Es geht wieder aufwärts: Die Nidwaldner Luftseilbahnen sind parat

Freude rundum beim Kanton und den Seilbahnbetreibern: Ab Samstag geht es wieder los.

Marion Wannemacher
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Joe Christen klingt gelöst: «Wir freuen uns, dass die Bahnen wieder fahren und die Wanderer wieder in die Berge können. Es ist ein weiterer Schritt in die Normalität», sagt der Nidwaldner Landwirtschafts- und Umweltdirektor. Die gute Nachricht steht noch einmal in einer Medienmitteilung: Die kantonal geregelte Einschränkung der Personenzahl pro Kabine wird aufgehoben.

Der Berg ruft, nun geht es wieder mit der Bahn aufs Wirzweli.

Der Berg ruft, nun geht es wieder mit der Bahn aufs Wirzweli.

Bild: Corinne Glanzmann (Dallenwil, 4. September 2018)

Ab Samstag dürfen die Seilbahnen unter Einhaltung der Schutzmassnahmen für Passagiere und Personal wieder Touristen transportieren. Christen lobt die Betreiber der Nidwaldner Kleinseilbahnen: «Sie haben wunderbar mitgemacht.»

Schutzkonzept mit Abstand und Desinfektionsstation

Der Regierungsrat weist sie an, ein Schutzkonzept umzusetzen. So sollen Bodenmarkierungen in den Stationen dafür sorgen, dass in Warteschlaufen der Abstand von zwei Metern eingehalten werden kann, auch brauche es Stationen zur Händedesinfektion und an der Kasse eine Trennscheibe zwischen Gast und Verkaufspersonal. In den Kabinen gilt eine dringende Maskenempfehlung.

Schon recht weit in ihren Vorbereitungen ist das Team der Luftseilbahn Dallenwil-Wirzweli. «Wir müssen noch Plakate zum Verhalten der Fahrgäste aufstellen», erklärt Geschäftsleiterin Hanny Odermatt. Man halte sich an das Schutzkonzept von Seilbahnen Schweiz. Für Bahnbenutzer, die keine Schutzmaske mit sich führen, werden Masken bereitgehalten, die käuflich erworben werden können. Nach dem Reinigungskonzept werden nach jeder Fahrt Gondeln und die Schlitten der Rodelbahn desinfiziert. Den zusätzlichen Aufwand nimmt Hanny Odermatt sportlich: «Das ist zu handhaben und Einstellungssache, du hast einen anderen Arbeitsablauf. Vielleicht werden wir aus dem Team eine Person mehr einsetzen.»

Den Lockdown hat das Personal der Luftseilbahn Dallenwil-Wirzweli genutzt, um den Erlebnisweg zu erneuern, den Spielplatz zu revidieren und die gesamten Unterhaltsarbeiten zu erledigen. Das Team freut sich auf den Start übermorgen: «Es ist fantastisch, wir sind happy, dass wir die Gäste wieder bedienen dürfen», schildert Hanny Odermatt die Stimmung ihrer Mannschaft. Man hofft auf gutes Wetter um den Verlust, den sie über den Zeitraum der Lockdown-Wochen auf 80 Prozent des Geschäfts schätzt, vielleicht doch noch einzuholen.

Kurzarbeit erst seit Mai bei den Seilbahnen Bannalp

Die ganz grosse Revision der blauen Bahn auf die Chrüzhütte hat das Team der Luftseilbahnen Bannalp während des Lockdowns gemacht. Diese sei nur alle zwölf Jahre fällig, erklärt Verwaltungsratspräsident Hubert Annen. Auch das rote Bähnli zum Bannalpsee wurde revidiert. «Wir haben alle Schlechtwetter-Arbeiten vorgezogen, haben Ferien- und Überzeiten abgebaut und sind erst im Mai in Kurzarbeit gegangen», berichtet er.

Die Bannalp-Bahn in Oberrickenbach.

Die Bannalp-Bahn in Oberrickenbach.

Bild: Corinne Glanzmann (Oberrickenbach, 2. Oktober 2018)

Die Bannalp-Bahnen transportierten in den vergangenen Wochen Einheimische wie Hüttenbesitzer und Älpler, die ihre Alpen fürs Vieh vorbereitet haben. «Dieses Jahr haben wir eine frühe Alpzeit, bereits viele Alpen sind bestossen», weiss Annen. Den Aufwand für die Schutzmassnahmen schätzt der Verwaltungsratspräsident nicht als sehr hoch ein, sowohl betreffend Finanzen als auch den personellen Aufwand.

Alle sind parat und freuen sich auf den Start

«Wir setzen das Konzept des Schweizerischen Seilbahnenverbandes eins zu eins um», bescheinigt auch er. Dank grosszügiger Räumlichkeiten könne man dieses gut realisieren. Geplant seien Zusatzfahrten. Auch bei den Luftseilbahnen Bannalp gibt es Schutzmasken zu kaufen. «Wir sind parat. Alle freuen sich, dass es nun nach drei Monaten wieder losgeht», bescheinigt Hubert Annen.