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Erreichbarkeit ist nicht alles

Redaktorin Franziska Herger über die neuen Suiten für Privatpatienten im Kantonsspital Nidwalden.
Franziska Herger
So soll eine der neuen Suiten für Privatpatienten im Kantonsspital Nidwalden aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So soll eine der neuen Suiten für Privatpatienten im Kantonsspital Nidwalden aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Das Kantonsspital Nidwalden bietet neben Betten bald auch Büros: Vier Suiten für Privatpatienten mit «Businesscorner», sprich PC, Drucker, Scanner und Kopierer sind geplant. Dies, weil «viele Geschäftsleute heutzutage auch während ihres Spitalaufenthalts weiterarbeiten wollen», heisst es vom Spital. Das wirft allerlei Fragen zum Stand unseres Gesundheitswesens auf, doch die erste, die mir durch den Kopf ging, war: «Was heisst denn hier ‹wollen›?»

Wer will denn bitte, selbst als CEO, mit gebrochenem Bein oder seit kurzem fehlendem Blinddarm noch Mails beantworten und Memos schreiben? Das richtige Wort hier ist «müssen». Da ist nicht nur der Patient krank, sondern auch die Erwartungshaltung. Natürlich ist die ständige Erreichbarkeit auch praktisch – für die anderen. Als ich vor Jahren als Praktikantin in einer Anwaltskanzlei während den Ferien ein Auge auf die Fälle meines Chefs hatte, beantwortete dieser auch aus dem Dschungel von Kambodscha Mails – und ich war froh darum. Ob er erholt zurückkam, interessierte höchstens seine Frau.

So kann das nicht weitergehen. Obwohl ich keinen Beruf habe, der einen Scanner im Krankenzimmer erfordert, habe ich in einer Art Mikroprotest meine Büromails auf dem Smartphone in eine eigene App verbannt und die Benachrichtigung ausgeschaltet. Denn obwohl der Mail-Check in der Freizeit nicht offiziell von mir erwartet wird, konnte ich der kleinen roten Benachrichtigung nie widerstehen. Jetzt muss ich am Wochenende nur noch meinen gutschweizerisch pflichtbewussten Daumen davon abhalten, Richtung Büroposteingang zu wandern.

Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

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