Robi Odermatt stapeln sich zahllose Platten für Holzschnitte. Wer genauer hinschaut, entdeckt Nidwaldner Landschaften, festgehalten in einer für uns fremden, asiatischen Technik.
Romano Cuonz
Der Stansstader Robi Odermatt fertigt für asiatische Holzschnitte bis zu sechs Platten an, um die Nidwaldner Landschaft festzuhalten. (Bilder: Romano Cuonz, 3. Mai 2019)

Der Stansstader Robi Odermatt fertigt für asiatische Holzschnitte bis zu sechs Platten an, um die Nidwaldner Landschaft festzuhalten. (Bilder: Romano Cuonz, 3. Mai 2019)

«Mein neues Kunstabenteuer begann 2016», sagt der Stansstader Künstler Robi Odermatt. Damals – nach der grossen Ausstellung in der Sust – sei er in ein «schwarzes Loch» gefallen. Aus reiner Neugierde, und um frische Impulse zu erhalten, habe er in Adligenswil einen Kurs des bekannten Südkoreaners In Ho Baik besucht. «Er führte uns in die aufwendige Technik des asiatischen Holzschnitts ein», erzählt Odermatt. Und fügt hinzu: «Weil aber In Ho Baik vor allem abstrakte Werke schafft und ich mich ganz stark der Wiedergabe von Landschaften verschrieben habe, fühlte ich mich vorerst ein bisschen hilflos.»

Doch Odermatt – selber bezeichnet er sich etwas gar zu bescheiden als Hobbykünstler – war an neuem viel zu interessiert, als dass er klein beigegeben hätte. Vor allem die Finessen der Farben und Formen, die man mit dieser alten asiatischen Technik in Holzschnitten realisieren kon­nte, begeisterten ihn. Deshalb begann der promovierte Maschineningenieur und Suva-Abteilungsleiter mutig zu experi‑ mentieren und kombinierte dabei seine grossen, seit jungen Jahren gesammelten Erfahrungen in der Aquarelltechnik mit der neu entdeckten Holzschnitttechnik.

Bis zu sechs Platten für ein Bild

Robi Odermatt fertigt vorerst Skizzen und Zeichnungen von Nidwaldner Landschaften an. Beim asiatischen Holzschnitt schneidet er die Bilder, Nuance um Nuance, in Holzplatten. Je nach Farbigkeit der geplanten Druckgrafik fertigt er bis zu sechs Platten an. Auch die Farben stellt der Künstler selber her: mit Mehlkleister und Pigmenten. Gemalt wird mit Pinseln und Bürsten.

So erzielt Odermatt, wie beim Aquarell, zarte Farbübergänge. Dazu spezielle Überraschungen und Effekte. «Am Ende reibe ich das Bild auf einer feuchten Druckplatte in den verschiedenen Farbschritten durch», erläutert Odermatt. Die Bearbeitung und Einfärbung der Druckplatten könnte aber jederzeit geändert werden. «So besteht ein besonderer Reiz darin, dass mit dieser Technik alle Bilder Unikate sind», sagt Odermatt.

Landschaften ganz neu erfasst

«S Ächerli über dr Näbelgränze» heisst ein neuer asiatischer Holzschnitt von Robi Odermatt.

«S Ächerli über dr Näbelgränze» heisst ein neuer asiatischer Holzschnitt von Robi Odermatt.

Als Odermatt, nach zahlreichen Experimenten, erste Nidwaldner Landschaftsmotive – etwa «Obbürgen im Winter», «Abendsonne am Brisen» oder «Sicht vom Allmendhuisli zum Pilatus» – in Angriff nahm, wusste er: «Der asiatische Holzschnitt ist eine Methode, mit der ich meine Liebe zur einheimischen Landschaft noch besser ausdrücken kann, als ich dies zuvor schon getan habe.» Stolz zeigt der Künstler im Atelier Besuchern die zahlreichen, raffiniert eingefärbten Platten. Und stellt fest: «Zu den zarten aquarellartigen Übergängen gesellen sich neu auch die wunderbaren Feinheiten der Holzstruktur.» Odermatt zeigt auf Bäume im Bild mit dem Titel «S Ächerli über dr Näbelgrenze». Er sagt dazu: «Hier wurden die Bäume mit der Kaltnadelradierung realisiert. Interessant ist die Tiefenwirkung, die sie erzielen, wenn sie im Nebel verschwinden.» Man kann auf solchen Druckgrafiken überall – wenn meist auch nur fein und durchscheinend – noch Äste oder Maserungen der Holzplatten erkennen. Dies verleiht ihnen den ganz besonderen Reiz. Als Besucher und Betrachter fragt man sich unwillkürlich: Haftet dieser in Holz geschnittenen Nidwaldner Landschaft nicht ein zarter, beinahe schon asiatischer Hauch an?

Ennetbürgen in Aquarelltönen

Trotz seiner neuen Liebe zum asiatischen Holzschnitt: Dem Aquarell will Robi Odermatt auch in Zukunft treu bleiben. Die möblierten und gestalteten Wohnlandschaften der Scheuber AG Raumgestaltung in Ennetbürgen bereichert er dieser Tage mit einer ganzen Serie von Ennetbürger Aquarellen. Ob Ennetbürgen im Herbst, die Kirche St. Anton, der Bürgenberg, der Kraftort St. Jost oder die Schifflände: Immer wieder trifft der Künstler nahezu musikalische Zwischentöne. Auf seinen Zeichnungen setzen sich Landschaften oft aus über- und aneinander gefügten Streifen zusammen.

Damit erreicht Odermatt, dass auf einem und demselben Bild zeitlich, geografisch – aber auch rein gefühlsmässig – verschiedene Räume aufscheinen. Der Künstler verfügt, spielerisch wie handwerklich, über ein hohes Können. Wer mit seinen Bildern lebt, kann Landschaften mit grosser Freude bewundern, und vor allem Mal für Mal neu entdecken.

Die Ausstellung «Asiatische Holzschnitte und hiesige Aquarelle» von Robi Odermatt findet statt bis zum 8. Juni in der «Scheuber AG Raumgestaltung» in Ennetbürgen, während der Geschäftsöffnungszeiten. Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen.

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